„Religionen können und müssen einen Friedensdienst leisten“

Senatsempfang am Tag der Religionen am 17. November, der vom Interreligiösen Forum organisiert wurde. Foto: Senatskanzlei Hamburg

Zahlreiche Repräsentantinnen der großen Religionsgemeinschaften in Deutschland sind zum „Tag der Religionen“ nach Hamburg gekommen. Im Rahmen dieses jährlich an wechselnden Orten stattfindenden Treffens wurde in der Hamburger Hauptkirche St. Petri gemeinsam für den Frieden gebetet. Am Abend gab es einen Senatsempfang.    

Hamburg, 17. November 2025 (ce) – Rabbiner neben Imam, evangelische Bischöfin neben katholischem Bischof, buddhistische Nonne neben alevitischem Dede: Gemeinsam mit weiteren Repräsetant*innen der großen Religionsgemeinschaften beteten sie in der Hamburger Hauptkirche St. Petri für den Frieden. Denn ob Bibel, Tora, Koran, die Verse der Bhagavad gita oder die Werke von Bahá’u’lláh, die Sehnsucht nach Frieden teilen alle Religionen. Es war daher ein kraftvolles Zeichen, das von diesem multireligiösen Friedensgebet ausging. 

Die Betenden sind Mitglieder des „Runden Tisches der Religionen“ in Deutschland und waren zum „Tag der Religionen“ nach Hamburg gekommen. Im Rahmen dieses jährlich an wechselnden Orten stattfindenden Treffens ging es um das Hamburger Modell des „Religionsunterrichts für Alle“, das bundesweit einmalig ist. Nach dem Friedensgebet wurde die Delegation von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher begrüßt und sie ist zu einem Senatsempfang eingeladen worden.  

Respekt und Vertrauen durch Begegnung 

„Religionen können und müssen einen Friedensdienst für die Gesellschaft leisten“, betonte Bischöfin Kirsten Fehrs eindringlich. Dafür allerdings seien Begegnungen und Vertrauen unerlässlich. Nur in einer vertrauensvollen und respektvollen Begegnung könnten auch Differenzen besprochen werden. „Hier haben wir in Hamburg schon eine gemeinsame Strecke zurückgelegt“, sagte Fehrs und bezog sich auf das 25jährige Jubiläum des Interreligiösen Forums Hamburg in diesem Jahr, dessen Vorsitzende sie ist. 

Solidarisch gegen Anfeindungen sein 

Dass Menschen wegen ihrer Religion angefeindet und ausgegrenzt werden, ist auch in Deutschland erschreckende Realität. „Wir müssen zusammenstehen und füreinander da sein“, mahnte Rabbiner Andreas Nachama eindringlich. Denn: „Was einem von uns passiert, kann morgen dem anderen passieren“. Nachama bezog sich auch auf Diskussionen um die Schließung von Moscheen, wie aktuell der repräsentativen „Blauen Moschee“ in Hamburg. „Jede Schließung eines Gotteshauses ist schmerzhaft“, betonte der Schura-Vorsitzende Fatih Yildiz, „auch wenn es politisch geboten erscheint.“ Der Islambeauftragte der Nordkirche, Pastor Sönke Lorberg-Fehring, weist darauf hin, dass gerade im interreligiösen Dialog Differenzen offen diskutiert werden müssen. In diesem sensiblen Feld ist gegenseitiges Vertrauen ein sehr hoher Wert. Genauso wichtig ist die Solidarität der Religionsgemeinschaften untereinander. Daran dürfe es keine Zweifel geben. 

25 Jahre Interreligiöses Forum Hamburg 

Zu den Mitgliedern der Delegation gehören unter anderem für die evangelische Kirche Bischöfin Kirsten Fehrs, für die katholische Kirche der Bischof von Augsburg, Bertram Meier, für den Islam Burhan Kesici vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland und Rabbiner Prof. Andreas Nachama vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Carola Roloff vertritt die Deutsche Buddhistische Union, Nicola Towfigh den Rat der Baha’i und Gopi Prasad das Hindu Forum. 

Mitorganisiert wurde der Tag der Religionen vom Interreligiösen Forum Hamburg, das damit auch sein 25-jähriges Jubiläum begeht. Es wurde 2000 u.a. von Bischöfin Maria Jepsen und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke gegründet. Hier treffen sich regelmäßig führende Vertreter*innen der in Hamburg vertretenen Religionen, aus dem Ökumenewerk sind Sönke Lorberg-Fehring und der Beauftragte für den Christlich-Jüdischen Dialog, Tobias Pfeifer, Mitglied. Sie besprechen aktuelle Fragen und stärken Gemeinsamkeiten.  

Weitere Informationen zum Tag der Religionen finden Sie auf der Website des Runden Tisches der Religionen, siehe hier.

Hier finden Sie das ganze Friedensgebet zum Anschauen oder zum Download: