
Im Mai feiern wir die Gründung des Europarates auch mit Europa-Gottesdiensten. Doch: Frieden in Europa ist nicht mehr selbstverständlich und der Glaube an Europa als Friedensprojekt auch nicht.
Netzwerke stärken durch Partnerschaften
Hamburg, 6. Mai 2026 (ce) – Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine fühlen sich unsere östlichen Partnerkirchen bedroht. Europakritische und auch europafeindliche Parteien gewinnen Wahlen. Umso wichtiger ist es auch heute, gemeinsame Netzwerke zu stärken und in Gebeten Kraft zu tanken.
Nah dran an den Sorgen und Hoffnungen von Menschen in Europa ist Pastorin Zanda Ohff. Zur diesjährigen Europawoche und dem Europatag am 9. Mai hat sie ihre Gedanken in einem Gebet zusammengefasst:

Europareferentin Zanda Ohff: „Stärke uns, Verantwortung zu übernehmen“
Wir bitten Dich, Gott, für die verschiedenen Völker, die sich um Versöhnung und Verständigung untereinander bemühen,
für alle Menschen, die hier ein Zuhause finden und das Europa mitprägen:
Hilf uns, dass wir weiterhin umsichtig und großherzig das Europa gemeinsam zu einem Ort gestalten,
an dem wir Menschlichkeit und Gerechtigkeit üben.
Wir danken dir, dass wir in diesem Land schon so lange im Frieden leben.
Wir danken für die Freiheit und die vielfältigen Möglichkeiten, unsere Staaten und das eigene Leben zu gestalten.
Vergib uns, wenn wir träge und selbstsüchtig werden und vergessen, dass dein Frieden die ganze Erde umspannen will.
Stärke unseren Willen und Mut, dass wir die Verantwortung übernehmen und uns für einen gerechten Frieden weltweit einsetzen.
Wir bitten dich für Menschen, die keinen Frieden finden, und für die, die nicht im Frieden gelassen werden;
für Menschen, deren Heimat zerstört wird, denen das Recht auf Selbstbestimmung gewährt wird,
die zum Spielball der Meinungsmacher und zur Verhandlungsmasse politischer Machthaber werden:
Lass dein Licht über sie leuchten, dass sie erkennen, was sie vom Leben abhält;
leite sie mit deiner Wahrheit, das sie Hoffnung auf ein Leben in Würde schöpfen und Mut finden, für ihre Rechte einzustehen.
Hilf uns, den Zeug*innen der Ungerechtigkeit und der Zerstörung an so vielen Orten, den Opfer beizustehen, wie du es tust.
Bewahre das Gute, verändere das Unvollkommene, mache uns fähig, gerecht zu handeln und im Frieden zu leben.
Amen.