Halbzeit und Ferien der Kinder in Padilha

Mittlerweile bin ich schon eine weile hier und es ist Halbzeit.

Was heißt das genau?

Wir sind jetzt seit Mitte Januar, nachdem wir die Zeit über den Jahreswechsel genutzt haben um uns jeweils mit anderen Freiwilligen zutreffen, was richtig cool war und spaß gemacht hat, drei Freiwillige in Padilha was das zusammenleben neu gestaltet und mehr raum zum spielen und Sachen zusammen machen lässt.

So kann ein Teil des Weges zur Arbeit bei Regen aussehen.

 Was unsere Einsatzstelle betrifft gehen wir von uns Zuhause rüber in das Projekt was nicht länger als fünf Minuten dauert. Auf dem weg grüßen wir viele von den Nachbarn und den Menschen die einem so entgegenkommen, so auch auf dem Rückweg oder wenn man einfach so durch das Dorf geht. Viele sitzen am Wochenende und Nachmittags vor Ihrer Tür, ihrer gefliesten Auffahrt, was gleichzeitig Terrasse sein kann oder so, dass sie die Straße von drinnen mit offener Tür sehen können und trinken ihren Chimarrao/Mate und dann ist man auch schon in dem Projekt angekommen wo es dann einen Fußballsandplatz und die Unterschiedlichen Wohnhäuser für die 80 bis 90 Kinder gibt.

Dann sind jetzt, weil die Kinder von Mitte Dezember bis Mitte Februar Ferien haben, alle Kinder da, deshalb fahren manchmal einzelne Gruppen (Es gibt unterschiedliche Häuser, einmal die ganz Kleinen von Null bis Sechs, dann die Pequenos von 7 bis 12 und die Großen, die jeweils Mädchen und Jungs nochmal ein eigenes Haus haben, die sind von 13 bis 17) an die Lagoa oder an das Meer, was dann so anderthalb bis zwei stunden Fahrzeit bedeutet, wenn´s gut läuft. Dort angekommen wird dann der Tag verbracht mit Churrasco, was man als Grillen auf Spießen bezeichnen könnte und auch einfach das Salzwasser, den Strand und die Aussicht genossen, was auch nicht für alle Kinder sonst selbstverständlich wäre, die Möglichkeit zu haben. Sonst sind wir mit den Kindern viel hier im Dorf am Fluss hier wo es immer wieder stellen zum Schwimmen gibt, aber auch so, dass die Kinder die nicht schwimmen können trotzdem im Wasser Spaß haben können. Dabei ist der Badeplatz mit dem Seil zum reinschwingen und zum so springen natürlich am beliebtesten, auch für mich:). Was ich dort jetzt vor allem letztes mal gemerkt habe ist, wie schön das ist Kindern weiterzuhelfen und ihre Angst etwas neues zu machen überwinden zu können und dann eine Riesenfreude daran haben, z.B. sich immer wieder in das Wasser zu schwingen an dem Seil oder auch einfach was neues zu lernen, wie das Steine flippen.

Ich habe jetzt bei dem zurückkommen aus dem Urlaub sehr gemerkt, wie mir die Kinder aber ich den Kindern auch ans Herz gewachsen bin, als ich den Tag nachdem ich angekommen bin wieder in das Projekt gekommen bin sind mir direkt Kinder, auch die Großen, in die Arme gesprungen und haben sich riesig gefreut, dass ich wieder da bin (ich auch). Da bin ich dann, weil die da gerade beim loslaufen waren, mit ihnen zu dem anderen Grundstück mit Pool gegangen, dass zum Heim gehört und dort den Tag verbracht. Dort Kochen die Gruppen und Essen dann dort, wenn sie den tag dort verbringen.

Was vielleicht auch interessant zu wissen ist ist, warum die Kinder bei uns im Heim sind, gerade weil alle Projekte Soziale Projekte sind, dennoch sehr unterschiedlich. Die Kinder bei uns sind hier per Richterlichem Beschluss, wegen Missbrauchsfällen, Drogenmissbrauch und weil es Zuhause teilweise gar nicht funktioniert, in extremen Fällen wissen Eltern auch gar nicht wo ihr Kind oder ihre Kinder sind. Viele der Kinder sind übergangsweise da, damit sich die Eltern neu organisieren können und die Kinder dann nach und nach wieder zurück können (weshalb dann auch viele über weihnachten Zuhause waren aber auch immer zwischendurch mal welche weg sind), teilweise sind Kinder auch schon ziemlich lange da und wohnen dann ganz hier bis sie 18 sind. Es gibt vieles was man hier lernen muss auch wenn es einem am Anfang gar nicht wirklich auffällt, vielleicht weil man so mit der Sprache beschäftigt ist. Eine der dinge ist ist, dass man die Kinder schnell in sein Herz schließt und sie dann manchmal auf einmal nicht mehr im Heim sind und zurück dürfen, was natürlich für die Kinder im Normalfall richtig gut ist. (Viele Sachen die ich bisher gelernt habe kann ich gerade gar nicht wirklich benennen, da läuft glaube ich viel unterbewusst, was ich benennen kann ist die Geduld die bei mir für Kinder mehr geworden ist, gerade mit all den Kindern die alle ihre eigene nicht so schöne Geschichte mitbringen und verhaltensauffällig und viel Liebe aber auch regeln und Tagesabläufe brauchen. Alle Mitarbeiter werden direkt dann zu den Familienmitgliedern die sie bis auf Geschwister, die in dem selben Heim untergebracht werden müssen, dann in dem Moment nicht haben können,)

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