
Wärme aus der Luft: Akademie für Internationale Ökumene ersetzt Ölheizung durch Wärmepumpen
Hamburg, 07. September 2026 – Im Rahmen des Projekts „Church Climate Action Partnerships“ (CCAP) stellte die Akademie für Internationale Ökumene in Hamburg-Nienstedten ihre Wärmeversorgung auf erneuerbare Energie um. Zwei Luft-Wärmepumpen ersetzen künftig die bisherige Ölheizung. Gemeinsam mit neuen Fenstern soll die Maßnahme jährlich rund 66 Tonnen CO₂ einsparen. Sie zeigt, wie globale Klimagerechtigkeit und konkreter Klimaschutz am eigenen Standort zusammenwirken können.
Am Standort in der Rupertistraße geht die Akademie für Internationale Ökumene einen wichtigen Schritt für den Klimaschutz: Die alte Ölheizung wurde durch zwei kaskadierte Luft-Wärmepumpen ersetzt. Die Anlage soll das rund 1.000 Quadratmeter große Gebäude mit Gruppenräumen, Küche, Büros und Studierendenzimmern künftig klimafreundlicher beheizen.

Die Umstellung ist Teil eines umfassenderen Weges: 2025 hatte sich die frühere Missionsakademie in Akademie für Internationale Ökumene umbenannt. Damit setzte sie ein sichtbares Zeichen der kritischen Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe der Mission. Über drei Jahre war ein Team aus der Akademie zudem Teil des Projektes „Church Climate Action Partnerships“ in dessen Rahmen sie sich mit Beiträgen zu globaler Klimagerechtigkeit auseinandergesetzt haben. Die aktuelle Klimaschutzmaßnahme verbindet diese beiden Anliegen miteinander. Dekolonisierung ohne Dekarbonisierung bleibt unvollständig, denn die Folgen der Klimakrise treffen insbesondere Menschen und Gemeinschaften im Globalen Süden, obwohl sie historisch vergleichsweise wenig zu den Treibhausgasemissionen beigetragen haben.
Bestehende Deckenheizung als Vorteil
Eine zentrale Voraussetzung für den Umstieg war die vorhandene Deckenheizung. Sie kann mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten und eignet sich damit gut für den Betrieb mit Wärmepumpen. Neue Heizkörper waren nicht erforderlich; ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems reichte aus.
Ergänzt wird die neue Wärmeversorgung durch dreifach verglaste Fenster. Eine bessere Dämmung des Daches ist als weiterer Schritt geplant. Das Zusammenspiel aus effizienter Wärmeverteilung, Wärmepumpentechnik und verbesserter Gebäudehülle soll den Energieverbrauch und die Emissionen dauerhaft senken.
Lange Vorbereitung für einen großen Klimaschutzschritt
Die Bauarbeiten selbst waren nur ein Teil des Projekts. Umfangreich waren vor allem die vorbereitenden Verfahren: Eine Kampfmittelüberprüfung, Freigabetermine beim Hersteller sowie ein neuer Stromanschluss mit Arbeiten im Straßenraum waren notwendig. Insgesamt dauerte der Prozess mehr als ein Jahr.
Die Kosten für den Umbau liegen bei rund 500.000 Euro. Etwa 20 Prozent davon wurden durch Fördermittel gedeckt. Weitere Mittel stammen aus Einsparungen sowie dem vorgesehenen Verkauf eines sanierungsbedürftigen Seminarhauses in der Winckelmannstraße. Die Maßnahme trägt zugleich zum dreijährigen CCAP-Klimaschutzprojekt der Nordkirche bei.

Klimaschutz und Biodiversität zusammen denken
Die Anlage wurde bereits beim Sommerfest der Akademie gefeiert. Die endgültige Inbetriebnahme steht noch aus, da ein Termin des Herstellers aussteht. Wie sich das Raumklima im ersten Winter entwickelt und wie hoch die Stromkosten im Vergleich zur bisherigen Ölheizung ausfallen, wird die Akademie nach der Heizperiode auswerten.
Für die beiden Außeneinheiten der Wärmepumpen bietet der Garten ausreichend Platz. Gleichzeitig gestalten Stipendiat:innen Teile der Fläche neu und bepflanzen sie. Damit verbindet die Akademie technische Klimaschutzmaßnahmen mit einem Beitrag zur Biodiversität und Agrarökologie.
- Ort: Akademie für Internationale Ökumene, Hamburg-Nienstedten
- Maßnahme: Ersatz einer Ölheizung durch zwei kaskadierte Luft-Wärmepumpen
- Ergänzende Maßnahmen: Dreifach verglaste Fenster, hydraulischer Abgleich; Dachdämmung geplant
- Klimaschutzwirkung: voraussichtlich rund 66 Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr
- Investition: rund 500.000 Euro, davon etwa 20 Prozent Fördermittel
- Lernpunkt: Bestehende Flächenheizungen wie Deckenheizungen können eine gute Grundlage für den effizienten Einsatz von Wärmepumpen sein. Eine frühzeitige Planung von Stromanschluss, Genehmigungen und Lieferterminen ist entscheidend.