
Die Drohung mit Atomwaffen ist heute – auch 80 Jahre nach dem verheerenden Abwurf von zwei Bomben auf Hiroshima und Nagasaki – gegenwärtig. Atombomben löschen potenziell alles Leben auf unserer Erde aus, ihr Einsatz ist nie zu rechtfertigen. Die Drohung mit ihrem Einsatz zur Abschreckung oder um militärische Stärke zu signalisieren, darf nicht dazu führen, ihre Existenz zu akzeptieren en. „Unsere Welt muss atomwaffenfrei werden, das ist das Ziel“, betonen Julika Koch, Referentin für Friedensbildung, und Jörg Ostermann-Ohno, Referent für den Pazifik, im Ökumenewerk der Nordkirche. Die Stärkung und Ermutigung von Netzwerken und Friedensgruppen, die sich auch in unserer Kirche für Abrüstung und gewaltfreie Konfliktlösung einsetzen, ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.
Peace Boat: Überlebende im Hamburger Hafen
Anlass für die deutliche Positionierung waren Begegnungen auf dem Peace Boat, das auf seinem Weg von Japan nach New York im Juni einen Tag in Hamburg war. Julika Koch und Jörg Ostermann-Ohno haben es im Hafen besucht. Das Peace Boat ist eine japanische Nichtregierungsorganisation, die angesichts des im eigenen Land Erlebten weltweit zum Frieden mahnt. Oft fahren Überlebende der Atombombenabwürfe, Hibakushas genannt, auf dem Schiff mit, um ihre Erlebnisse und Erinnerungen zu teilen. In diesem Jahr führte das Schiff zudem eine Ausstellung von Nihon Hidankyo zu den Folgen der Atombombenabwürfe auf Japan mit. Nihon Hidankyo ist eine japanische Organisation von Hibakushas, die im vergangenen Jahr (2024) mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Einsatz für Frieden darf nie aufhören
„Überall auf der Welt gibt es Menschen, die sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen“, berichtet Julika Koch über das Gehörte auf dem Peace Boat. Sie schließt sich dem Appell der Hibakushas an: „Möge Nagasaki die letzte atomar bombardierte Stadt sein. Lasst uns unseren Kindern eine friedliche Erde ohne Krieg und Atomwaffen übergeben.“
Weltweit gibt es nur noch wenige Menschen, die die Atombombenabwürfe überlebt haben. Die Hibakushas teilen ihre Erinnerungen und warnen vor den Gefahren von Atomwaffen. Jörg Ostermann-Ohno war beeindruckt davon, dass die Hibakushas trotz ihres hohen Alters in ihrem Engagement nicht nachlassen und trotz ihrer furchtbaren Erlebnisse vor 80 Jahren Ruhe und Freundlichkeit ausstrahlen. „Sie bleiben bei ihrem Auftrag, gegen das Vergessen anzukämpfen und setzen sich unermüdlich für die Abschaffung von Atomwaffen ein“, berichtet Jörg Ostermann-Ohno. Ende Juni waren sie mit ihrer Mission wieder einmal in New York bei den Vereinten Nationen.