Erste lutherische Bischöfin aus Ostafrika zu Gast in der Nordkirche

Bischöfin Catherine Ngina Musau von der Kenianischen Evang.-Luth. Kirche und Pn. Katharina Davis, Afrikareferentin im Ökumenewerk, Juni 2026. Foto: Claudia Ebeling

Mit Bischöfin Catherine Ngina Musau reist erstmals eine lutherische Bischöfin aus Ostafrika nach Norddeutschland. Die kenianische Kirchenleiterin setzt Impulse für gelebte Partnerschaft, Wachstum der Kirche und mehr Geschlechtergerechtigkeit – und fordert neue Ideen für die ökumenische Zusammenarbeit jenseits von Finanzhilfen. In Gesprächen geht es um gemeinsames Lernen, Klimagerechtigkeit und die Zukunft global vernetzter Kirchen.

Hamburg, 26. Juni 2026 (ce) – Hochrangiger und historischer Besuch in der Nordkirche: Ende Juni hat die erst am Pfingstsonntag in ihr Amt eingeführte Bischöfin der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Catherine Ngina Musau, das Ökumenewerk und Kirchenkreise mit Partnerbeziehungen besucht. Außerdem trifft sie Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Bischöfin Ngina Musau ist in mehrfacher Hinsicht eine Pionierin für Frauen in Afrika: Sie ist die erste lutherische Bischöfin Ostafrikas, erst die dritte in Afrika überhaupt und sie war auch die erste Frau, die 2003 in der Kenianischen Kirche ordiniert wurde. 

„Partnerbeziehungen erweitern unseren Horizont“

„Wir brauchen eine neue Ideen für unsere Partnerbeziehung“, betonten übereinstimmend die Bischöfin sowie Afrikareferentin Katharina Davis und der Geschäftsführer des Ökumenewerks, Olaf Rehren. „Unsere Beziehung darf nicht von Finanztransfers bestimmt sein“, so die Bischöfin. Für sie seien internationale Beziehungen „gemeinsames Lernen voneinander“ und eine Chance, den eigenen Horizont zu erweitern. Dies sei für die Zukunft in unserer globalisierten Welt unerlässlich.

„Unsere Kirche wächst“, erläuterte Catherine Musau. Schon vor vielen Jahren hätten die Gemeinden in Kenia angefangen, zum Beispiel Jugendliche zu binden, ihnen auch Ämter anzuvertrauen und neue Gottesdienstformen zuzulassen. „Eure Kirchen haben uns einst die Bibel gebracht, warum schafft ihr es nicht mehr, die Menschen zu begeistern?“, fragte sie. „Vom Weg dieser Kirche können wir hier viel lernen“, sagte Afrikareferentin Davis. 

Impulse für Klimaschutz-Strategie

Uli Eder (li.) und Judith Meyer-Kahrs (re.) von der Infostelle Klimagerechtigkeit mit Bischöfin Catherine Musau. Foto: Claudia Ebeling

Beeindruckt war die Bischöfin dagegen von der klaren Strategie und dem planvollen Vorgehen der Nordkirche und des Ökumenewerks, um klimaneutral zu werden. Uli Eder und Judith Meyer-Kahrs von der Infostelle Klimagerechtigkeit beschrieben die vielen per Gesetz geregelten Maßnahmen und auch, wie Bildung und Bewusstseinsarbeit auf Gemeindeebene über die Jahre viel verändert habe. „Hier nehme ich viele Impulse für meine Kirche mit“, so Bischöfin Musau.

Als erste Frau zur Bischöfin gewählt: „Gott hat mich erhört“

Der Weg zur Bischöfin war, so berichtet es die 54jährige, „eine lange, beschwerliche Reise“. Die Kirchenverfassung sieht zwar grundsätzlich diese Möglichkeit vor, doch die gesellschaftliche und kirchliche Überzeugungsarbeit war dennoch aufwendig. Catherine Ngina Musau beschreibt ihre Wahl als Antwort auf ihr Gebet: „Als ich die Wahlen gewonnen hatte, war für mich klar, dass Gott meine Gebete erhört hat.“

Vor ihrer Wahl zur Bischöfin koordinierte sie ab 2019 den Prozess zur Formulierung einer Agenda für Geschlechtergerechtigkeit in ihrer Kirche. In ihrer Antrittsrede betonte sie: „Das Bischofsamt ist nicht nur ein Ehrentitel, sondern ein heiliges Vertrauen und eine Berufung, Gott und den Menschen zu dienen.“ Die Generalsekretärin des Lutherischen Weltbundes, Pfarrerin Dr. Anne Burghardt, bezeichnete ihre Wahl als „wichtiges Zeichen der Hoffnung auf Gendergerechtigkeit in den Kirchen in ganz Afrika“.

Einführung von Biischöfin Catherine Ngina, Ev. Luth. Kirche Kenia (KELC), 2025. Foto: LWF

Bischöfin Catherine Ngina Musau ist die Nachfolgerin von Bischof Johnes Meliyio, der der Kirche seit 2020 voranstand. Die Kirche, die aus der Missionsarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania heraus entstanden war, hat heute rund 15.000 Mitglieder.

Weitere Stationen in Kirchenkreisen und bei der Landesbischöfin

Im Rahmen ihrer Reise durch die Nordkirche besucht die Bischöfin am Wochenende die Kirchenkreise Rantzau-Münsterdorf und Dithmarschen. Am Montag trifft sie Ladesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt in Schwerin.

Mehr Informationen

  • Besuch von Bischöfin Musau im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Mehr lesen…
  • Mehr zur Einführung von Bischöfin Musau vom Lutherischen Weltbund. Weiter…
  • Mehr zur EInführung von Bischöfin Musau von der Mission Eine Welt. Weiter…