Das Zwischenseminar fand im Februar in Baradero westlich von Buenos Aires statt. Es war schön und interessant, die rund 50 anderen Freiwilligen wiederzusehen und von ihren Erfahrungen zu hören. Was sie erfahren, gelernt haben etc. Der Ort war sehr ruhig und schön, mit einem großen Gelände, sodass man sich trotz der Menge nicht eingedrängt fühlte. Es gab einen Basketballplatz, an dem ich gerne in den Pausen meine Zeit mit anderen verbracht habe. Einen Pool gab es auch, einen Volleyballplatz und eine sehr große Grünfläche mit einem kleinen Wald. An einem Tag haben wir zusammen “Capture the Flag” gespielt, was mir persönlich sehr Spaß gemacht hat, vor allem, weil so viele Leute mitgemacht haben.
Auf dem Seminar haben wir Themen wie unser Wohlbefinden in unseren Einsatzstellen und generell im Ausland besprochen. Intimere Themen haben wir in kleineren Gruppen behandelt, um die Privatsphäre zu wahren. Durch die konstante Arbeit mit denselben Kleingruppen fiel es einem leichter, sich zu öffnen. Im Plenum haben wir auch gesellschaftliche und politische Themen behandelt. Auch Themen wie Ernährung, für die ich mich persönlich ebenfalls interessiere, wurden besprochen. Dieses Thema hat mich besonders interessiert, da ich im Rahmen meines FsJ bereits eine wichtige Erkenntnis gewonnen habe: Die unterschiedliche Ernährung in anderen Ländern und der Umgang mit ungesunden Lebensmitteln und Inhaltsstoffen. Dass auch auf dem Seminar darüber gesprochen wurde, war für mich sowohl in Bezug auf die Gesellschaft als auch auf die Lebensmittelindustrie und auf einen selbst sehr wertvoll und meiner Meinung nach sehr wichtig. Denn man ist, was man isst. Es war spannend zu erfahren, wie die Ernährung in Argentinien zum Beispiel stark von Fleisch dominiert wird, während in Europa pflanzliche Ernährung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Wir haben nicht nur über die Auswirkungen der Ernährung auf die Gesundheit gesprochen, sondern auch über die kulturellen Unterschiede und den Einfluss von Traditionen und Gewohnheiten auf das Essverhalten. Es wurde deutlich, dass Ernährung nicht nur eine individuelle Entscheidung ist, sondern auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Dimension hat. Der Austausch über die Probleme der Lebensmittelindustrie, wie z. B. die Vermarktung ungesunder Produkte und die fehlende Transparenz, hat mir neue Perspektiven eröffnet und meine eigene Wahrnehmung verändert.
Abends gab es Andachten, die den Tag abgerundet haben. Die jeweiligen Andachten wurden von Freiwilligen gestaltet und hatten dementsprechend unterschiedliche Schwerpunkte. Was alle gemeinsam hatten, war, dass sie emotionale Themen behandelten, bei denen man einige der Freiwilligen deutlich berührt sehen konnte. Die Andachten luden dazu ein, innezuhalten und über tiefere Fragen des Lebens nachzudenken, was für viele von uns eine wertvolle Gelegenheit war, die Erlebnisse des Tages zu reflektieren und in einen größeren Kontext zu setzen.
Nach jeder Andacht haben wir zusammen gesungen oder gebetet, oder auch nur ein passendes Lied gehört, das uns in eine nachdenkliche oder besinnliche Stimmung versetzte. Diese Lieder, oft mit tiefgründigen Texten, gaben uns die Möglichkeit, uns noch einmal mit den besprochenen Themen auseinanderzusetzen und mit den anderen Freiwilligen darüber zu sprechen.

Ich bin gespannt auf die restliche Zeit meines Freiwilligendienstes und freue mich darauf, all das, was ich gelernt habe, weiter in meiner Arbeit und meinem Alltag umzusetzen.
