
Hamburg/Boltenhagen, 18. September 2026 (ce) – Vom 16. bis 18. September 2026 kamen in Boltenhagen-Tarnewitz Vertreterinnen und Vertreter von Partnerkirchen aus Europa, Asien und Afrika zu einer internationalen Konsultation zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kirchen gemeinsam Verantwortung für Klimagerechtigkeit übernehmen und konkrete Antworten auf die Folgen der Klimakrise entwickeln können. Initiiert und organisiert wurde die Begegnung von den Ökumenischen Arbeitsstellen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern sowie vom Ökumenewerk.
Hier die Pressemitteilung der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern zum Nachlesen
Herausforderungen der Klimakrise gemeinsames Thema

Teilnehmende aus Partnerkirchen unter anderem aus Tansania, Südafrika, Papua-Neuguinea, Polen, Schweden, den Niederlanden, Rumänien und Kasachstan tauschten Erfahrungen, Projekte und Perspektiven aus. Dabei wurde deutlich, dass die Auswirkungen der Klimakrise weltweit spürbar sind, sich jedoch je nach regionalem Kontext unterschiedlich darstellen.
Zur Eröffnung betonte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, dass die unterschiedlichen Erfahrungen der Partnerkirchen eine besondere Stärke der ökumenischen Zusammenarbeit seien: „Die Klimakrise sieht nicht an jedem Ort der Welt gleich aus.“ Die Konsultation biete die Möglichkeit, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
„Es gibt kein ,one size fits all‘. Wichtig ist, auf den jeweiligen Kontext zu schauen“, fasst auch Pastorin Katharina Davis vom Ökumenewerk der Nordkirche eine zentrale Erkenntnis der Beratungen zusammen. Während im globalen Süden vor allem Maßnahmen zur Anpassung an die bereits existierenden Folgen der Klimakrise und auch Bewusstseinsarbeit nötig seien, müsse der globale Norden vor allem Emissionen einsparen und auch die Kirche Verantwortung übernehmen. „Das bedeutet Gemeinschaft für eine bessere Zukunft für alle wirklich“, betont Uli Eder von der Infostelle Klimagerechtigkeit im Ökumenewerk.
Pastor Anton Knuth von der Akademie für Internationale Ökumene an der Universität Hamburg hielt einen Vortrag mit dem Titel: „Schöpfung, Wachstum und Gerechtigkeit: Eine theologische Grundlegung anlässlich der Dekade des Ökumenischen Rates der Kirchen für Klimagerechtigkeit, 2025–2034“.
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Großes Interesse fand die Vorstellung des tansanisch-deutschen CCAP-Klimapartnerschaftsprojekts durch Fabio Banet und Bischof Oscar Lema. Der Austausch über konkrete Ansätze und Erfahrungen regte weitere Ideen für die internationale Zusammenarbeit an. Dabei zeigte sich nach Worten von Katharina Davis auch die Stärke der Partnerschaften: „Gemeinsam sind wir so viel intelligenter als allein. Gemeinsam können wir so viel mehr erreichen.“ Viele Teilnehmende beschrieben die Begegnungen als ermutigend und hoffnungsvoll angesichts der Herausforderungen der Klimakrise. „Wir sind sehr froh darüber, dass es einen intensiven und offenen Austausch untereinander gab und konkrete Verabredungen getroffen wurden, wie ein zukünftige engere Zusammenarbeit zu Klimagerechtigkeit aussehen könnte“, sagte auch Änne Lange von der Ökumenischen Arbeitsstelle im Kirchenkreis Mecklenburg rückblickend.
Mehr erfahren über das Projekt Klimapartnerschaften des Ökumenewerks
Gemeinsames Klimapilgern und Besuch bei Projekten vor Ort
Ergänzt wurden die Beratungen durch einen Klimapilgerweg an der Ostsee sowie Besuche verschiedener Projekte in Kirchengemeinden und Initiativen der Region. Die Begegnungen vor Ort boten die Möglichkeit, praktische Beispiele für nachhaltiges Engagement kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
In ihrem Grußwort erinnerte die Landesbischöfin daran, dass Klimagerechtigkeit immer auch eine Frage globaler Verantwortung sei: „Die Folgen des Klimawandels betreffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, gehören oft zu denen, die am stärksten unter seinen Folgen leiden.“

Von historischen Verbindungen zu einem gleichberechtigten Miteinander heute
Die Konsultation war geprägt von einer offenen und zuversichtlichen Atmosphäre. Neben dem Thema Klimagerechtigkeit beschäftigten sich die Teilnehmenden auch mit der Zukunft ihrer Partnerschaften. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie aus historisch gewachsenen Beziehungen ein noch stärkeres, gleichberechtigtes Miteinander entstehen kann. Als wichtige Anliegen wurden eine intensivere Kommunikation, mehr theologischer Austausch sowie die stärkere Einbindung jüngerer Generationen benannt. „Der Einsatz für Klimagerechtigkeit und das Weitertragen der Partnerschaften muss an die nächste Generation weitergegeben werden“, betont Katharina Davis. Einigkeit bestand darin, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit auch künftig eine wichtige Grundlage bildet, um sich gemeinsam für Klimagerechtigkeit und globale Verantwortung einzusetzen.

Von li. nach re.: Bischof Oscar Lema, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Dr. Daniel Mono auf der Partnerkirchenkonsultation in Boltenhagen im September 2026. 
Gedanken zum Thema „Was uns verbindet“ bei Partnerkirchenkonsultation in Boltenhagen September 2026 
Klimapilgern an der Ostsee in Boltenhagen-Tarnewitz mit Vertreterinnen und Vertreter von Partnerkirchen aus Europa und Afrika.


