
Hamburg (ce) – Am kommenden Montag (3. Februar 2025, 19 Uhr) wird die traditionelle ökumenische St.-Ansgar-Vesper in der Hamburger Hauptkirche St. Petri gefeiert. Seit mehr als 50 Jahren lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg, zu der mehr als 35 verschiedene christliche Konfessionen gehören, zu der gemeinsamen Vesper mit Gebet und Musik ein. Erzpriester Radu Constantin Miron von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland wird die Ansprache halten.
Die St.-Ansgar-Vesper ist der älteste, regelmäßig gefeierte ökumenische Gottesdienst in Hamburg. Seit 1965 feiern ihn alle Kirchenfamilien – von den orthodoxen und orientalischen bis zu den Freikirchen – an jedem 3. Februar, dem Todestag St. Ansgars, in der Hauptkirche St. Petri.
Erinnert wird an den ersten Hamburger Bischof Ansgar (801–865). Angeregt durch den Impuls engagierter Laien entstand zunächst eine ökumenische Abendmusik; dies geschah in einer Zeit, als das gemeinsame Beten von evangelischen, römisch-katholischen und orthodoxen Christinnen und Christen gleichzeitig in einer Kirche noch nicht möglich schien.
„Wir freuen uns besonders über die vielen jungen Sänger und Sängerinnen vom Sophie-Barat-Chor, die die hochliturgische feierliche Vesper mit ihrer Musik bereichern“, erläuterte die Ökumenebeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Pastorin Annette Reimers-Avenarius, die als Geschäftsführerin der ACK Hamburg die Vesper organisiert.
Die liturgische Form der Vesper ist mit geringen Unterschieden in allen großen Konfessionsfamilien bekannt. Sie geht auf die vor mehr als 1500 Jahren vom hl. Benedict von Nursia geschaffene Vesper-Liturgie zurück und wird bis heute gefeiert. Es ist ein Gebetsgottesdienst, in dem Psalmen und Hymnen erklingen und zumindest einer der Hochgesänge aus dem Lukasevangelium (Magnificat –Lobgesang Mariens, Lk 1, 46–55 oder Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon, Lk 2, 29–32) gesungen wird.
Hintergrund: Der heilige Ansgar gilt als Apostel des Nordens. Er wurde um 800 in Nordfrankreich geboren. 834 entsandte ihn Kaiser Ludwig der Fromme als Missionsbischof nach Hammaburg, dem kleinen Handelsplatz an der Elbe, wo er eine erste hölzerne Kirche errichtete, ihre Reste vermuten Archäologen unter dem Chorbereich der heutigen Hauptkirche St. Petri. Er wurde Missionar in Norddeutschland und Skandinavien, später auch Erzbischof von Hamburg. Am 3. Februar 865 starb Ansgar in Bremen.
Im Mittelalter wurde Ansgar in Hamburg sehr verehrt, auch nach der Reformation in der Stadt im Jahr 1529. Darstellungen Ansgars finden sich unter anderem im Rathaus, in der Hauptkirche St. Petri und an der Trostbrücke. Reliquien befinden sich im St. Marien-Dom und in der katholischen St. Ansgar-Kirche, dem „Kleinen Michel“. Der Heilige Ansgar ist Patron des Erzbistums Hamburg und von Skandinavien.
Hinweis für Medien: Sie sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. Wenn Sie Bildmaterial benötigen, wenden Sie sich bitte an: