¡Buenas! Ich bin Beat, komme aus Berlin und mache meinen Freiwilligendienst, zusammen mit meinem Mitfreiwilligen Lion, in Buenos Aires, Argentinien, genauer gesagt im Stadtteil Los Cruces/Los Polvorines in dem Projekt „En Acción“, einem Nachbarschaftszentrum für alle Altersklassen. In diesem Blog möchte ich ein bisschen von der Geschichte des Projekts und von meinen Aufgaben dort erzählen.
Das Projekt wurde 1998 eröffnet. An dem Ort, an dem es heute liegt, befand sich zuvor jedoch eine inoffizielle Müllhalde. Der Pfarrer, der zwei Blocks entfernt in der Kirche arbeitete, nahm sich des Projekts an und verwandelte die Müllhalde in das heutige „Campito“, was so viel wie „kleines Feld“ bedeutet. Dieser Pfarrer heißt Luciano und ist noch heute Leiter des Projekts. Er trommelte eine große Gruppe von Freiwilligen zusammen, um den Müll wegzuräumen.
Nach der Eröffnung war das Campito zunächst eine Art Park mit Fußballplatz und anderen Möglichkeiten, sich auszutoben. Nach einiger Zeit wurde dann das erste Gebäude fertiggestellt, mit einer Küche, einer Werkstatt und einem großen Raum für Gruppenaktivitäten. So begannen auch die ersten Workshops, auch talleres genannt, sowie das Fußballtraining. Die talleres richten sich an Erwachsene, das Fußballtraining an Kinder und Jugendliche.

Freitagnachmittag im Projekt
Das Team wuchs stetig, es kamen immer mehr Mitarbeitende dazu, und auch die ersten internationalen Freiwilligen wurden eingeladen. Auf dem Campito arbeiten seit knapp 20 Jahren internationale Freiwillige mit. Zunächst waren es französische Freiwillige, meist Gruppen von etwa 15 Personen, die jeweils drei Monate blieben. Seit sechs Jahren kommen deutsche Freiwillige über das Programm weltwärts.
Das Projekt finanziert sich über Kirchengelder der nahegelegenen Gemeinde sowie über staatliche Fördermittel, sodass heute etwa 45 bezahlte Mitarbeitende und viele freiwillige Helfer*innen hier arbeiten. Nach dem Bau des zweiten Gebäudes konnte auch das Workshop-Angebot erweitert werden. Heute gibt es Kochen, Recycling, Bewegung, Kunst, Siebdruck, Musik und Tanz, aber auch weitere Angebote wie einen Flohmarkt, Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei Problemen zu Hause und natürlich Fußball.

In dem halben Jahr, das ich nun hier bin, habe ich schon viele tolle Events im Projekt erleben dürfen. Ob Trikotverleihung oder Jahresabschluss – es gibt immer einen Grund zu feiern. Mit Musik, Essen und Bildern aus der vergangenen Zeit sind diese Feste eine tolle Möglichkeit, damit die Menschen näher zueinanderfinden.
Mein persönliches Lieblingsfest war das zum Jahresende, da dort Bilder aus dem gesamten vergangenen Jahr gezeigt wurden und ich so auch einen kleinen Einblick bekommen konnte, was die vorherigen Freiwilligen gemacht haben. Aber auch das Festicultural mit Auftritten des Musikworkshops, einer lokalen Schulband und dem Tanzworkshop war großartig, und ich freue mich schon auf die kommenden Feiern.

Mein normaler Arbeitstag besteht aus drei Teilen: vormittags Instandhaltung, Mittagspause und nachmittags Workshops sowie Fußball. Bei der Instandhaltung helfe ich beim Rasenmähen, Müllaufsammeln, Bäume beschneiden, Saubermachen und Reparieren.
Nach der Mittagspause bin ich bei den Workshops dabei, zum Beispiel beim Kochen, Nähen oder Malen. Dort bin ich nicht Teil der Leitung, sondern rede mit den Teilnehmenden, so gut es sprachlich möglich ist, und höre einfach zu. Am späten Nachmittag spiele ich dann noch Fußball und helfe beim Training.
Gerade am Anfang hatte ich mit einigen Problemen zu kämpfen, vor allem mit der Sprachbarriere. Ich möchte mit den Leuten reden, kann es aber oft einfach nicht. Umso schöner ist es zu merken, wie es Stück für Stück besser wird und man relativ schnell kleine Gespräche führen kann.
Das für mich wohl frustrierendste Gefühl war, mit anderen Erwartungen in das Projekt gestartet zu sein. Ich hatte eher mit einem reinen Kinder- und Jugendzentrum gerechnet als mit der Arbeit mit allen Altersklassen. Außerdem war es für mich als absoluten „Holzfuß“ nicht gerade hilfreich, dass ein großer Teil der Zeit aus Fußballspielen bestand.
Doch letztendlich – wie man diesem Bericht wahrscheinlich entnehmen kann – bin ich sehr zufrieden mit dem Projekt. Dass das Jahr nicht einfach werden würde, war mir von Anfang an klar. Rückblickend merke ich jedoch, wie gut es mir insgesamt gefällt.









































































































































