
Hamburg, 21. Januar 2026 – Die Praxis des Fastens gibt es in nahezu allen Kulturen und Religionen. Viele Menschen sehnen sich nach einer Zeit der Beschränkung und verzichten auf Nahrung, Tabak oder Alkohol. Es ist auch eine Zeit der Reinigung und der Umkehr. Während dieser Zeit können wir uns öffnen für neue Gewohnheiten und Impulse.
Pastor Prince Ossai-Okeke, Referent für Internationale Gemeinden im Ökumenewerk der Nordkirche, erzählt von der Tradition des Fastens in vielen Internationalen Gemeinden zum Jahresanfang. „Fasten: Wir legen das Jahr in Gottes Hände, zur Leitung, zum Schutz, zur Vorsorge und zum Segen“, schreibt er.
Prince Okeke: „Fasten ist ein geistlicher Auftakt für das Jahr“
„Zum Beginn eines neuen Jahres wird in vielen internationalen Gemeinden gefastet: Wir empfangen ein Leitwort, ein Motto für das vor uns liegende Jahr, ähnlich der Jahreslosung, die evangelisch-lutherische Gemeinden in Deutschland leitet. Dieses Leitwort wird nicht als bloße Theorie verstanden, sondern als göttliche Richtung für das gesamte Jahr. Um dieses Wort zur Realität werden zu lassen, verbindet die Gemeinde es bewusst mit Fasten und intensivem Gebet.

Diese Fastenzeiten unterscheiden sich je nach Gemeinde in ihrer Dauer: Manche Gemeinden fasten 21 Tage, andere den gesamten Monat Januar, wieder andere sogar 40 Tage. Während dieser Zeit finden in vielen Gemeinden tägliche Gebetszeiten statt – morgens, abends oder beides, je nach Möglichkeit. Diese Gebete sind gezielt, intensiv und erwartungsvoll. Die Gemeinde bittet Gott darum, dass das verheißene Wort sichtbar wird und sich manifestiert.
Fasten zu Beginn des Jahres verstehen wir auch als geistlichen Auftakt: Wir in den Gemeinden erkennen an, dass wir nicht wissen, was das Jahr bringen wird – Gott aber kennt es. Durch Fasten und Gebet wird das ganze Jahr bewusst in Gottes Hände gelegt: zur Leitung, zum Schutz, zur Versorgung und zum Segen.
Neben dem gemeinschaftlichen (corporate) Fasten wird jedes Gemeindemitglied ermutigt, sich persönlich zu reflektieren:
- Wie war mein vergangenes Jahr?
- Wie möchte ich mich geistlich, familiär und persönlich weiterentwickeln?
- Wie war meine Rolle als Vater, Mutter, Ehepartner oder Gemeindemitglied?
- Welche Veränderungen möchte Gott in mir bewirken?
Fasten ist somit eine Zeit der inneren Ordnung, der Erneuerung von Gedanken und der bewussten Neuausrichtung. Ein zentraler Aspekt des Fastens ist auch die Intensivierung der persönlichen Beziehung zu Gott. In dieser Zeit sucht der Gläubige bewusst Gottes Nähe, hört auf seine Stimme und entdeckt neue Wege des Dienens – sowohl in der Gemeinde als auch im Alltag.
In vielen internationalen Gemeinden gilt: Eine Gemeinde oder ein Christ, der weder betet noch fastet, wird nicht als geistlich lebendig wahrgenommen. Deswegen gibt es viele Zeiten des Fastens bei uns, zum Beispiel vor Ostern, um Pfingsten, im Herbst oder am Jahresende.“
Prince Ossai Okeke, Referent für Internationale Gemeinden im Ökumenewerk der Nordkirche und Pastor des „Christ Ambassadors Ministry“.
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