Hola,
ich bin Anna, 19 Jahre und überglücklich gerade in Buenos Aires zu leben. Seit einem halben Jahr bin ich in Argentinien und ich frage mich jeden Monat aufs Neue wie die Zeit so schnell verfliegen kann. Ich arbeite im Kinder- und Jugendzentrum „La Casona“ in Florencio Varela.
In den ersten Ankunftsmonaten ist sehr viel passiert. Es gab so viele neue Eindrücke, Erfahrungen, Hindernisse und Gefühle. Aber es hat sich alles eingepegelt und ich habe mich relativ schnell sehr wohl auf Arbeit und in Quilmes, wo ich wohne, gefühlt. Die Monate darauf merkte ich wie ich mich hier einlebe und mein Alltag aufbaue und schon stand Weihnachten und das Jahresende vor der Tür. Und genau von davon möchte ich euch gerne erzählen, mein Dezember in Buenos Aires.
Der November war vorbei und es kam die Adventszeit in Argentinien, wovor ich von vornherein etwas Respekt hatte, da dies für mich immer Familie, Stille und Gemütlichkeit zu Hause bedeutet. Natürlich war es nicht wie zu Hause, aber trotzdem ein toller Monat. Es wurde bei uns die ersten male so richtig heiß und ich merkte, was Hochsommer in Buenos Aires bedeutet.
Die Tage im Projekt waren gefüllt von weihnachtlichen Aktivitäten. Wir basteln Adventskalender, backen Plätzchen und lesen jeden Tag ein Stück der Weihnachtsgeschichte. Der Dezember hatte bei uns das große Überthema Palästina, als Geburtsort Jesus. Wir versuchen den Kindern und Jugendlichen die Kultur vor Ort und auch die aktuelle Situation ein Stück näher zu bringen. Mit den Jüngeren basteln wir einen Stall mit Krippe aus Naturmaterialien wie Blätter, Stöcke, Holz und einer Schlammmasse. Somit soll die Krippe möglich getreu der Zeit nachgestellt werden. Aus Salzteig formen mein Mitfreiwilliger Emery und ich mit den Kindern die passenden Figuren und Tiere zum Reinstellen. Mit den Jugendlichen reden wir über die Situation von gleichaltrigen in Palästina und sie sollen versuchen sich in deren Lebenssituationen hineinzuversetzen.
Natürlich wird auch wieder eine Menge in unsere kleine Bäckerei hergestellt, wir backen passend pan árabe und machen hummus. Die einen und anderen Plätzchen und das hier bekannte und geliebte Weihnachtsgebäck, Pan dulce, werden natürlich auch gebacken.
Der Monat verfliegt mal wieder und Weihnachten rückt immer näher. Die Tage im Projekt sind immer gut gefüllt uns sehr schön. Man merkt das das Jahresende ansteht, Mitarbeiter*innen sind erschöpfter und mit den Gedanken bei jeglichen Weihnachtsevents und Abschlussfeiern. Die Kinder haben ihre letzten Arbeiten und beenden nach und nach alle das Schuljahr. Sie freuen sich sehr über ihre anstehenden Ferien. Bevor sich alle verabschieden, und in die Ferien gehen gibt es ein Abschlussfest mit Krippenspiel.
Unsere Chefin und Mentorin lädt Emery und mich ein beim Krippenspiel mitzumachen. Wir sollen Hirte und Engel spielen und natürlich machen wir mit. Wir proben, basteln Requisiten und eine Pappleinwand als Bühnenbild und alle freuen sich den ganzen Monat auf die Aufführungen- einmal in meinem Projekt und einmal in der Gemeinde in Quilmes (wo ich wohne). Die Aufführungen am 4. Adventswochende sind ein Erfolg und Eltern und Familie sind alle glücklich.
Ich merke, dass mich meine Arbeit glücklich macht und ich mich freuen kann in so einem tollen Team zu arbeiten. Ich sehe meine Kollegen und Kolleginnen sehr gerne und freue mich immer auf die Tage im Projekt. Hier in Casona merkt man das dieses Team wirklich eine Gemeinschaft ist und ich bin glücklich ein Teil davon zu sein. Es war traurig sich von den Kindern, Jugendlichen und Kollegen für einen Monat zu verabschieden.
Abgesehen von Arbeit passiert hier auch immer einiges. An den Sonntagen versuche ich mit meinen Freunden ein bisschen in Adventsstimmung zu kommen. Wir backen Plätzchen, trinken selbstgemachten Glühwein und hören Weihnachtsmusik. Mit meinen Mitbewohnerinnen stellen wir zusammen einen kleinen Fake- Weihnachtsbaum auf, den wir im Schrank gefunden haben und schmücken ihn mit einer buntblinkenden Lichterkette – ganz argentinisch.
Auch wenn es ganz anders war, hatte ich einen echt tollen Monat und oft das Gefühl hier richtig angekommen zu sein. Der Sommer war das Gegenteil von der kalten Winterzeit in Deutschland, aber das fand ich super. Da es warm ist spielt sich viel draußen ab. Es gibt Straßenfeste, viele Treffen sich im Park oder spielen Fußball und Volleyball. Immer Sonne und blauer Himmel, da habe ich direkt gute Laune. Natürlich ist der Sommer hier ganz anders als in Deutschland und die Hitze kann auch echt erdrückend sein. Im Projekt gibt es deshalb oft Tereré, die kalte Form des heißgeliebten Mate- Getränks. Damit kann man die Hitze gut überstehen.
Auch wenn sich die Adventszeit nicht nach einer Adventszeit angefühlt hat, sondern eher wie Beginn der Sommerferien, stand der Heiligabend vor der Tür- einer der heißesten Tage im Jahr. Am Nachmittag waren wir in der Kirche, die auf unserem Grundstück steht, zum Gottesdiesnt eingeladen. Meine Chefin ist hier die Pastorin und predigte. Der kleine Gottesdienst war sehr gemütlich. Am Abend haben wir bei uns im Garten ein gemeinsames Essen mit Freiwilligen gemacht. Zu acht hatten wir eine schöne Runde. Wir haben alle etwas gekocht und ein leckeres buntes Buffet gehabt. Untereinander haben wir gewichtelt und so hat jeder ein kleines Geschenk bekommen und eins verschenkt. Nach der Bescherung haben wir bis in die Nacht gespielt, gequatscht und Musik gehört.
Gegen null Uhr geht’s in Argentinien an Weihnachten dann richtig los. Es startet mit Feuerwerk um Mitternacht und dann wir auf der Straße Musik gespielt und alles sind draußen feiern und tanzen. Bei uns in Quilmes war am Platz auch was los. Es war ganz anders, dass der Heiligabend hier so laut ist und alle draußen sind. Aber ich habe die Zeit trotzdem genossen und mich gefreut so liebe Menschen um mich herum zu haben.
Auch am 25. Dezember waren alle draußen, haben Asado (grillen) gemacht und Zeit mit Familie und Freunden genossen. Wir waren bei uns am Rio (Fluss). Buenos Aires liegt ja an einer riesigen Flussmündung vom Rio de la Plata und deshalb haben wir am Fluss grüne Wiesen und Stege, wo auch einige Baden gehen. Wir genießen den Tag mit Eis und kalten Getränken statt Lebkuchen und Tee:)
Am 26. Dezember ist hier gar kein Feiertag mehr und viele arbeiten wieder. Ich hattee frei und da wir noch in Weihnachtsstimmung waren und echt Lust hatten ein bisschen zu feiern wie zu Hause, habe ich mit drei Freundinnen, deutsches Weihnachtsessen gekocht. Klöße und Rotkraut – das hat wirklich gut nach zu Hause geschmeckt.
Und dann ging es für mich auch schon los und ich habe das erste Mal Buenos Aires für eine längere Zeit verlassen. Ich habe den ganzen Januar frei, da mein Projekt zu hat. Ich hatte echt mega Vorfreude und Lust auf die Zeit, die jetzt kommt. Mein erster Stopp war in Uruguay in Colonia del Sacramento. Dort feierte ich Silvester mit einer großen Runde an Freiwilligen aus Argentinien, Paraguay und Uruguay. Mit der Fähre ging es rüber nach Colonia, eine wirklich schöne, alte, kleine Stadt am Meer. Die Tage dort haben mir sehr gutgetan und es war toll so viele Leute von meiner Orga und vom Seminar wieder zu sehen. Silvester im Sommer am Meer zu feiern war echt einfach wunderschön und meiner Meinung nach könnte das immer so sein. Kurz nach null Uhr war das Erste, was wir 2026 gemacht haben im Meer zu schwimmen. Ich glaube es kann also nur ein gutes Jahr werden😊

wir schmücken den weihnachtsbaum im projekt 
unser krippenspiel in la casona 

auch in der wg weihnachtet es 
2. advents-plätzchen 
backen im garten 

der selbstgebaute stall 
mit figuren 
krippenspiel in der gemeinde 
abschlussfest 
wir basteln das bühnenbild 
pan dulce 
pan árabe 
merienda 
heiligabend 

1. Weihnachtsfeiertag am Rio de la Plata 
mein team 
silvester in uruguay




































































































