150 Jahre Breklumer Mission: Erinnern und Verantwortung wahrnehmen

Hamburg/Breklum, August 2026 (ce) – Im September erinnert das Ökumenewerk der Nordkirche an den Beginn der Breklumer Mission vor 150 Jahren. „Wir blicken sowohl mit Freude und Dankbarkeit auf dieses Datum, als auch selbstkritisch und zurückhaltend“, betont der Direktor des Ökumenewerks, Dr. Christian Wollmann. Das Ökumenewerk ist als selbstständiges Werk der Nordkirche die juristische Nachfolgeorganisation der 1876 von Pastor Christian Jensen in Breklum gegründeten Schleswig-Holsteinischen Evangelisch-Lutherischen Missionsgesellschaft.

Dankbar sei er dafür, sich hier und weltweit mit Partnern für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen zu können. Positive Wirkungen und Veränderungen seien sichtbar und erfahrbar. Zugleich seien „wundervolle Beziehungen“ zu Kirchen und ökumenischen Netzwerken weltweit gewachsen. Aber es gebe auch noch immer bestehende Ungerechtigkeiten aufgrund von kolonialen Kontinuitäten und Rassismen.

Alle Werke seit der Gründung der Breklumer Mission seien in die koloniale Geschichte verstrickt. „Das war auch in den 70ern schon Thema, letztlich schon in den 20ern des 20. Jahrhunderts. Fertig sind wir noch lange nicht, wir nehmen eher wahr, wie wenig weit wir bei uns und in der weltweiten Ökumene gekommen sind“, sagt Direktor Wollmann. Die Historie des Ökumenewerks arbeitet heute eine Arbeitsgruppe unter rassismuskritischen und dekolonialen Gesichtspunkten auf.

Die Erinnerung an den Beginn der Breklumer Mission wird am 19. September begangen. Zunächst tagt am 18. September die neu konstituierte Generalversammlung des Ökumenewerks, am Tag danach findet ein Gottesdienst gemeinsam mit internationalen Gästen in der Breklumer Kirche statt und es gibt die Möglichkeit, sich an mehreren Stationen mit kolonialen Strukturen anhand von Themen auseinanderzusetzen.

Hintergrund

Im Jahr 1876 hatte Pastor Christian Jensen im nordfriesischen Breklum die Schleswig-Holsteinische Evangelisch-Lutherische Missionsgesellschaft gegründet. 1971 wurde die Missionsgesellschaft zu einem selbständigen Werk der Nordelbischen Kirche und erhielt den Namen Nordelbisches Zentrum für Weltmission und Kirchlichen Weltdienst – Kurzform: Nordelbisches Missionszentrum (NMZ). Nach der Fusion der Nordelbischen Kirche in die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) kam es zur Umbenennung in Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit. Mit der Fusion flossen in das Werk ökumenische Traditionen und Beziehungen der drei Gründungskirchen ineinander.

Am 26. Januar 2024 wurde das Zentrum für Mission und Ökumene mit den ökumenischen Diensten und Werken des Hauptbereiches Mission und Ökumene der Nordkirche fusioniert und in „Ökumenewerk der Nordkirche“ umbenannt.