Tanz der Dämonen

Anfang September ist die zweite der drei indischen Jahreszeiten in vollem Gange: Der Monsun, der nach einem heißen Sommer viel Regen und damit Abkühlung bringt, macht nicht nur viele Straßen gerade in den Randgebieten von Nagpur unbenutzbar, sondern läutet vor allem auch die Zeit der vielen Feste ein. Dann und im Winter ist nämlich die einzige Möglichkeit, sich längere Zeit oder besonders aktiv draußen aufzuhalten.

Und damit sind wir beim Thema. Luca und ich haben einen Tanzworkshop belegt, um den Garba-Kreistanz zu lernen. Garba wird am Navratrifest zu Ehren der Göttin Durga gespielt, wie man in Indien sagt. Diese hinduistische Gottheit kommt über neun Tage in unterschiedlich farbigen Erscheinungsformen daher und passend dazu bedeutet Navratri übersetzt auch „neun Nächte“. Daher trägt man jeden Tag unterschiedliche, in der Gruppe abgestimmte Farben. Beim Garba tanzt man im Kreis als Gruppe zu typisch indischer Musik des gleichnamigen Genres mit viel Getrommel, wobei die Schrittfolge besonders wichtig ist. Alle machen gleichzeitig Drehungen, Klatscher, Sprünge in diese und jene Richtung, was gerade von außen richtig elegant aussieht und sich synchron innen noch cooler anfühlt. Der „Doria“, eine Schrittfolge, die am ehesten noch dem Hoppserlauf ähnelt, bringt zusätzlichen Schwung in die Show.

Bevor es soweit war, standen wir aber 15 Tage vorher vor einer der vielen Veranstaltungshallen in Nagpur zur ersten Einheit des Workshops. Als einzige, die tatsächlich auf die englische Erklärung angewiesen waren, kriegten wir nach kurzer Zeit eigene Trainer abgestellt, die die Anweisungen des Vortänzers von Marathi (der Lokalsprache) ins Englische übersetzten. Von einfachen Grundschritten steigerte sich das Niveau schnell und als absolute Beginner waren wir bald auch am IPC am Üben, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Das Team war wirklich nett zu uns und bevor Navratri starten sollte, gab es noch zwei Vorevents als Abschluss des Workshops und Generalprobe. Dafür waren wir mit ein paar der Teamern unterwegs und haben traditionell indische Kurtas gekauft. Für mich fühlte sich das unfassbar komisch an, in einem Blümchenpyjama und überweiter Hose tanzen zu sollen, aber die Garbaleute waren voll überzeugt.

Insofern waren wir gut ausstaffiert und kamen mit der zweiten Version von Kurta im dunklen Stil beim ersten Vorevent an. Warum denn so dunkel und rot? Das hängt mit der Mythologie des Hinduismus zusammen: Es war einmal ein böser Dämon. Niemand konnte ihn bezwingen und mit dunkler Magie ließ er immer wieder sein verfluchtes Blut auf die Erde regnen, aus dem dann neue Dämonen erwuchsen. Eines Tages war die gute Göttin Durga so erbost darüber, dass aus ihrer Stirn die Manifestation Kali entsprang. Sie war schwarz wie die Nacht, mit einem Kranz aus Totenköpfen auf dem Kopf und voller Zerstörungskraft, die so groß war, dass sie im Zorn sogar die Hauptgottheit Shiva übertraf. In einem großen Gefecht besiegte sie den bösen Dämon und seine Blutskopien und beendete so die große Tyrannei. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ende.

Kalis Dunkelheit symbolisiert hier also nichts „Böses“, sondern reine, grenzenlose Energie und das jenseits von Gut und Böse. Um zu zerstören, ja, aber nur, damit danach Neues entstehen kann. In den Ritualen (mit dunkler oder roter Kleidung und Bemalung) verbinden sich Gläubige mit dieser rohen, reinigenden Kraft. Soweit die Theorie für eine der neun Manifestationen Durgas und das heutige Motiv. An den nächsten Tagen wird es andere Farbkombinationen geben.

Um also stilgerecht und traditionell dabei zu sein, haben wir uns extra noch dunkle Kurtas geholt und kriegten vom Team am Abend diese roten Kreise verpasst. Hier trafen das erste Mal die Teilnehmer der unterschiedlichen Zeit-Slots zusammen, die leicht unterschiedliche Schritte gelernt hatten. Es war schon wild und machte richtig Spaß, wenn wirklich alle in die Dynamik eintauchten und sich mehrere Kreise bildeten, die umeinander tanzten. Innen waren dann meistens die Profis, die die Schritte vorgaben, in der Mitte diejenigen, die sich trauten und den Großteil problemlos hinbekamen, wie Luca, und im äußeren Kreis stolperte ich mir meine Drehungen zusammen.

In den nächsten Tagen gab es noch weitere Veranstaltungen mit Garba für uns: Am zweiten Vorevent gewannen wir den Preis für die pünktlichsten Teilnehmer, weil wir glatt die Dreistigkeit besaßen, spätestens fünf Minuten nach Workshopbeginn vor Ort zu sein, was den Zeitplan manchmal etwas durcheinander brachte; bei Dholida, der zweitgrößten Garba-Veranstaltung der Stadt, sahen wir mit unseren Freunden vom Workshop die Sängerin, die die bekannten Dakla-Lieder spielt und eine Art regionale Berühmtheit ist; mit einem anderen Freund waren wir bei einer Nachbildung der sieben wichtigsten Hindutempel, wo auch Garba gespielt wurde; und mit den Teamern des Workshops gewannen wir einen Gruppenpreis – dieses Mal für die beste Performance.

Und damit gingen gut gefüllte dreieinhalb Wochen für uns zu Ende. Wir freuten uns schon auf die nächsten Feste und sollten nicht enttäuscht werden.

Und was machst du dort konkret?

Von dieser Frage können wohl alle Freiwilligen ein Liedchen singen und die am India Peace Centre ganz besonders. Unter einem Center für Friedens- und Gerechtigkeitsarbeit mit Fokus auf interreligiösem Dialog kann man sich schließlich alles und nichts vorstellen. Ich versuche mich nach den ersten drei Monaten im Land an einer Antwort. 

Doch zunächst zu unserer Ankunft in Indien. Nach meinem ersten Flug in über zehn Jahren standen mein Mitfreiwilliger Luca und ich um kurz nach drei Uhr nachts suchend in der Eingangshalle des internationalen Flughafens in Nagpur. Wir sind mit der einzigen internationalen Verbindung eingeflogen und wurden nach einigen Minuten von unserem sehr netten Kollegen Suyog abgeholt, der in Sichtweite der Landebahn wohnt und aufgebrochen war, als der Flieger am Nachthimmel auftauchte. Es ist in Indien wohl nicht üblich, aber weil er davon gehört hatte, dass man in Deutschland Blumen zur Begrüßung überreicht, hielten wir auf dem Weg hinaus auch einen Strauß Rosen in der Hand.

Diese Gastfreundschaft finde ich beeindruckend. Alle geben sich wirklich Mühe, damit wir uns gut aufgehoben fühlen. Für uns standen in den ersten Tagen Wasserflaschen parat, während sich alle anderen Wasser aus 20l Behältern holen. Als das WLAN nicht funktionierte, war gleich am nächsten Morgen der Haustechniker dabei, den Router wieder einzustellen. Weil hier nur mit den Händen gegessen wird, hat jemand noch Besteck für uns eingekauft, obwohl wir uns mittlerweile angepasst haben. Und besonders: Damit wir uns erst einmal eingewöhnen können, hat Angelious, der Direktor des IPCs, für den ersten Monat eine Köchin eingestellt, die gut verdauliches Essen für uns kocht (also in erster Linie nicht zu scharf).

Wenn ich Zuhause beschrieben habe, wo ich denn eigentlich sein würde, ging mein Spruch immer so: „Du nimmst deinen Finger und patschst ihn einmal mitten auf die indische Landkarte. Das passt eigentlich am besten.” Tatsächlich kamen wir noch auf der Fahrt vom Flughafen an einem Obelisken vorbei, der genau die Mitte von Indien markiert. Da war die Beschreibung doch gar nicht so verkehrt.

Nun aber zum eigentlichen Thema: Als erste Aufgabe, während wir uns an das unfassbar feuchte und heiße Klima gewöhnten, sollten wir die Bibliothek sortieren und einen Katalog der über 3500 Bücher erstellen, damit das Angebot auf der Website abrufbar wird. Nachdem wir ein paar hundert Bücher geschafft hatten, erhielten wir Zugangsdaten für die Website. Gedacht dafür, dass wir den Katalog erstellen, werkelte ich dann aber erstmal an anderen Teilen der Seite herum, sodass es jetzt etwas einheitlicher aussieht und einige Inhalte aktualisiert sind.

Anschließend wurden wir von einer Konferenz im südindischen Chennai unterbrochen, die das India Peace Centre mitorganisiert hat. Dafür sollten Aufsteller und Banner designt werden, wofür Luca und ich eingeteilt wurden. Am Ende stellte sich zwar heraus, dass die gar nicht gebraucht wurden, genauso wenig wie die vielen Excellisten oder eine Zimmerzuteilung von mir, aber wir sind jetzt um einiges an Canva-Erfahrung reicher und ich weiß nun, wie man mit einem unachtsamen Klick im Entwicklermodus die Arbeit der letzten sechs Stunden Arbeit vollautomatisiert und unwiderruflich löschen lassen kann. Na Klasse.

Tatsächlich Klasse war das auf die Konferenz folgende Face to Face Programm, auch vom IPC co-organisiert. Hier kamen angehende Theologen christlicher Kirchen aus aller Welt und einige aus Indien zusammen, um sich einen ganzen Monat lang unterschiedliche Seminare anzuhören und über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihres Glaubens zu sprechen. Für mich waren die Passagen interessant, die sich um andere Religionen drehten und was in ihren Geschichten passiert. Vor dem Freiwilligendienst hatte ich beispielsweise noch nie etwas von den Bahá´í oder Sikh gehört. Wenn auch alles spontan organisiert war, konnten wir die Gruppe zu ihren Ausflügen zu unterschiedlichen Orten wie einer buddhistischen Pilgerstätte für einen Vorkämpfer der Dalits (ehem. „Unberührbare“ im Kastensystem genannt) begleiten oder an den Aktivitäten am NCCI, einer Dachorganisation des IPC, teilnehmen.

Vorträgen diverser Referenten zu lauschen, gehört immer wieder zu unseren Aufgaben dazu. Egal ob im Rahmen von Programmen oder bei einzelnen Aktionen, wie am Weltfriedenstag, wo wir auch kleine Beiträge geschrieben und vorgetragen haben. Mehrfach waren wir auch an Universitäten hier in Nagpur und einmal haben wir einen mehrstündigen Vortrag über Deutschland für die Erstsemesterstudenten des Deutschkurses ausgearbeitet.

So vergeht hier also die Zeit auf Arbeit. Was abseits davon passiert, kommt sicher noch in den nächsten Blogbeiträgen.

Fahrrad-Rally für den Frieden

Nagpur, 21.09.2022

Am 21. September wird hier im India Peace Centre der internationale Peaceday gefeiert, welcher natürlich große Bedeutung hat. Jedes Jahr findet zur Feier dieses Anlasses eine Fahrrad-Rally statt, um auf das Thema und das IPC aufmerksam zu machen. Helge und ich hatten dieses Jahr die Ehre bei der Planung von diesem wunderbaren Event mithelfen zu können. Bei diesem Event kommen Menschen aus allen Altersklassen zusammen um gemeinsam eine 14km lange Radtour durch Nagpur zu machen und ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Dieses Jahr gab es über 1000 Anmeldungen, was das bisher größte Fahrrad-Event Nagpurs gewesen wäre… leider hat es an dem Tag der Rally geregnet, weshalb nur etwa 350 willensstarke Friedens-Vertreter kamen- trotzdem war eine sehr ausgelassene Stimmung unter allen beteiligten!

Unsere Planungsgruppe bestand dieses Jahr aus ca. 30 Personen und wir kamen vor dem Event zu zwei großen Treffen zusammen um gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf zu Sorgen. Bei diesen Treffen besprachen wir beispielsweise wie wir die online Anmeldung generieren, welche Sponsoren wir für die T-shirts bekommen können und wer am Tag des Events welche Aufgabe übernimmt. Geplant wurde ebenfalls wer an den zwei Haltepunkten während der Rally für die Wasserstelle zuständig ist, wer nach der Rally die Snacks verteilt, wer für Social Media Beiträge zuständig ist und wer das Foto-schießen übernimmt. Ebenfalls wurden Gruppen für die Verteilung der T-shirts am Tag vor der Rally eingeteilt. Helge’s und meine Aufgabe als Freiwillige bestand darin einen Überblick über die Online Anmeldungen zu bekommen und alle Anmeldedaten mit der gewünschten T-shirt Größe in einer Exel-Tabelle aufzufassen damit dann jede Person automatisch eine Bestätigung-Email bekommen konnte und nach der Rally ihre Teilnahme Urkunde. Außerdem waren wir den ganzen Tag bei der Verteilung von den T-shirts dabei und haben jedem Teilnehmenden ihr T-shirt zugeteilt.

Der Tag der Rally: 04:45Uhr – um diese Zeit mussten wir morgens Aufstehen, da sich die Planungsgruppe bereits um 5:45Uhr beim IPC getroffen hat um letzte Unklarheiten zu klären und die Route nochmal durchzugehen. Ab 6:30Uhr trudelten auch schon die ersten Teilnehmer:innen ein, da um punkt 7:00Uhr die Rally beginnt. Vor der Rally wurden noch ein Paar ansprachen gehalten, unter anderem von unserem Mentor Dr. Tejinder Singh Rawal, der nochmal einen Bezug zwischen dem Peaceday und dem IPC herstellte und auch die Wichtigkeit dieses Tages nochmal verdeutlicht.

Der erste Stop bei der Rally war beim Futala-See, allerdings wurde hier nur kurz gehalten um auf die Nachzügler zu warten. Unser zweiter Stop war dafür von Bedeutung, denn dieser war bei der berühmten Gandhi Statue. Hier wurden Gandhi ein Paar Worte gewidmet und eine Minute in Meditation verbracht. Als wir dann gegen 8:00Uhr wieder beim IPC eintreffen warten dort schon Bananen und Samosas für alle hungrigen Teilnehmer:innen. Nachdem sich alle gestärkt haben gibt es noch ein Paar ausgelassene Programmpunkte; einen Flashmob mit Tanz und Theater zum Thema Frieden, inspiriert von dem Film „RRR“ und einige andere Tänze, und musikalische Beiträge. Der größte Teil der restlichen Veranstaltung wird aber mit Fotos machen gefüllt, da jeder mit jedem gerne ein Foto hätte. Außerdem werden Helge und ich noch Teil eines Interviews in dem wir über unsere Eindrücke berichten. Wobei man sagen muss, dass wir als weiße Personen schon nach sehr vielen Fotos gefragt werden.

Insgesamt war es von allen Seiten ein gelungenes Event, auch wenn „nur“ 350 Leute gekommen sind. Wir konnten uns ein bisschen in der Planung einbringen und somit unseren Teil zum Event beitragen. Es war aber natürlich sehr anstrengend, und somit sind wir voller Eindrücke zufrieden und glücklich ins Bett gefallen :).

Das India Peace Centre – unsere kleine grüne Insel

Die letzten 7 bis 8 Monate habe ich in Nagpur verbracht. Wo das sein soll? Ja das habe ich mich auch gefragt, als ich das erste Mal diesen Namen gehört habe. Nagpur ist eine 2,4 Millionen Einwohnerstadt, liegt im Herzen Indiens und ist wortwörtlich das geografische Zentrum. Hier liegt das India Peace Centre, ein interreligiöses Zentrum, welches für die letzten Monate mein Wohn- und Arbeitsplatz war.

Das India Peace Centre (IPC) liegt im Zentrum der Stadt und entgegen seiner eher lauten und unruhigen Umgebung, ist das IPC ein harmonischer und ruhiger Ort. Der Campus ist groß und eine grüne Oase, eine große Wiese, viele Bäume sowie Blumen und andere Pflanzen sind vorzufinden. Es ist wie eine kleine grüne Insel inmitten der Stadt, wo man die Ruhe und Zeit findet seinen Alltag zu entschleunigen. Der perfekte Ort für ein Zentrum, welches für Frieden und Gerechtigkeit kämpft.

Leonie, meine Mitfreiwillige, und ich hatten das große Glück nicht nur dort unseren Arbeitsplatz zu haben, sondern auf demselben Gelände, nur ein Haus weiter, eine Wohnung für uns zwei. Wir waren also nicht nur Mitfreiwillige, sondern auch Mitbewohnerinnen und vor allem aber gute Freundinnen!

So nun stellen sich vielleicht einige die Frage: „Und was genau hast du da so gemacht?“. Darauf gebe ich euch gerne eine Antwort! Um einen Schritt in Richtung Frieden und Gerechtigkeit zu gehen, zählt es zur Arbeit des IPC regelmäßig Programme zu verschieden Themen zu veranstalten. Anlässe wie „Earth Day“, „International Day of Peace“ oder der Geburtstag von Gandhi werden genutzt, Aktionen sowie Diskussionen in der Gesellschaft zu platzieren. Dafür werden Gäste aller Religion und Herkunft eingeladen, um in den Austausch zu kommen, zu lernen und Erfahrungen zu teilen… Meine Aufgabe war es genau, diese Programme auf die Beine zu stellen. Sprich: Sprecher sowie Gäste einladen, Poster und Banner designen, Zeitungsartikel schreiben, sowie die Social Media Seiten zu verwalten. Von Organisationarbeit bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit war also immer was dabei. Flexibilität ist dabei das A und O! Je mehr Zeit verging, desto mehr Verantwortung durften wir übernehmen, sodass wir mit der Zeit mehr und mehr den Inhalt der Programme mitgestaltet haben und aktiv bei deren Durchführung beteiligt waren. Letztlich haben wir einen Workshop zum Thema „Gender Justice and Peace“ komplett eigenständig, ohne Anweisungen, gestalten, vorbereiten und durchführen dürfen.

Das IPC hat ein festes Team. Geleitet wird es vom Direktor Kasta Dip, unser Chef sowie Mentor. Das Büro haben wir uns mit unseren Kollegen Swati sowie Moreshwar geteilt. Gautam und Sanju haben sich zwischenzeitlich um den Garten und das Anwesen gekümmert. Es ist wie eine kleine Familie, hat einer/eine Geburtstag, feiert das ganze Team zusammen, heiratet einer/eine wird das ganze Team eingeladen, tanzt einer/eine, tanzen alle 🙂

An dieser Stelle möchte ich euch Sanju, ein guter Freund und Nachbar, genauer vorstellen. Sanju ist der offizielle Hausmeister des IPC und bis auf Mittwochs in 24 Stunden Bereitschaft hat. Mit seiner Frau Geeta hat er zwei Kinder, Aschwini und Ashwin. Wenn Sanju Stühle umstellt, fegt oder Bilder aufhängt, hat er immer ein kleines Radio dabei. Denn Sanju liebt es zu tanzen, immer und überall. Im Oktober letzten Jahres hat eine Straßenhündin Welpen im Schuppen des IPCs geworfen. Bis auf eines hat leider Keins überlebt und dieses eine wurde Tommy getauft und von Sanju adoptiert. Sanju liebt es, Leute auf den Arm zu nehmen, vor allem Swati, er liebt es zu lachen und mit Moreshwar und Gautam Karten zu spielen. Wenn ich sage, Sanju ist die Sonne in Person, dann meine ich das auch so. Sanju ist der, der tanzt und alle tanzen mit. Schlechte Laune- unmöglich.

Selbst wenn die Uhr halb fünf schlägt, die Arbeit offiziell erledigt ist und sich die kleine IPC Familie auf den Weg Nachhause macht, ist der Tag noch nicht gelaufen! Ebenfalls auf dem Campus wohnt Familie Dip (unsere Gastfamilie bestehend aus Sangeeta und Kasta sowie deren Kinder Anushka und Anubhav). Die Tür stand immer für uns offen, sodass wir gerne Zeit zusammen verbracht haben. Andernfalls haben wir uns mit Freunden getroffen, sind aus gegangen, haben Spiele gespielt und haben getan, was man halt sonst so macht in unserem Alter in Indien: Tanzparty im Wohnzimmer 🙂

Mein Leben im IPC ist, wie das Leben auf einer kleinen grünen Insel. Man kann von dort aus perfekt überall hinschwimmen und den weiten Ozean Indien erkunden.