
Hamburg, 04. Juli 2026 (ce) – Aus einer Idee ist Wirklichkeit geworden: Seit mittlerweile vier Jahren gibt es den Internationalen Kirchenkonvent auf dem Gebiet der Nordkirche. Dies ist am Sonntag (4. Juli) von Pastor*innen Internationaler Gemeinden gemeinsam mit Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Nordkirche, gewürdigt worden. 46 Internationale Gemeinden und auch die Nordkirche hatten im Juni 2022 feierlich eine Gründungsurkunde unterzeichnet – heute sind es sogar mehr als 50 Mitglieder. „Unser Netzwerk ist stark geworden“, betonte Prince Ossai Okeke, Referent für Internationale Gemeinden im Ökumenewerk der Nordkirche zu Beginn. Was unverbindlich begann, sei heute ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Kirche.
Landesbischöfin: Alle Menschen sind Ebenbilder Gottes

„Europa ist nicht das Zentrum des Christentums, nicht heute, nicht in der Vergangenheit und es wird es auch nie sein“, betonte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmid in ihrem Vortrag. Die Mehrheit der Christinnen und Christen lebe heute im globalen Süden. Viele der dynamischsten theologischen Entwicklungen unserer Zeit entstünden dort. „Diese Erkenntnis verändert unseren Blick“, sagte sie.
Besonders spannend sei für sie zum Beispiel die theologische Beschäftigung mit unserer Schöpfung und Klimagerechtigkeit. „Hier können wir in Deutschland viel lernen.“
Die vollständige Pressemitteilung zum Stand der interkulturellen Kirchenentwicklung und über zentrale Schritte für eine vielfältige, rassismuskritische und gemeinsam verantwortete Nordkirche lesen Sie hier…
Viele internationale Gemeinden sind seit Jahrzehnten Teil des kirchlichen Lebens in Norddeutschland. Die Landesbischöfin erläuterte weiter: „Menschen mit internationalen Biografien, mit Flucht- oder Migrationserfahrungen und People of Color, deren Familien seit Generationen in Deutschland leben, bringen ihre Gaben in unsere Kirche ein. Sie bringen Mehrsprachigkeit mit, andere geistliche Traditionen, ökumenische Erfahrungen, Resilienz, Hoffnung und einen Reichtum an theologischen Perspektiven.“ Schon längst seien alle gemeinsam Kirche Jesu Christi. Denn: „Jesus Christus begegnet Menschen nicht als Vertreterinnen und Vertretern bestimmter Gruppen. Er begegnet ihnen, er begegnet uns allen als Ebenbildern Gottes.”
Ziel: Mehr Gemeinden der Nordkirche für Konvent gewinnen

Bei der Feier zum vierjährigen Bestehen ging es auch um die Zukunft und Weiterentwicklung des Internationalen Kirchenkonvents. Vor allem soll verstärkt um die Mitarbeit von Gemeinden der Nordkirche geworben werden. Ein großes Thema ist auch noch immer die gemeinsame Nutzung von Räumen: Internationale Gemeinden haben in der Regel keinen Zugang zu Kirchen oder Gemeindehäusern der Nordkirche. „Hier unterstützen wir unsere Konvents-Mitglieder und wünschen uns auch mehr Offenheit in der Nordkirche“, betonte Prince Okeke.