Generalversammlung des Ökumenewerks tagt in Breklum – Blick auf 150 Jahre Missionsgeschichte

Abstimmung im Plenum Generalversammlung
Abstimmung im Plenum Generalversammlung/Generalversammlung des Ökumenewerk

Hamburg, 18/19. September 2026 (ce) – Am Freitag und Samstag (18. und 19. September 2026) tagte im nordfriesischen Breklum die Generalversammlung des Ökumenewerks der Nordkirche. Die Delegierten verabschiedeten den Haushalt des selbstständigen Werkes und beschäftigten sich mit seinen historischen Wurzeln. Nach Abschluss der Tagung wurde an 150 Jahre Breklumer Mission erinnert: Das Ökumenewerk ist die juristische Nachfolgeorganisation der 1876 von Pastor Christian Jensen in Breklum gegründeten Schleswig-Holsteinischen Evangelisch-Lutherischen Missionsgesellschaft.

Vorstandsvorsitzende: „Ich sehe das Ökumenewerk auf einem guten Weg“

Vorstandsvorsitzende Maditha Baudach Bericht vor Generalversammlung September 2026

Madita Baudach, Vorstandsvorsitzende des Ökumenewerks, informierte die Delegierten über Schwerpunkte und Ziele des Werkes: „Ein dauerhafter Schwerpunkt ist die Begleitung des Werks im Hinblick auf die Schwerpunktziele und finanzielle Konsolidierung“, sagte sie im Vorfeld. Zu den Schwerpunktzielen gehören unter anderem der Einsatz für Klimagerechtigkeit, für interkulturelle Kirchenentwicklung sowie antirassistische und dekoloniale Strukturen und für zukunftsfähige und gleichberechtigte ökumenische Partnerschaften.

Auf dem Foto: Madita Baudach präsentiert den Delegierten ihren Bericht und ihre Gedanken.

„In der machtkritischen und dekolonialen Reflexion der Geschichte und der aktuellen Arbeit des Werks sehe ich Chancen, da diese Auseinandersetzung zeitgemäß und zukunftsgewandt ist“, erläuterte die Vorstandsvorsitzende weiter. Dabei sei es wichtig, mit allen sich Engagierenden im Austausch zu bleiben, wertvolle Arbeit im Haupt- und Ehrenamt wertzuschätzen und so viele Perspektiven wie möglich miteinzubeziehen. Dafür wolle sie sich in ihrer Rolle einsetzen.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier zum Download.

Geschäftsführer Matthias Kahnert präsentiert den Jahresabschluss 2025

Haushalt: Aktuell höhere Erträge und Zuweisungen

Das Haushaltsjahr 2025 schließt mit einem positiven Ergebnis in Höhe von 608.601,13 EUR. „Die Erträge aus Kirchensteuern und Zuweisungen, die Kollekten und Spenden sowie die Finanzerträge fielen höher aus als geplant“, erläuterte der Geschäftsführer des Ökumenewerks, Matthias Kahnert. Allerdings: „Zukünftige Haushaltsjahre werden zwangsläufig kritischer verlaufen, da der Trend zu deutlich geringeren Kirchensteuereinnahmen unumkehrbar ist. Hinzu kommt eine momentan sehr angespannte konjunkturelle Lage in Deutschland, deren Auswirkungen zusätzlich auf die Kirchensteuereinnahmen Einfluss haben werden.“ Die Delegierten haben schließlich den Jahresabschluss für 2025 angenommen und auch den Haushalt für die Jahre 2026/27 verabschiedet.

Impressionen von der Generalversammlung

Da die Delegierten sich zu ihrer ersten regulären Arbeitssitzung trafen, nahm die Vorstellung der verschiedenen Bereiche des Ökumenewerks einen breiteren Raum ein. Anhand mehrerer Stationen gab die Gelegenheit, mit den Referent*innen ins Gespräch zu kommen.

Tag 2 der Generalversammlung: Es geht um Entstehung und Zukunft des Ökumenewerks

Am Vormittag des zweiten Tages standen Entstehung und Zukunft des Ökumenewerks auf dem Programm. Direktor Christian Wollmann zeichnete die institutionelle Entwicklung des Werkes von den Anfängen der Breklumer Mission nach und nahm die Delegierten mit in Überlegungen zur künftigen Ausrichtung. „Die Geschichte unseres Werks ist nicht nur eine Geschichte institutioneller Entwicklung. Sie stellt uns auch vor die Frage, wie wir heute mit dem Erbe von Mission und Kolonialismus umgehen“, erläuterte er.

Direktor Christian Wollmann berichtet der Generalversammlung über Entstehung und Zukunft des Ökumenewerks

Direktor: „Macht teilen und Vielfalt achten“

„Unsere Aufgabe ist es, Beziehungen auf Augenhöhe zu gestalten; nicht übereinander, sondern miteinander zu sprechen; Macht zu teilen; Vielfalt zu achten; und die Erfahrungen unserer weltweiten Partnerinnen und Partner nicht nur ergänzend, sondern als unverzichtbar für unser eigenes Glauben, Denken und Handeln wahrzunehmen.“

Hintergrund: Die Generalversammlung des Ökumenewerks

Die insgesamt 73 Mitglieder der Generalversammlung waren bis Anfang des Jahres von allen Kirchenkreisen, dem Bischofsrat, der Landessynode, der Kirchenleitung, dem Missionskonvent und dem Verein der Freunde der Breklumer Mission neu gewählt worden. Sie sind nun sechs Jahre im Amt. Der Bischofsrat hat Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt bestimmt, dadurch ist sie Vorsitzende der Generalversammlung. Bereits auf ihrer konstitutierenden Sitzung im April hatten die Delegierten neue Mitglieder für den Vorstand gewählt.