Schon Halbzeit

Hey, hey, einfach schon über die Hälfte meiner Zeit hier in Argentinien ist vorbei und ich kann es selber kaum glauben. Vor allem die letzten zwei Monate ist unfassbar viel passiert und ich versuche jetzt einfach mal euch ein bisschen davon zu berichten:

Weihnachten

Weihnachten das erste Mal getrennt von seiner Familie und in einem komplett anderen Land zu verbringen, hört sich vielleicht erstmal sehr beängstigend an – aber das ist es gar nicht.

Natürlich ist es nicht das gleiche wie in Deutschland, dennoch war es eine wahnsinnig schöne und vor allem sehr besondere Erfahrung: Meine Mitfreiwillige und ich hatten das große Glück Weihnachten, hier in Paraná, mit einer Freundin und ihrer Familie feiern zu dürfen. So sind wir also am 24.12. abends nach der Messe zu ihrer Familie gefahren. Es war ein richtig großes Fest mit der ganzen Verwandtschaft; ungefähr so 40 Personen waren vor Ort. Es wurde viel gequatscht, gespielt und natürlich gegessen. Um Mitternacht sind dann alle rausgegangen und es wurde sich Frohe Weihnachten (“Feliz navidad“) gewünscht, man hat Wunderkerzen angezündet und in der Ferne konnte man Feuerwerk hören und sehen. Mal eine ganz andere Tradition, die ich aus Deutschland nicht kannte, aber hier so schön miterleben konnte. Danach waren wir noch zusammen feiern – auch das ist etwas, was ich aus Deutschland nicht gewohnt bin und Heiligabend niemals machen würde. Aber hier machen das recht viele junge Menschen und es war extrem cool auch das mal mitzunehmen!

Zwar insgesamt ein anderes Weihnachten als gewohnt, aber genau deswegen wird es mir noch lange in Erinnerung bleiben!

Silvester

Silvester war mein erster richtiger Urlaubstag, denn die Kita hatte anschließend den ganzen Januar geschlossen, und den habe ich natürlich direkt genutzt und habe mich auf den Weg gemacht, um mit anderen Mitfreiwilligen zusammen in Córdoba zu feiern. Wir hatten uns zu fünft ein wunderschönes AirBnB gemietet, indem wir gut ins neue Jahr reinfeiern konnten. Da nicht nur wir, sondern auch noch ganz viele andere Freiwillige über Silvester in Córdoba waren, haben wir dann letztendlich alle zusammen gefeiert. Es war so schön, so viele Freiwillige nach langer Zeit mal wiederzusehen!! Die folgenden Tage haben wir dann auch noch entspannt zusammen verbracht, bevor es weiterging, ab in den Süden!

Urlaub

Nach Córdoba habe ich meinen weiteren Urlaub dann an den unterschiedlichsten Orten verbracht. Erst war ich im wunderschönen Patagonien, im Süden Argentiniens, wo ich mit zwei Freunden in El Bolsón wandern war und anschließend noch ein paar Tage in Bariloche verbracht habe. Vor allem in El Bolsón war das ein richtiges Abenteuer: mein erstes Mal richtig wandern und dann gleich von Hütte zu Hütte, das hatte es auf jeden Fall in sich. Aber es war sooo toll und die Natur dort ist wirklich einfach atemberaubend schön, das kann man gar nicht in Worte fassen!! Argentinien ist ja wirklich groß (Deutschland passt fast 8mal rein) und dadurch landschaftlich so unfassbar vielseitig und hat wirklich von allem etwas. Patagonien mit seinen Bergen, Wäldern und Seen war demnach ein großer Kontrast zu der Region, in der ich lebe (Provinz Entre Ríos).

Danach zog es mich dann nochmal in eine komplett gegenteilige Landschaft, und zwar nach Chile in die Atacama-Wüste. Sehr heiß tagsüber und nachts absolut frisch, aber sonst wunder-, wunderschön! Auch etwas, was ich zuvor noch gar nicht irgendwie ansatzweise ähnlich gesehen hatte und vielleicht auch deswegen nochmal beeindruckender. Dort verbrachte ich mit einigen Freundinnen ein paar Tage, bevor es dann in die Hauptstadt Chiles, nach Santiago, ging.

Auch dort konnte ich nochmal unfassbar viel Neues sehen und die Zeit einfach echt genießen. Santiago ist so eine tolle Stadt mit unglaublich vielen Möglichkeiten für Aktivitäten aller Art. Gehört definitiv zu einer der coolsten Städte, in denen ich bisher war!

2h entfernt von Santiago kommt man an den Pazifik, nach Valparaíso und Viña del Mar, wo ich dann mit meiner Mitfreiwilligen Lina meine letzten Urlaubstage verbrachte, bevor es wieder zurück nach Hause ging.

Wieder in Paraná angekommen wurden wir direkt erstmal von der Hitze erschlagen und wettertechnisch gesehen waren es ein paar sehr unangenehme Wochen die folgten, aber es war trotzdem ein schönes Gefühl mal wieder zu Hause zu sein… Mal richtig den Koffer auszupacken, alles an die Orte zu tun, wo sie ihren festen Platz haben, mal wieder richtig runterzukommen und sich zu entspannen. Das alles tut nach so langer Zeit auch mal wieder gut.

Jetzt nochmal kurz ein etwas anderer Gedanke zum Urlaub: Es ist wirklich unfassbar krass, wenn man darüber nachdenkt, was für Möglichkeiten wir hier in diesem unfassbar jungen Alter haben, dass wir so viel sehen, erleben und rumreisen können! Ich weiß, dass viele meiner Arbeitskolleginnen und Freund*innen hier noch nie die Chance hatte weit weg, geschweige denn überhaupt, in den Urlaub zu fahren und das lässt einen schon nochmal sehr über seine eigenen Privilegien nachdenken. Natürlich war auch für mich dieser Urlaub extrem groß und würde in Deutschland niemals in diesem Umfang stattfinden – da kommt dann doch durch, dass man das Gefühl hat, nur einmal so lange hier zu sein und möglichst viel sehen zu wollen – aber das spricht ja trotzdem nicht dagegen, dass es einfach unvorstellbar für viele hier ist, so viel Tourismus zu machen.

Gleichzeitig mit diesem Gedanken kommt natürlich aber auch die riesige Dankbarkeit, dass ich das alles hier erleben kann, so unfassbar viel sehen durfte und vor allem mit ganz tollen Menschen reisen durfte. Dieser Urlaub wird mir noch ewig in Erinnerung bleiben und war wirklich einzigartig!

Zwischenseminar

Nachdem wir dann wieder zwei Wochen in unserem Alltag angekommen waren, gearbeitet hatten und unsere Kitazeit vor allem mit basteln und die neuen Babys versorgen, verbracht hatten, ging es dann schon wieder los, und zwar zum Zwischenseminar. Dies fand letzte Woche (17.-22.01.) mit allen Freiwilligen der IERP (Partnerorganisation), die gerade ihren Freiwilligendienst in Uruguay, Paraguay oder Argentinien absolvieren, statt. Wir waren wieder ca. 50 Freiwillige und alle zusammen in einer Art Jugendherberge in Baradero (ca. 1-2h entfernt von Buenos Aires) untergebracht. Es war so eine unglaublich schöne Woche, die definitiv viel zu schnell vorbeiging!! Es wurde gequatscht, Mate/Terere getrunken, gebadet, gespielt, gesungen, gelacht und noch so viel mehr. Natürlich hatten wir auch wieder einige inhaltliche Einheiten, Workshops und vor allem ganz viel Zeit in Gruppen, um unsere bisherigen sechs Monate zu reflektieren und uns auszutauschen. Das tat so gut, mal mit anderen darüber zu reden und dadurch auch zu bemerken, dass wirklich viele auch die gleichen Probleme und Herausforderungen haben und man zu keinem Zeitpunkt allein damit ist. Die Gruppe der Freiwilligen ist echt so eine tolle Gemeinschaft und ich will die ganzen Menschen definitiv nicht missen!  

Wie ihr sehen könnt, ziemlich viel los gewesen, und echt alles so tolle Erlebnisse, die ich in der letzten Zeit hier sammeln durfte. Ich bin unfassbar dankbar für diese ganzen Möglichkeiten und die wirklich ganz, ganz vielen wunderbaren Menschen, die mich hier auf meinem Weg begleiten!! Auch in nächster Zeit stehen noch ganz viele tolle Dinge, wie zum Beispiel, Karneval an, aber darüber werde ich euch bestimmt dann berichten:)

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