Südbrasilien erlebt die schlimmste Hochwasserkatastrophe seiner Geschichte

Der von starken Regenfällen in Brasilien betroffene Bundesstaat Rio Grande do Sul hat die Größe von 80 % von Deutschland. Davon stehen weite Teile unter Wasser, zum Teil schon seit drei Wochen, Dämme drohen zu brechen. Es gibt viele Tote, viele Menschen werden noch vermisst, die Trinkwasserlage verschlechtert sich und weiterer Regen wird vorhergesagt. Selbst wenn es aufhört zu regnen, ist davon auszugehen, dass das Wasser noch Wochen stehen könnte.

Die Überschwemmungen sind eine Folge extremer Klimaphänomene wie El Niño, die durch die Erderwärmung noch verstärkt wird – aber auch von politischer Nachlässigkeit. Der Bundesstaat Rio Grande do Sul war auf diese Dimension einer Hochwasserkatastrophe nicht vorbereitet. Der Hochwasserschutz, der möglicherweise vor 20 Jahren noch ausreichend war, ist für ein solches Ausmaß einer Überschwemmung unzureichend.  

Der Flughafen ist geschlossen, möglicherweise bis September oder länger, die Infrastruktur ist für viele Monate ausgesetzt.

Die Kolleg*innen unserer Partnerkirche, der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB), deren Sitz in Porto Alegre, der Hauptstadt von Rio Grande do Sul, ist, sind sehr betroffen und geschockt. So ist auch der Sitz der Kirchenleitung auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Und der Regen soll wiederkommen. Nachdem der Pegel etwas gefallen war, steigt er nun wieder. Das Problem ist, dass in Porto Alegre alle großen Flüsse der Region zusammenfließen, es aber nur einen Abfluss in Richtung Meer gibt.

Die Behörden schätzen, dass es noch Wochen dauert, bis das Wasser wieder gesunken ist. Zehntausende Menschen harren inzwischen in Notunterkünften aus.

Auch zwei unserer Freiwilligen befinden sich zur Zeit dort und schreiben in ihren Blogs zur aktuellen Lage:

Blog Julia

Blog Jonathan

Kampagne des Gebetes und der Solidarität

Zur Kampagne des Gebetes und der Solidarität der brasilianischen Kirche geht es hier.

Ein Antrag auf humanitäre Soforthilfe für Partnerkirchen in Höhe von 10.000 € wurde bereits bewilligt, weitere Hilfen sind nötig und willkommen.

Jetzt spenden für brasilianische Partnerkirche – Nothilfe Überschwemmungen

ALTRUJA-PAGE-R3MT

Spendenkonto Zentrum für Mission und Ökumene
DE77 5206 0410 0000 1113 33 Evangelische Bank
Stichwort: Überschwemmungen Brasilien


Claudia Hug, Lateinamerikareferentin des Ökumenewerks der Nordkirche