Bom dia, Boa Tarde oder vielleicht auch schon Boa Noite?🇧🇷
Hi, Hello Ich bin Yosii Und lebe seit einigen Monaten für meinen Freiwilligendienst in São Paulo, Brasilien. Meine Einsatzstelle ist aktuell ein Kindergarten.
São Paulo. Eine Stadt, die laut ist, schnell, riesig und vorallem voller Leben. Ich lebe inzwischen hier, mitten in dieser Metropole, und manchmal kann ich selbst kaum glauben, wie schnell das hier alles mein Alltag geworden ist.
Eigentlich bin ich auch mit der Vorstellung nach Brasilien gekommen, mal raus aus meiner gewohnten Großstadt zu sein. Und jetzt? Lebe ich in einer der größten Städte der Welt. Aber São Paulo ist nicht mit deutschen Großstädten zu vergleichen. Hier sind die Entfernungen andere, die Zeit fühlt sich anders an. Strecken, die auf der Karte kurz aussehen, dauern plötzlich Stunden. Innerhalb Brasiliens fliegt man mehrere Stunden von einer Stadt zur nächsten, obwohl alles irgendwie nah beieinander liegt. Das hat mein Gefühl für Raum und Alltag komplett verändert.
Was mich selbst am meisten überrascht hat: wie schnell ich hier wirklich angekommen bin. Auch sprachlich. Portugiesisch war am Anfang natürlich eine Herausforderung aber inzwischen komme ich unfassbar gut mit den Brasilianer*innen ins Gespräch. Im Alltag, in der Einsatzstelle, im Bus oder im Café. Sprache ist hier wirklich der Schlüssel zu allem, und je mehr ich spreche, desto mehr öffnet sich diese Stadt für mich.
Meine Einsatzstelle war bisher ein Kindergarten, und dieser Ort hat meinen Freiwilligendienst stark geprägt. Die Kinder sind so offen, liebevoll und ehrlich, dass man gar nicht anders kann, als jeden Tag mit einem Lächeln dort anzukommen. Ich konnte mich dort richtig etablieren, Verantwortung übernehmen und Teil ihres Alltags werden. Bald werde ich in ein neues Projekt wechseln, darauf bin ich sehr gespannt, vor allem was für Lehren ich da mitnehmen kann.
Ein Thema, das sich hier ebenfalls verändert hat, ist der Sport. In Deutschland war Volleyball ein fester Bestandteil meines Lebens. Regelmäßiges Training, Verein, Halle all das gehörte dazu. In meinem neuen temporären zuhause ist das leider schwieriger als gedacht. Die Größe der Stadt, lange Wege und höhere Kosten machen es nicht leicht, einen passenden Hallenvolleyball-Verein zu finden. So hat meine Hallenvolleyball-Karriere hier vorerst ihr Ende gefunden:(( . Dafür habe ich gewechselt vom Hallenboden an den Strand. Beachvolleyball statt Halle. Auch das ist Freiwilligendienst : Umwege, neue Lösungen, neue Perspektiven.
Was ich hier lerne, geht weit über nur meine Einsatzstelle hinaus. Flexibel zu sein. Pläne loszulassen. Sich auf Neues einzulassen auch wenn es ganz anders kommt als gedacht. São Paulo fordert mich jeden Tag, aber genau das macht diese Erfahrung so intensiv und besonders.
Obrigada fürs Lesen – und bis zum nächsten Update aus Brasilien eure Yosi! ✨
kurze freie Beschäftigung vor dem Mittagessen.Unerwarteter Besuch von Papai Noel 🙂
Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat ging mein Abenteuer weiter, zurück nach Uruguay, zurück ins bunte Chaos meines Freiwilligendienstes. Dieses Mal führte mich der Weg zunächst in ein kleines Paradies an der Atlantikküste: Punta del Diablo. Schon der Name klingt verheißungsvoll. Nach über einem Monat traf ich dort endlich wieder Finja und Majvi, meine zwei liebsten Wegbegleiterinnen in diesem Jahr.
Wir hatten uns für ein super cooles Hostel entschieden, mit Pool und jeder Menge entspannter Menschen aus aller Welt, darunter überraschenderweise auch Deutsche. Die Stimmung war herrlich, Sonne satt, Surfbretter in der Ecke, Musik aus den Lautsprechern. Die Surfstunden bei unserem humorvollen Surflehrer, der sich irgendwann kaputtlachte, aber auch ein bisschen beschwerte, weil wir offenbar mehr redeten als paddelten, waren ein Highlight. Weniger spaßig war allerdings mein ambitionierter Mittagsschlaf in der prallen Sonne, der mir prompt einen beeindruckenden Sonnenbrand einbrachte.
die Surfgang.
Wellenreiter.
Surfcoach Fabrin.
Poolvolleyball.
Der letzte Abend in Punta war nochmal richtig magisch, das ganze Hostel inklusive Mitarbeitenden zog gemeinsam los, erst in eine Bar bzw. Club. Wir mixten uns selbstgemachte Piña Coladas, tanzten, lachten und sprangen nach dem Feiern noch mitten in der Nacht zurück in den Pool. Diese Nächte vergisst man nicht.
Hostelbande und Piña.
Zwischen Trommeln und Tanz – Karneval in Uruguay
Wieder zurück in Montevideo kehrte langsam der Alltag ein, aber nicht für lange. Denn es war Karnevalszeit! Anders als der klassische Karneval in Deutschland wird in Uruguay vor allem ein ganz besonderer Teil gefeiert, die „Llamadas“, ein Straßenumzug voller Trommeln, Tanz und Geschichte.
Die Llamadas sind tief verwurzelt in der afro-uruguayischen Kultur. Im Mittelpunkt steht der Candombe, ein Trommelrhythmus mit afrikanischen Wurzeln, der von den Nachfahren versklavter Menschen gepflegt wird. Es ist mehr als nur Musik, es ist ein kulturelles Erbe, ein Widerstand gegen das Vergessen.
Tänzerin.
Wir.
Candombe.
Wir mischten uns mitten ins bunte Treiben, bemalte Gesichter, freizügig gekleidete Tänzerinnen mit beeindruckenden Kostümen, riesige Trommelgruppen, die in einem fast Trance artigen Rhythmus durch die Straßen zogen. Die Energie war elektrisierend, der Stolz der Menschen greifbar. Montevideo bebteund wir mittendrin.
Zurück ins Projekt: Kinderlachen und Kuchenkrümel
Mit dem Ende des Januars öffnete auch das CAIF-Zentrum wieder, die Kindertagesstätte, in der ich arbeite. Die erste Woche war eher ruhig: Vorbereitung, Reinigungsaktionen, Spielzeuge zählen, dekorieren. Aber dann, endlich: Die Kinder kamen zurück. Es war, als würde das ganze Haus aufatmen.
loco express.
Peñarol.
Kisten.
Es war schön, viele bekannte Gesichter wiederzusehen, aber auch spannend, neue Kinder kennenzulernen. Es wurde gespielt, gelacht, laut getobt. Und natürlich gab’s Kuchen. Viel Kuchen. Das Lachen der Kinder und ihre Offenheit sind jedes Mal aufs Neue ein Geschenk.
Zwischenseminar in Baradero – Freude, Frust und Flaggenjagd
Mitte Februar bedeutete Halbzeit. Und damit Zeit für das Zwischenseminar, ein fester Bestandteil unseres Freiwilligendienstes. Gemeinsam mit allen anderen Freiwilligen aus der Region ging’s nach Baradero, ein kleines Stück außerhalb von Buenos Aires. Die Anreise mit dem Bus war lang, aber voller Vorfreude.
Busfahrt.
Das Haus in Baradero war der Wahnsinn, groß, offen, mit riesigem Garten, Platz zum Fußball- und Volleyballspielen und einem Pool, der bei der argentinischen Sommerhitze mehr als willkommen war. Die Freude über das Wiedersehen mit allen anderen war riesig. Doch schon am ersten Abend kam der Dämpfer. Mein Handy war weg.
Ich suchte überall. Mit dem MacBook, das ich zufällig dabei hatte, versuchte ich es zu orten, ohne Erfolg. Ich konnte mich nur erinnern, es zuletzt im Bus gehabt zu haben. Gemeinsam mit Peter von der IERP kontaktierten wir den Busfahrer. Zuerst Fehlanzeige, dann, zwei Tage später, die Erleichterung, er hatte es doch gefunden! Ich war überglücklich, verbrachte die Woche trotzdem ohne Handy, da der Bus schon zurück in BA war. Rückblickend: ein kleiner Social Media Detox, der sogar ganz gutgetan hat.
Die Woche in Baradero war gefüllt mit intensiven Gesprächen, Austausch über unsere Projekte, viel Reflexion. Wir arbeiteten in kleinen Gruppen, diskutierten über Sicherheit, Herausforderungen im Alltag und unsere Rolle in den jeweiligen Projekten.
Ein ganz besonderer Tag war der „Donnerstag in Schwarz“ – alle trugen schwarze Kleidung, wir sprachen über gesellschaftliche Ungerechtigkeit, Kolonialismus, Diskriminierung. Dieser Tag soll zum Nachdenken anregen, zum Innehalten. Er war emotional, aber wichtig.
Pool.
chiller.
doppeltes Lottchen überkopf.
Donnerstag in schwarz.
Abends wurde es wieder gemütlich, Kartenspiele, Bierchen, Gespräche unter Sternenhimmel, Pool-Action. Am letzten Nachmittag spielten wir alle gemeinsam Capture the Flag, ein Geländespiel, bei dem zwei Teams versuchen, die gegnerische Fahne zu stehlen und ins eigene Lager zu bringen. Es war wild, schweißtreibend und verdammt lustig. Und mein Team hat gewonnen. Just saying.
Miaaa.
Sonnenuntergang und Sieg.
Von Buenos Aires zurück nach Montevideo
Nach dem Seminar gönnten wir uns noch ein paar Tage in Buenos Aires, bummelten durch San Telmo, über die berühmte Feria, trafen andere Freiwillige, die dort leben, und ließen die Erlebnisse in der Hauptstadt langsam ausklingen.
Obelisk.
Messi getroffen.
Chinatown.
Zurück in Montevideo wartete schon das nächste Event: Der 8. März, Internationaler Frauentag. In Montevideo bedeutet das Demo. Zehntausende Menschen zogen durch die Straßen, alles in Lila, mit lauter Musik, Parolen, Reden. Auch wir waren dabei, gemeinsam mit Kira, einer ehemaligen Freiwilligen, die uns gerade besuchte. Es war ein starkes, bewegendes Erlebnis, ein echtes Statement.
Demo.
Nostalgie.
mi cuerpo!
Kira zu besuch.
Neues Zimmer, neues Glück – oder doch nicht ganz?
Mit dem Abschied von Belkis, einer regionalen Freiwilligen, wurde in unserer WG ein Zimmer frei. Das hieß Umzugszeit! Majvi zog in das kleinere Zimmer nebenan. Wir schleiften Möbel durch den Flur, tanzten zur Musik, rutschten auf Matratzen die Treppe runter, es war chaotisch und lustig zugleich. Majvi hatte jetzt ihr eigenes Reich, während Finja und ich wieder etwas mehr Platz hatten. Trotzdem blieb unser Zimmer der gemeinsame Treffpunkt, zum Reden, Quatschen, Lachen, denn Majvi bekam einen Platz in From eines Sessels.
betten schleppen.
wollte ich Schin immer mal machen.
Cabo Polonio – Sonnenstich inklusive
An einem freien Wochenende stand unser nächster Trip an; Cabo Polonio. Ein winziges Hippie-Fischerdorf, nur mit speziellen Trucks erreichbar, keine Autos, kein Strom, kein Internet, ein echtes Aussteigeridyll.
Die Fahrt über die Sanddünen war holprig, aber ein Riesenspaß. Im Dorf selbst: absolute Ruhe, Natur pur. Wir verbrachten den ganzen Tag am Strand, genossen die Weite und das Meeresrauschen. Abends kochten wir einfache Nudeln mit Mais-Tomatensoße und planten den Sonnenaufgang am nächsten Morgen, doch daraus wurde nichts. Ich hatte mir am Strand einen Sonnenstich eingefangen.
Camioneta.
Stand.
Sonne unter.
Glücklich.
Abendessen.
Gitarre und Lagerfeuer.
Die Nacht verbrachte ich größtenteils über der Kloschüssel, begleitet von Maiskörnern und einem flauen Magen. Keine romantische Morgendämmerung für mich. Der nächste Tag war ein Mix aus Erholung und Spaziergang zum Leuchtturm zum Aufatmen. Danach gab es endlich wieder was in den Magen und noch eine improvisierte Kopfbedeckung aus einem Tuch dazu (Danke Majvi!). Die Rückfahrt im Truck war für meinen Magen nochmal eine Mutprobe, aber ich hab’s überlebt, grade so.
Leuchtender Turm.
Sonnenschutz.
Lecker.
Cocktails.
Und jetzt?
Langsam nähert sich der Sommer dem Ende, und auch mein Freiwilligendienst rückt Woche für Woche weiter voran. Nach all den Erlebnissen von Sonnenuntergängen (und -stichen), Kinderlachen, Workshops und WG-Umzügen, fühlt sich Uruguay inzwischen nicht mehr wie ein entferntes Projekt an, sondern wie ein zweites Zuhause. Die Wege zur Arbeit, das Geräusch der Trommeln in der Ferne, das abendliche Quatschen mit Finja und Majvi, all das ist Alltag geworden. Ein ziemlich besonderer Alltag.
Was mir dieses Jahr bisher gezeigt hat? Dass man sich oft in Momenten wiederfindet, die man nicht planen kann; in chaotischen Nächten, in tränenreichen oder tränenlachenden Gesprächen, in überraschender Freundschaft oder auch in Stille, die sich nach Zuhause anfühlt.
Der Weg geht weiter, auch wenn schon mehr als die Hälfte des Jahres vorbei ist. Was noch kommt, weiß ich nicht , aber ich weiß, dass ich offen dafür bin, offen für mehr Geschichten, mehr Sonne (dann vielleicht mit Hut) und mehr Leben.
Viel passiert in letzter Zeit. Das beschreibt die vergangen Monate wahrscheinlich am besten. Es gab alles mögliche an Erlebnissen denn das Jahr neigte sich dem Ende, Weihnachten stand vor der Tür und mein Projekt würde bald für fast einen Monat schließen, was auch heißt, dass danach neue Kinder kommen würden, was für mich Abschied nehmen hieß. Im Urlaub waren wir auch noch, denn Wochenenden sind für Trips da und es gab schon wieder Tierischen Besuch, aber am besten lest einfach selbst.
Schon seit wir hier sind sagen Kollegen und Bekannte uns, wir sollten mal nach Punta del Este, eine zwar touristische aber sehr schöne Stadt, im Nordosten von Montevideo, gehen. Wie gesagt so getan dachten wir uns, also buchten wir uns über ein verlängertes Wochenende einfach einen Bus, packten unsere Sachen und los ging’s. Die Stadt liegt ca. zwei Stunden von unserem Zuhause entfernt und man fährt so ziemlich nur durch die Pampa, wo man ab und zu, vereinzelt kleine Dörfer oder mal eine Wiese mit Pferden oder Kühen sieht, viel mehr gibt es dazwischen nicht. Als wir an einem sehr sonnig, warmen Morgen Anfang September ankamen mussten wir natürlich erstmal an den Stand, wo wir frühstückten und Mate trunken. Danach legten wir noch einen kleinen power nap ein, um danach mit voller Energie die Stadt erkunden zu können. Wir wanderten die Promenade entlang, guckten Surfern zu und und entdeckten „La mano de Punta del Este“ das ist eine Skulptur einer Hand, die aus dem Sand ragt. Danach gab es dann noch was zu essen und dann vielen wir auch schon tot ins Bett und schliefen aus.
immer eincremen!
Frühstück am Stand.
gute Nacht.
Superman vor der Hand von Punta del Este.
Ein erlebnisreicher Tag lag vor uns, denn außer ein wenig Zeit am Stand zu verbringen, kam es, dass wir vier Seelöwen aus nächster Nähe beobachten konnten, die sich am Hafen getroffen hatten und ein wenig tobten und spielten. Nach diesem Anblick wanderten wir noch weiter, an einem Leuchtturm vorbei, zu einer Steinküste, wo der „Río de la Plata“ und der Atlantik aufeinander treffen.
Süßiis.
Wowwww.
Rio de la Plata & Atlantik
Als wir nach diesem Wochenende Nachhause kamen wartete auch schon wieder tierischer Besuch auf uns, denn in unserem Schrank war eine Maus eingezogen, die sich von uns durchfüttern ließ und sich ein Bett in einer Tüte Mais gebaut hatte. Wir mussten diesen ungebetenen Gast, so süß er auch war, irgendwie loswerden. Wir versuchten den Mäuserich während er schlief zu Überrachen und ihn mithilfe eines Topfes einzufangen, jedoch scheitete dieser Versuch, denn wir waren zu langsam, oder die Maus war zu schnell und er versuchte zu entkommen, was wir natürlich nicht zulassen konnten. Meine Mitbewohnerin hielt die Maus unter dem Topf fest, jedoch schaffte sie es ihren Kopf durch eine Lücke zu stecken und damit hat sie sich leider selbst keinen gefallen getan, denn sie Starb durch diese Aktion. Wir hatten zwar keinen Schrankbesetzer mehr, aber es war nicht unsere Absicht das Tier so loszuwerden. Ruhe in Frieden kleine Maus.
Mein Alltag im Projekt hatte sich gefestigt und ich konnte, neben dem täglichen spielen und helfen beim essen, auch immer mehr selbst mitgestalten, wie zum Beispiel bei Bastelaktionen oder neuen Spielideen. Ich wechselte Vormittags auch ab und zu die Gruppen, um in alle Altersgruppen mal reinzuschauen und die Kinder kennenzulernen. Die Kinder nahmen mich immer herzlich in ihre Spiele auf und einmal hatte ich sogar das Glück, ein Haustier, welches eines der Kinder mitbrachte Kennenzulernen. Die Nachmittage hielt ich mich eigentlich immer in der Gruppe der dreijährigen auf, wo ich seit August auch täglich die meiste Zeit verbracht hatte. Die Kinder waren mir echt ans Herz gewachsen.
dibujamos!
Pompita das Kaninchen.
Die Weihnachtszeit näherte sich und somit leider auch der Abschied einiger Kinder, denn die Ältesten werden im nächsten Jahr nicht mehr ins CAIF kommen, sondern in eine Art Vorschule gehen. Es gab Feste, Spiele, Geschenke, Umarmungen und einen sehr sehr süßen Kuchen. Dann hieß es auch schon auf wieder sehen. Ich war schon ein bisschen traurig, im nächsten Jahr nicht mehr in meiner kleinen süßen Gruppe sein zu können, aber natürlich auch ziemlich froh, denn für mich hieß der Abschied auch Urlaub, denn bis Februar würde mein Projekt schließen und sozusagen eine Sommerpause machen. Auch komisch, eine Sommerpause mitten im Winter. (zumindest ist die Weihnachtszeit für mich Winter)
Erdbeerzeit ist meine Lieblingszeit.
Zucker mit mehr Zucker.
Wo wir auch schon beim Thema sind, denn während draußen über dreißig Grad Celsius sind, rückt das Weihnachtsfest immer näher. Für uns war das sehr komisch, denn normalerweise sitzt man zu dieser Zeit zuhause schön eingekuschelt auf dem Sofa, trinkt Kakao, backt Plätzchen und guckt einen Weihnachtsfilm oder man geht auf den Weihnachtsmarkt und trinkt Glühwein und isst gebrannte Mandeln.
Glühliii.
Ich chill..
die anderen bauen auf.
in der Weihnachtsbäckerei.
Ohhh Tannenbaum.
Lecker lecker.
Das sollte dieses Jahr alles ganz anders sein, denn statt Schlittschuh laufen und Schneemann bauen lagen wir am Stand, sonnten uns und platschten im Wasser. Komische Zeit. Trotzdem versuchten wir uns etwas Weihnachtlich zu stimmen und ein wenig Tradition von Zuhause hier nach Uruguay zu holen. Wir backten Plätzchen und machten Glühwein selber (zumindest probieren wir es) und gingen damit auf den „Weihnachtsmarkt“ der hier „Feria de Navidad“ genannt wird, aber mit einem Weihnachtsmarkt, den wir kennen nicht viel zutun hat. Wir besorgten uns auch einen Weihnachtsbaum, denn ein echter Tannenbaum gehört nunmal einfach dazu, jedoch mussten wir nach langer suche doch auf einen künstlichen Baum zurück greifen, da es hier einfach nirgends einen richtigen Baum zu finden gab. Wir bastelten Deko und eine Krippe und bereiteten ein Weihnachtsessen vor; dieses Jahr Asado, nicht wie sonst jedes Jahr Ente.
Weihnachten in guter Gesellschaft.
Booommm.
Wir feierten das Fest als WG und luden noch zwei andere junge Menschen zu uns ein, die mit einer unserer Mitbewohnerin zusammenarbeiten. So waren wir eine bunte Truppe aus vier verschieden Ländern mit vier unterschiedlichen Traditionen und tauschten uns den ganzen Abend darüber aus, wie Weihnachten in den jeweiligen Heimatländern gefeiert wird. Um kurz vor null Uhr zogen wir uns an und gingen auf die Straße, denn hier wird in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember mit Feuerwerk und Lichtershows gefeiert, währen der Weihnachtsmann in der Zwischenzeit, wo alle draußen sind und das Spektakel am Himmel beobachten, unbemerkt die Geschenke unter den Baum legt. Auch wir fanden ein paar kleine Geschenke der Wg-Mitbewohner unter unserem Tannenbaum, aber zuerst beobachteten ganz gespannt das Feuerwerk, in dieser warmen Nacht und danach ging es für eine Abkühlung noch kurz ins Meer.
So ein Weihnachtsfest hatte ich wirklich noch nie.
Vor 2 Monaten habe ich meine Sachen gepackt, mich von meiner Familie am Bahnhof verabschiedet und mich auf den Weg nach Buenos Aires gemacht, es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, obwohl schon so viel passiert ist. Wir habe einen Argentinischen Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele im Segeln getroffen, haben einen Heiratsantrag bekommen, sind in einen brasilianischen Tanzkurs gelandet und hatten eine Ratte im Ofen. Aber erstmal alles auf Anfang.
Mit Sack und Pack standen Emi und ich nach einer langen Zugfahrt am Frankfurter Flughafen und wir fühlten uns als wären wir schon in den Subtropen angekommen, so heiß und feucht war die Luft dort. Wir machten uns schwitzend auf den Weg unser Gepäck abzugeben und setzten uns ans Gate. Die Zeit bis zum Boarding verging wie im Flug, da sich immer mehr Freiwillige der IERP versammelten und wir uns alle schonmal ein bisschen kennenlernten.
Abflug.
Jetzt saßen wir also endlich im Flieger und es sollte wirklich losgehen. Erschöpft vom Tag schlief ich im Flugzeug auch direkt nach dem Essen ein und habe mit wenigen Unterbrechungen auch fast bis zur Landung durchgeschlafen. Als wir es alle ohne Probleme durch die Passkontrolle geschafft hatten, wurden wir abgeholt und in unsere Unterkunft für die nächsten zwei Wochen gebracht.
Besser als gedacht.
Lichterloh.
Zuvor sahen wir am Flughafen jedoch, wie sich Leute versammelten und begannen zu klatschen. Wir gingen nähr heran und sahen, dass es sich um einen jungen Mann handelt, der gerade von den Olympischen Spielen aus Paris zurückkehrte, denn er trug eine Silbermedaille um den Hals. Wir fragten die Leute, die sich um den Sportler versammelten und fanden heraus, dass er im Segeln die Medaille für Argentinien gewinnen konnte. Gefecht und beeindruckt von der ersten Begegnung mit der Argentinischen Sportkultur fielen wir müde ins Bett. Am nächsten Tag starteten wir dann auch schon in unser Seminar.
Star getroffen.
In den zwei Wochen besprachen wir Themen wie den historischen Hintergrund der Kultur, Gender und Sexualität, Psychische Gesundheit und vieles mehr. Außerdem fand ein Spanisch Kurs statt und wir besuchten Museen. Es war auch möglich ein Projekt in Buenos Aires zu besuchen, in denen einige Freiwillige später arbeiten würden. In unserer Freizeit erkundeten wir noch ein wenig die Stadt. Es war eine sehr intensive Zeit, in der wir nochmal viel gelernt haben.
Obelisco de Buenos Aires.
Hallo Argentinien.
Mate.
Sprachkurs..
Und dann sollte es auch schon losgehen. Nach einem langen Nachmittag am Bahnhof, saßen wir dann endlich im Bus auf dem Weg nach Montevideo. Bei der Passkontrolle hatte ich dann nochmal kurz Angst, dass ich doch noch länger in Argentinien bleiben muss, denn nachdem die Frau am Schalter bei allen anderen das Visum in den Pass gestempelt hat, nahm sie meinen Pass und lief damit in ein anderes Gebäude. Nach einigen Minuten kam sie zum Glück mit meinem Reisepass zurück und auch ich bekam mein Visum. Es ist also doch nochmal alles gut gegangen und wir konnten ohne Probleme weiterfahren.
Um 5 Uhr Morgens kamen wir dann in Montevideo an, wurden vom Bahnhof abgeholt und in unser neues Zuhause gebracht. Wir frühstückten in der Kirche direkt neben unserem zukünftigen Zuhause, jedoch konnten wir noch nicht sofort in unser Haus, weshalb wir erstmal noch 2 Stunden auf den Kirchbänken schliefen. Endlich in unserm Zimmer angekommen, packten wir aus und wollten eigentlich nochmal ein bisschen schlafen, bevor wir nachmittags abgeholt werden sollten, um die wichtigsten Sachen wie eine SIM-Karte oder Busfahrkarte zu besorgen, aber an Schlaf war nicht zu denken, denn dafür war alles viel zu neu und aufregend. Es war garnicht zu glauben und fühlte sich an, als würde ich das alles nur träumen.
Wir erfuhren außerdem, dass wir nicht nur zu 7. in dem Haus wohnten, sondern noch einen tierischen Mitbewohner hatten, denn eine Ratte hatte sich unseren Ofen als ihr neues Zuhause ausgesucht.
Übernachtungsparty in der Kirche.
Am nächsten Tag stand ich um 6 Uhr morgens auf, denn heute sollte mein erster Tag im Projekt sein. Belkis, unsere Mitbewohnerin aus Argentinien, zeigte mir wie ich mit dem Bus zum Projekt komme. Dort angekommen erwartete uns schon der Pastor, die Chefin des Kindergartens und einige Erzieher. Sie zeigten mir alles und erklärten mir das Wichtigste und dann ging es auch schon los. An diesem ersten Tag war ich bei den 1 jährigen Kindern, denn die Erzieherin dort ist die Einzige, die Englisch spricht. Den restlichen Tag verbrachte ich dann mit Spielen und damit, die ganzen neuen Dinge zu verarbeiten.
Der zweite Tag war dann nochmal viel intensiver, denn ab jetzt war ich in der Gruppe der 3 Jährigen, die ältesten Kinder im Projekt. Die Kinder waren sofort begeistert und texteten mich zu, denn die meisten können schon sehr gut sprechen. Ich wusste garnicht, wie mir gescheit und verstand fast nichts. Auch die Erzieherin sprach nur Spanisch, natürlich versuchte sie sehr langsam und in einfachen Worten zu sprechen, damit ich sie verstand, denn sie wusste, dass mein Spanisch noch ziemlich ausbaufähig ist, die Kinder jedoch begriffen das nicht, da sie es einfach nicht kannten, dass jemand nicht ihr Sprache spricht.
Lesestunde.
Fee.
Ein Karton und alle glücklich.
Huiiii.
Am Ende des Tages tat mir der Kopf ziemlich weh, denn es ist sehr anstrengend, wenn man den ganzen Tag eine Sprache hört, die man nicht versteht und sehr viel nachdenken muss, um irgendwie zu antworten. Ich fiel nach diesem Tag also direkt ins Bett und schlief fest ein. Am nächsten Tag sollte dann unsere Ratte ausziehen, denn der Kammerjäger kam zu uns und nahm die Ratte samt Ofen mit, denn dieser war nicht mehr zu benutzen, da unser Haustier es sich dort etwas zu bequem gemacht hatte. Wir standen also erstmal ohne Ofen da. Nach wenigen Tagen gab es dann aber zum Glück einen neuen.
Mittlerweile hat sich das Ganze gut eingependelt. Ich verstehe immer mehr und kann auch mal auf Fragen antworten. Die ersten Wochen war ich trotzdem immer sehr erschöpft und bin sofort nach der Arbeit ins Bett gegangen und auch am Wochenende habe ich so ziemlich nur geschlafen und war vielleicht nochmal am Strand spazieren, aber das war es dann auch. Nach einiger Zeit war ich dann aber immer motivierter auch mal was zu unternehmen so kam es, dass wir neue Leute kennenlernten und auch mal ein bisschen was von Montevideo sehen konnten. Wir trafen in unserer Kirche eine nette junge Frau, welche uns spontan zu einer Forró Tanzstunde (ein brasilianischer Volkstanz) mitgenommen hat. Obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich mache und nichts so aussah, wie es aussehen sollte, hatte ich jede menge Spaß und hab sehr viel gelacht.
Strandabendteuer.
Cozy.
Vogelperspektive. .
Neben der Arbeit im Projekt und dem Entdecken der Stadt, waren wir auch schon einmal Feiern, wo wir dann auch direkt eine neue Freundin kennenlernten. Das Interessante ist jedoch, wie wir sie kennenlernten. Kaum waren wir im Club kam eine Gruppe von Leute auf uns zu und fragte woher wir kommen, denn sie hatten uns offenbar Deutsch reden hören. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns eine Weile. Irgendwann gingen wir dann wieder unseren eigenen Weg in den Außenbereich. Ein junger Mann kam jedoch mit uns mit nach Draußen und sagte, er fände uns alle total hübsch und sei verliebt und ehe wir uns versahen ging er mitten im Club auf die Knie und fragte „Do you want to marry me?“ Wir waren natürlich total verwirrt und lehnten dankend ab. Zwei Mädchen bekamen das mit und nahmen uns wieder mit nach Drinnen. Wir verbrachten dann den ganzen restlichen Abend mit ihnen und trafen uns auch die Wochen danach immer mal wieder, um gemeinsam was zu unternehmen. So fanden wir also unsere ersten neuen Freunde.
Die Eingewöhnung geht zu Ende und so langsam beginnen wir Anzukommen. Vor uns liegen noch viele Abendteuer und ich bin gespannt auf das, was kommen wird.
Hallo lieben Freunde der
weiten Welt, ich grüße euch aus dem weiten Argentinien,
Heute
ist der 11.November, und 3 Monate ist es her, dass ich Argentinien mein neues
Zuhause nennen darf. Langsam, aber sicher lebe ich mich ein und auch mein
Arbeitsalltag geht mir jeden Tag leichter von der Hand. In diesem Bericht gebe
ich euch einen kleinen Einblick in meine kleine argentinische Welt.
Mein normaler Arbeitsalltag, fängt mit dem
wunderschönen klingeln meines Weckers an, der mich aus dem Land der Träume herausholt,
um genau 6:30 Uhr. Nach einer kurzen Morgenroutine, essen meine Mitbewohnerin
Joya und ich noch kurz Frühstück und machen uns schon auf dem Weg zur
Bushaltestelle. Dieser lässt manchmal lange auf sich warten, ein gutes Zeichen ist,
wenn an der Ecke, wo der Bus hält, noch Leute stehen. Dann kann man sich sicher
sein, dass er noch nicht gekommen ist. Nachdem man ein Bus erwischt hat, geht
alles ganz schnell. Ein Paar Unebenheiten auf der Straße sind im Bus lebendig spürbar,
sowie jede Bremsung vom Bus, die einem fast gegen die Fenster klatschen lassen.
Nach 10-15 min., erreiche ich meine Haltestelle und steige mit vielen Schülern
und Kindergartenkinder aus. Zum Projekt muss ich noch zwei Quadras
(Ecken) bis ich an ,,El Arca de los Ninos´´ angekommen bin. Der Kindergarten
ist sehr einladend mit seiner Lianen Hauswand, die man aus der Ferne schon erkennt.
Doch, bevor der Kindergarten geöffnet wird setzten sich die Maestras (Lehrerinnen)
in der Küche zusammen und reden über die Ereignisse, die am Wochenende
geschehen sind und über dies und jenes. Der Mate dabei kann nicht fehlen. Dabei
gibt es die bittere Variante und die Süße, ich tendiere zur Süßen Variante.
Kindergarten ,,El Arca del los Niños´´
Um 8 Uhr werden die Tore geöffnet und die Kinder strömen voller Energie die Gänge lang zu ihren Räumen. Mein Raum heißt Sala Rosa und beherbergt die 3-Jährigen des Kindergartens, dann haben wir noch Sala Celeste, die 4-Jährigen und Sala Verde die 5-Jährigen. Nach dem Ankommen der Kinder, wird noch kurz gespielt. Jeden Morgen gibt es eine Begrüßungsrunde aller Salas mit Liedern, bei denen die Kinder, Maestras und auch wir Freiwillige begrüßt werden. Auch werden der argentinische Flagge Lieder gewidmet und der Sonnengruß, wo sich die Kinder Kostüme anziehen und an den Händen gehalten im Kreis tanzen und die Sonne grüßen, gesungen. Bei mir sind die Lieder ganz schnell zu einem Ohrwurm geworden, die nicht so einfach loszuwerden sind. ?
Nach der Begrüßungsrunde
fängt der Arbeitstag erst richtig an. Das Frühstück besteht meistens aus „Yo
quiero mas“ (Ich will mehr), „Mas, Mas“ (Mehr, Mehr) oder „No quiero mas“ (Ich
will nicht mehr). Mit meinen zwei Händen versuche ich jedem Wunsch der kleinen
Nachzukommen, was nicht immer funktioniert, aber ich versuch mein bestes.
Nach
dem Frühstück wird eine kleine Gruppenrunde gemacht und über das aktuelle Thema
besprochen, worüber der Monat handelt. Im Monat August ging es um Kochen, dort
kamen immer Eltern von den Kindern, um mit ihnen bestimmte Backrezepte zu
machen. Wir haben verschiedenes gemacht, von Plätzchen über Trüffel und
Obstsalat war alles dabei. Auch wurde der Frühlingsanfang bunt gefeiert, dort
haben wir Blumenbilder, Schmetterlinge und Sonnen gemalt und gebastelt.
Kinder beim Plätzchen Taller
Im September hatten wir das
Pflanzen-Projekt dort haben wir über die Pflanzen in unsere Umgebung geredet
und über wie wir Pflanzen sehen. Erstmals haben wir die Kinder nach den Pflanzen
gefragt, die sie kennen. Dann haben wir uns langsam vorgetastet und gelernt was
Pflanzen brauchen: Luft, Wasser, Sauerstoff und das Sonnenlicht. Außerdem die
einzelnen Teile der Pflanze und zum Schluss haben wir in selbstgemalten Dosen, Samen
gepflanzt.
Das Thema des Monats Oktober, fand ich mit am beeindruckendsten, „Sala Rosa se vuelven artistas“ (Raum Rosa werden zu Künstlern). Wir haben über verschiede Künstler gelernt wie, Frida Kahlo, Emilio Pettoruti oder Jackson Pollock. Auch haben wir die Maltechniken gelernt und selbst angewendet, beispielsweise hat Jackson Pollock eine Spritztechnik verwendet, oder haben wir uns Selbst porträtiert so wie Frida Kahlo. Die Kinder haben aber nicht nur die Maltechniken gelernt, sondern auch über das Leben des Künstlers. Am Monatsende gab es auch eine Muestra (Ausstellung) von den gesamten Werken die, die Kinder gemalt haben.
Muestra de la Sala Rosa
Es war sehr schön alles im Gesamtbild
zu sehen, erstens für die Kinder und Eltern, jedoch auch für mich als
Freiwillige, teil von diesem Projekt zu sein. Jedoch muss ich sagen, wenn ich
mich an meine Kindergartenzeit zurückerinnere, muss ich sagen das ich noch
nicht so weit war, wie die jetzigen 3-Jährigen. Ich glaube ich wäre mit 3
Jahren maßlos überfordert gewesen solche Sachen zu lernen. Das hat mich schon sehr
beeindruck, da ich in den Kindergarten kam und so etwas nicht erwartet hatte.
Kommen wir wieder zurück zu dem
Alltag. Nach der kleinen Gruppenrunde, sind wie beschrieben die verschiede Tallers
(Projekte) dran. Abgesehen von den Monatsprojekten, gibt es zum Beispiel am
Montag meistens Musik mit Maruka (eine Maestra) oder am Mittwoche gehen wir in
den Sum und spielen mit großen, bunten Schaumstoffblöcken, dort haben die
Kinder die Möglichkeit sich richtig auszutoben. Auch gehen wir oft auf den Patio
(Hof), damit die Kinder auch mal an die frische Luft kommen.
Der Patio (Innenhof)
Die Zeit verfliegt im Kindergarten und eh ich mich versehen habe, ist es auch schon 12 Uhr und es ist Mittagessenszeit. Vor dem Essen werden immer Lieder gesungen, um die Kinder zu beruhigen und sie auf das bevorstehende aufmerksam zu machen. Es gibt, meiner Meinung nach super leckeres Essen, welches von der Köchin Moni zubereitet wird. Anschließend wird die Siesta (Mittagsschlaf) gehalten, wo wir den Kindern beim einschlafen helfen. Wenn es dann alle mal in das Land der Träume geschafft haben, können wir auch aufatmen und auch einen kurzen Power Nap halten. Danach die Zeit wird genutzt, um Aktivitäten vorzubereiten, aufzuräumen oder einfach um bei einem Mate zu charlar (Quatschen). Die Kinder werden dann ab 15 Uhr geweckt oder sie wachen selbst auf, von da an geht der Nachmittag schnell. Es gibt noch eine Merienda (Nachmittagssnack) und die letzten Sachen werden in die Mochilas (Rucksäcke) gepackt. Danach geht es für die Kinder schon nachhause und der Tag wird mit einem Lied noch beendet. Um 16 Uhr geht es dann auch für mich Heim. Meistens sehr müde und erschöpft, aber auch sehr glücklich.
Gemälde auf dem Patio, mit Flaschendeckeln gemacht
Manchmal gehe ich auch mit
meinem Mitfreiwilligen Jonathan in die Stadt, um paar Erledigungen zu machen,
wo wir uns auch über unsere Arbeit austauschen. Was ich sehr gut finde, da man
am Anfang sich noch einfinden musste und nicht genau wusste ab das eigene Verhalten
gegenüber den Kindern richtig war. Da ist es wichtig, bestärkt zu werden, dass
es so wie man es macht okay ist.
Was ich auch noch berichten
will sind die Regentage im Kindergarten, dass sind die einzigen Tage wo weniger
Kinder kommen. Dann sieht der Himmel nicht mehr so blau aus und die Straßen
verwandelt sich in Flüsse. Für viele Familien ist es deswegen schwer bei Regen
in den Kindergarten zukommen, da viele kein Auto besitzen und die Straßen in
einem nicht passierbaren Zustand sind. An solchen Tagen werden die 3 Gruppen zusammengelegt
und es gibt keine richtige Struktur. Normalerweise sind in meiner Gruppe immer ungefähr
20 Kinder da, doch wenn die dunklen Wolken den Himmel verdecken, kommen vielleicht,
wenn es gut läuft 2 oder 3 Kinder. Da steht auch die Stadt gefühlt still und die Straßen sind wie ausgestorben. Aber die sonnigen Tage sind am schönsten.
So
wie jeder Freiwillige, träume auch ich von wunderschönen Ausflügen und
aufregenden Reisen. Mit meiner Mitbewohnerin reden wir aufgeregt von den schönen
Orten die man hier besuchen kann. Einen genauen plan für den Januar Urlaub
haben wir aber noch nicht, doch das wird sich schon ergeben, da bin ich
optimistisch gestimmt. Bei einem verlängertem Wochenende bin ich mit meinen drei
weiteren Freiwilligen hier in Quilmes nach Cordoba gefahren. Dort haben wir die
andren Freiwilligen getroffen und auch bisschen Touri durch die Stadt gemacht.
Für die Zukunft will ich in die Umgebung von Cordoba gehen, dort soll es schöne
Landschaften geben.
Cordoba
Was
ich mir aber immer klar werden muss, ist das ich gerade in einer 13 Millionen
Stadt bin, nämlich in Argentinien, Buenos Aires und ich hier für ein Jahr leben
werde. In manchen Momenten kommt mir das so unrealistisch vor das ich wirklich
hier bin. Doch die Entscheidung getroffen zu haben diesen Schritt zu wagen und
ein FSJ zu machen, in einem Fremden Land ist einfach unglaublich. Ich freue
mich auf die weitern 9 Monate hier und dieses unglaubliche Land bessere kennenzulernen,
sowie seine Kultur und alles andere was es mit sich bringt.
Heute ist der 11. September, und ein Monat ist es her, dass ich nach langem Warten und vielen Vorbereitungen in den Flieger gestiegen bin, um meine Reise nach Argentinien anzutreten. Meine Ankunft in Buenos Aires war gut, schön und ich war nach dem Flug auch bisschen müde.
Wir wurden dann in WGs eingeteilt, für die Zeit der Capacitacion, je nachdem, wo wir in Argentinien unseren Freiwilligendienst absolvieren. Meine WG hieß Yerbal und war mit 11 Personen im Vergleich zu den anderen recht klein, doch dadurch war es auch viel familiärer und unsere täglichen Abendessen-Runden waren auch immer sehr lustig 🙂 . Doch unsere WG war auch eine kleine Baustelle, am Anfang war es ,,zwar nur “, dass wir kein warmes Wasser hatten, doch dann folgte, dass der Boiler in der Küche anfing zu zischen und Wasser raustropfte. Daraufhin mussten wir den Haupthahn zudrehen, dass hieß kein Wasser. Kein Wasser, keine Dusche, keine Klospülung… . Tja, dass war auch noch zu ertragen, doch dann wollten wir am nächsten Morgen das Haus verlassen, das ging natürlich auch nicht, da das Schloss kaputt war. Weder nach links noch nach rechts drehen hat geholfen, also haben alle mal probiert, doch das hat auch nichts geholfen. Also haben wir gewartet bis der Schlüsseldienst kam, in dieser Zwischenzeit haben wir in unserer Wohnung Kniffel gespielt. Irgendwie musste ja unsere Zeit in dem eingeschlossenem Gebäude ja vergehen. Doch wir haben es mit kleiner Verspätung dann doch noch zum Seminar geschafft. Ahh, aber eine Sache war dann doch noch, von den 3 Schlüsseln, die wir bekommen hatten war nach 1 Woche nur noch 2 Schlüssel vorhanden. Aber am Ende haben wir auch dieses Problem auf die Reihe bekommen.
Unser Alltag war immer sehr unterhaltsam und die Abenteuer, die wir alleine in unserer WG erlebt haben, geben ein gutes OMEN zu dem kommendem Jahr. Was immer hilft ist: Nimm alles mit Gelassenheit und Humor, sich darüber zu ärgern, hätte sowieso nichts gebracht. Aber auch die Capacitacion neigte sich dem Ende zu und wir wurden zu unseren neuen Wohnungen und Projekten gebracht. Das hieß aber auch Abschied nehmen von den Freiwilligen, die nach Uruguay und Paraguay gehen würden.
Abendliche Sonne bei der Ankunpft in Quilmes
Am Montag, den 26.August wurden Joya (meine tolle Mitbewohnerin) und ich, in Quilmes, Ezpeleta bei einer Gastfamilie im Hinterhäuschen untergebracht. Wir wurden sehr nett und herzlich empfangen. Am ersten Abend haben wir sogar selbstgemachte Empanadas bekommen, die waren nicht zu vergleichen mit denen, die ich schon während der Zeit in Argentinien gegessen haben.
Die Quilmes-Leute mussten dann schon am nächsten Tag in ihr Projekt, während alle anderen noch frei hatten, doch auf diesen einen Tag kommt es am Ende nicht an. Doch der Tag bestand daraus, die Kinderkrippe und den Kindergarten sowie die Gruppen anzuschauen, in die man kommen wird. Der erste richtige Arbeitstag war am Mittwoch den 28.August. Die Busfahrt meisterte ich gut und ich bin auch angekommen, allerdings bin ich ein wenig zu früh gekommen. Ich stand schon ne halbe Stunde davor auf der Matte. Doch da hatte ich Gelegenheit die Maestras (Lehrerinnen), bei einem Mate näher kennenzulernen. Meine Gruppe, die mir zugeteilt wurde, war die der 3-Jährigen, Sala Rosa. Erstmal wird man von den Kinder angeschaut und beobachtet, man ist ja die Neue. Doch der Tag verlief gut und ruhig, aber das lag auch daran, dass der größte Teil aus erstmal schauen bestand, wie der Alltag abläuft. Von Tag zu Tag wird es dann leichter, da man die Routine irgendwann kennt. Um 13 h war dann auch mein Tag zu Ende und ich konnte nach Hause gehen, da merkte ich schon das jeder Anfang schwer ist und die Müdigkeit zog mich in mein Bett für eine landestypische Siesta (Mittagsschlaf). Am Abend wurde gegessen und dann war der Tag vorbei. Und für Heute auch dieser Blog 🙂