Hey, heute möchte ich euch mein Projekt etwas genauer vorstellen.
Mein Projekt ist das Centro Comunitario de nuestra Señora del Luján. Und wie man vielleicht am Namen schon hört handelt es sich dabei um ein katholisch geleitetes Projekt.
Meine Chefin ist Hermana Marta. Eine Nonne des Ordens Fouclaud. Viele derMitglieder leben ein ganz normales Leben unter anderen Menschen. Meist in armen Vierteln oder bei ausgegrenzten Menschen. Sie tragen meist keine Kluft, da sie nicht auffallen wollen sondern näher bei den Menschen sein wollen. Auf Augenhöhe und mit Vertrauen. Sie unterstützen die Hilfsbedürftigen. Und genau dass macht auch Hermana Marta. Sie ist inzwischen 86 Jahre alt und leitet das ganze Projekt. ständig hat sie irgendwelche Besprechungen, Leute kommen vorbei und wollen nur mit ihr reden und sie nimmt sich so gut sie kann für jede Person zeit. Und wenn mal nicht genügend Mitarbeiter da sind ist sie die erste die mit anpackt. Trotz ihrer 86 Jahre ist sie sich nicht zu Schade 10 Kilo Reis zu oder Tische zu schleppen. Sie ist voller Liebe und zeigt das auch allen. Sei es der Katze, dem zwei jährigen Kind oder den etwas schwierigen 12 Jährigen. Sie versucht ständig das Projekt zu optimieren und zu verbessern und dabei auf alle Wünsche einzugehen.
Der Hauptbestandteil des Projekts sind heute die Kinder und Jugendlichen. Vormittags die Kleineren (6-10 Jahre) und nachmittags die Größeren (10-14 Jahre). Es werden Workshops wie Sport, Keramik und Nachhilfe organisiert und die Kinder bekommen Frühstück und Mittagessen. Ansonsten gibt es für den Sommer Pools und einen Hinterhof wo einfach frei gespielt werden kann. Früher gab es auch einen Kindergarten, der aber leider aufgrund von Geldmangel geschlossen werden musste. Man merkt aber an den Erzählungen der Hermana, dass er ihr viel bedeutet hat uns sie die kleinen Kinder vermisst.
Es gibt es noch zwei Müttergruppen, die eine ist eine etwas kleinere (und neue) Gruppe für junge Mütter, die ihre Schulausbildung aufgrund der Schwangerschaft nicht beenden konnten. Dort sorgen die Leiterinnen dafür, dass der Schulabschluss trotzdem noch gelingen kann. Die andere große Gruppe ist eine allgemeinere Gruppe wo sich ausgetauscht und informiert wird und gegenseitig unterstützt wird.
Außerdem gibt es einen Workshop für Menschen mit Behinderungen und eine Erwachsene-Schule, ein kleiner Kurs bei dem Erwachsene lesen und schreiben lernen können. Einmal die Woche kommen auch zwei Anwälte zu uns ins Projekt und machen eine offene Sprechstunde. Die Bewohner des Viertels können sich dort kostenlos zu rechtlichen Fragen beraten lassen.
Jeden Mittwoch gibt es eine kleine „Feria“, einen kleinen Flohmarkt. Wo wir gespendete Klamotten für wenig Geld verkaufen. So verdient das Projekt etwas Geld und die Menschen können günstig Klamotten kaufen.
Alle zwei Wochen gibt es einen „Markt“. Wir breiten Stände mit Grundnahrungsmitteln vor und die Menschen können sich die Lebensmittel kostenlos abholen. Sie stehen teilweise stundenlang dafür an. Es gibt Milch, Käse, Eier, Brot, Huhn, Tomatenpüree, Nudeln, Reis, Obst, Gemüse und Mate-yerba.
Als Freiwillige sind wir vor allem mit den Kindern beschäftigt. Die ganzen Sonderkurse sind von externen professionellen Leuten geleitet, da sind wir meist nicht dabei. Wir helfen aber bei der Feria und dem Markt mit.
Bjarne und ich machen uns auf den Weg zur Bahnstation. Wir begrüßen unseren Nachbarshund, ein Stück weiter winken wir dem Kioskbesitzer zu, der mir beim letzten Mal, als ich meine SUBE-Karte aufgeladen habe, noch ein Glas Wasser angeboten hat. An der Kreuzung zur Bahn ruft der Obstverkäufer: „¿Todo bien, amigos?“ In der Bahn grüßen wir den Verkäufer von gebrannten Mandeln. Wir steigen aus, und Agustín, der Chipás verkauft, gibt uns einen Handshake und fragt Bjarne, wo er die letzten Tage war, er war krank. Es sind kleine Begegnungen, aber sie gehören fest zu unserem Alltag hier in Buenos Aires. Wenn wir dann die Tür zur Arbeit betreten, geht es erst richtig los. Wir begrüßen die Mitarbeiterinnen mit Besitos, einem schnellen Kuss auf die rechte Wange, manche zusätzlich mit dicken Abrazos. Jeder nimmt jeden einmal wahr, zur Begrüßung und zum Abschied. Vor sechs Monaten hat mich diese Nähe manchmal befremdet. Ich fand es merkwürdig, Menschen, die ich kaum kenne, so nahe zu sein. Und auch heute noch, wenn ein Mann mir nach einem kurzen Gespräch auf der Straße einen Besito geben möchte, strecke ich ihm meine Hand für einen Handshake aus. Am Anfang fiel es mir auch schwer, die Gesten einzuordnen. Was bedeutet ein Abrazo? Wann ist ein Besito einfach eine freundliche Begrüßung, wann ist er persönlicher? Verhalte ich mich bei unterschiedlichen Menschen anders? Wie nah ist zu nah? Manchmal bin ich mir noch immer unsicher. Doch die Nähe auf der Arbeit ist mir inzwischen unglaublich wichtig geworden. Sie gibt mir das Gefühl von Zugehörigkeit und gibt das Gefühl gesehen zu werden und meinen Gegenüber zu sehen. Mein Chef Claudio spricht oft davon, dass wir eine große Familie sind, und diese Begrüßungen unterstreichen genau das. Mittlerweile kommen die Umarmungen und Besitos ganz natürlich. Und ich glaube wirklich, dass sich unser Miteinander verändert, wenn wir uns alle zur Begrüßung einen Besito geben, egal ob unseren Freundinnen, Mitspielerinnen oder Arbeitskolleginnen. Mit der Nähe schenkt man sich automatisch mehr Präsenz und fragt einander „Hola, ¿todo bien?“ und möchte eine Antwort hören , auch wenn sie oft nur kurz sein mag.
Nach der Arbeit geht nicht sofort jeder nach Hause. Oft sitzen wir noch eine Stunde zusammen. Ebenso nach dem Volleyballtraining, denn die soziale Zeit ist die wichtigste.
Die Selbstverständlichkeit von Abrazos und Besitos und die damithergehende Wärme möchte ich mitnehmen. Buenos Aires hat mir gezeigt, dass zwischen Fremden oft nur ein Lächeln liegt. Und dass ein bisschen mehr Nähe den Alltag einfach schöner machen kann. Grande Abrazo Sarah
¡Buenas! Ich bin Beat, komme aus Berlin und mache meinen Freiwilligendienst, zusammen mit meinem Mitfreiwilligen Lion, in Buenos Aires, Argentinien, genauer gesagt im Stadtteil Los Cruces/Los Polvorines in dem Projekt „En Acción“, einem Nachbarschaftszentrum für alle Altersklassen. In diesem Blog möchte ich ein bisschen von der Geschichte des Projekts und von meinen Aufgaben dort erzählen.
Das Projekt wurde 1998 eröffnet. An dem Ort, an dem es heute liegt, befand sich zuvor jedoch eine inoffizielle Müllhalde. Der Pfarrer, der zwei Blocks entfernt in der Kirche arbeitete, nahm sich des Projekts an und verwandelte die Müllhalde in das heutige „Campito“, was so viel wie „kleines Feld“ bedeutet. Dieser Pfarrer heißt Luciano und ist noch heute Leiter des Projekts. Er trommelte eine große Gruppe von Freiwilligen zusammen, um den Müll wegzuräumen.
Nach der Eröffnung war das Campito zunächst eine Art Park mit Fußballplatz und anderen Möglichkeiten, sich auszutoben. Nach einiger Zeit wurde dann das erste Gebäude fertiggestellt, mit einer Küche, einer Werkstatt und einem großen Raum für Gruppenaktivitäten. So begannen auch die ersten Workshops, auch talleres genannt, sowie das Fußballtraining. Die talleres richten sich an Erwachsene, das Fußballtraining an Kinder und Jugendliche.
Freitagnachmittag im Projekt
Das Team wuchs stetig, es kamen immer mehr Mitarbeitende dazu, und auch die ersten internationalen Freiwilligen wurden eingeladen. Auf dem Campito arbeiten seit knapp 20 Jahren internationale Freiwillige mit. Zunächst waren es französische Freiwillige, meist Gruppen von etwa 15 Personen, die jeweils drei Monate blieben. Seit sechs Jahren kommen deutsche Freiwillige über das Programm weltwärts.
Das Projekt finanziert sich über Kirchengelder der nahegelegenen Gemeinde sowie über staatliche Fördermittel, sodass heute etwa 45 bezahlte Mitarbeitende und viele freiwillige Helfer*innen hier arbeiten. Nach dem Bau des zweiten Gebäudes konnte auch das Workshop-Angebot erweitert werden. Heute gibt es Kochen, Recycling, Bewegung, Kunst, Siebdruck, Musik und Tanz, aber auch weitere Angebote wie einen Flohmarkt, Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei Problemen zu Hause und natürlich Fußball.
Fußballtraining
In dem halben Jahr, das ich nun hier bin, habe ich schon viele tolle Events im Projekt erleben dürfen. Ob Trikotverleihung oder Jahresabschluss – es gibt immer einen Grund zu feiern. Mit Musik, Essen und Bildern aus der vergangenen Zeit sind diese Feste eine tolle Möglichkeit, damit die Menschen näher zueinanderfinden.
Mein persönliches Lieblingsfest war das zum Jahresende, da dort Bilder aus dem gesamten vergangenen Jahr gezeigt wurden und ich so auch einen kleinen Einblick bekommen konnte, was die vorherigen Freiwilligen gemacht haben. Aber auch das Festicultural mit Auftritten des Musikworkshops, einer lokalen Schulband und dem Tanzworkshop war großartig, und ich freue mich schon auf die kommenden Feiern.
Kochen für eine der Feiern
Mein normaler Arbeitstag besteht aus drei Teilen: vormittags Instandhaltung, Mittagspause und nachmittags Workshops sowie Fußball. Bei der Instandhaltung helfe ich beim Rasenmähen, Müllaufsammeln, Bäume beschneiden, Saubermachen und Reparieren.
Nach der Mittagspause bin ich bei den Workshops dabei, zum Beispiel beim Kochen, Nähen oder Malen. Dort bin ich nicht Teil der Leitung, sondern rede mit den Teilnehmenden, so gut es sprachlich möglich ist, und höre einfach zu. Am späten Nachmittag spiele ich dann noch Fußball und helfe beim Training.
Gerade am Anfang hatte ich mit einigen Problemen zu kämpfen, vor allem mit der Sprachbarriere. Ich möchte mit den Leuten reden, kann es aber oft einfach nicht. Umso schöner ist es zu merken, wie es Stück für Stück besser wird und man relativ schnell kleine Gespräche führen kann.
Das für mich wohl frustrierendste Gefühl war, mit anderen Erwartungen in das Projekt gestartet zu sein. Ich hatte eher mit einem reinen Kinder- und Jugendzentrum gerechnet als mit der Arbeit mit allen Altersklassen. Außerdem war es für mich als absoluten „Holzfuß“ nicht gerade hilfreich, dass ein großer Teil der Zeit aus Fußballspielen bestand.
Doch letztendlich – wie man diesem Bericht wahrscheinlich entnehmen kann – bin ich sehr zufrieden mit dem Projekt. Dass das Jahr nicht einfach werden würde, war mir von Anfang an klar. Rückblickend merke ich jedoch, wie gut es mir insgesamt gefällt.
Als ich in Argentinien angekommen bin, hat sich vieles überwältigend angefühlt: ein neues Land, eine andere Sprache, ein unbekannter Alltag und das Wissen, für lange Zeit weit weg von Zuhause zu sein. Einerseits war ich voller Vorfreude, ganz viel Neues zu erleben und zu erfahren. Nach zwölf Jahren Schule einmal etwas ganz anderes machen: ein neuer Ort, neue Menschen, neue Erfahrungen. Gerade deshalb hat das Ankommen nicht auf einmal stattgefunden. Es hat Zeit gebraucht – Zeit, um mich zu orientieren, um auch hier Routinen zu finden und um innerlich mit dieser neuen Lebenssituation Schritt zu halten.
Gerade am Anfang war Einsamkeit etwas, das ich kaum ignorieren konnte. Nach der Arbeit bin ich nach Hause gekommen und habe gemerkt, wie still es sein kann, wenn vertraute Menschen, Gespräche und Umarmungen fehlen. Ich habe meinen Freiwilligendienst in Buenos Aires mit einem Anfangsseminar in einer Zwölfer-WG begonnen, und mir ist das WG-Leben richtig ans Herz gewachsen. Die anderen Freiwilligen wohnen auch jetzt in WGs, während ich alleine lebe. Fotos von Spieleabenden und gemeinsamem Kochen haben mir vor Augen geführt, was mir gerade fehlte. Inzwischen weiß ich aber auch, dass es nicht immer so harmonisch in WGs abläuft und dass man manchmal mit Menschen zusammenwohnt, mit denen es einfach nicht passt.
Dieses Alleinsein hat sich oft schwer angefühlt, aber es hat mich auch gezwungen, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ich habe gelernt, Stille nicht sofort füllen zu müssen. Ich wusste von Anfang an, dass ich alleine wohnen würde, und ich habe mir das auch zugetraut. Und ja, inzwischen fühle ich mich sehr wohl damit. Trotzdem habe ich gerade durch das Alleineleben gemerkt, wie sehr ich es eigentlich genieße, mit anderen Menschen zusammenzuwohnen.
Was mir schnell aufgefallen ist und mir sehr gut gefällt: Ich habe die Menschen hier als unglaublich offen und herzlich erlebt. Ich hatte viele zufällige, schöne Begegnungen – kurze Gespräche auf der Straße, ein gemeinsamer Mate, ein Lächeln, ein „todo bien?“ (Alles gut?). Diese kleinen Momente haben mir immer wieder gezeigt, wie viel Wärme in einfachen Gesten liegen kann.
Mit der Zeit hat sich vieles verändert. Mein Spanisch hat sich langsam verbessert, und ich habe mich mehr getraut zu sprechen, auch wenn ich Fehler gemacht habe. Ich habe Freunde gefunden, die meinen Alltag hier sehr bereichern. Es ist schön zu wissen, dass ich Menschen um mich herum habe, mit denen ich jederzeit etwas unternehmen kann. Ich fühle mich nicht mehr alleine.
Auch im Projekt habe ich mehr Verantwortung übernommen und bin stärker in die Abläufe eingebunden worden. Dadurch fühle ich mich nicht mehr nur als Besucherin, sondern als Teil des Ganzen.
Inzwischen fühlt sich Mar del Plata vertraut an. Wenn ich weg war, war es ein richtiges Gefühl von Wiederankommen, sobald ich zurück bin. Ich kenne die Straßen, die Läden und teilweise sogar die Menschen – wie meinen Gemüsehändler oder Leute, die täglich denselben Bus nehmen wie ich. Ich genieße das Leben hier nun viel mehr. Und gerade jetzt im Sommer, mit den vielen Urlauber*innen, liegt eine wunderschöne, entspannte Stimmung über der Stadt.
Und irgendwo zwischen Alltag und Ankommen ist mir Mar del Plata ans Herz gewachsen.
ich bin Anna, 19 Jahre und überglücklich gerade in Buenos Aires zu leben. Seit einem halben Jahr bin ich in Argentinien und ich frage mich jeden Monat aufs Neue wie die Zeit so schnell verfliegen kann. Ich arbeite im Kinder- und Jugendzentrum „La Casona“ in Florencio Varela. In den ersten Ankunftsmonaten ist sehr viel passiert. Es gab so viele neue Eindrücke, Erfahrungen, Hindernisse und Gefühle. Aber es hat sich alles eingepegelt und ich habe mich relativ schnell sehr wohl auf Arbeit und in Quilmes, wo ich wohne, gefühlt. Die Monate darauf merkte ich wie ich mich hier einlebe und mein Alltag aufbaue und schon stand Weihnachten und das Jahresende vor der Tür. Und genau von davon möchte ich euch gerne erzählen, mein Dezember in Buenos Aires.
Der November war vorbei und es kam die Adventszeit in Argentinien, wovor ich von vornherein etwas Respekt hatte, da dies für mich immer Familie, Stille und Gemütlichkeit zu Hause bedeutet. Natürlich war es nicht wie zu Hause, aber trotzdem ein toller Monat. Es wurde bei uns die ersten male so richtig heiß und ich merkte, was Hochsommer in Buenos Aires bedeutet.
Die Tage im Projekt waren gefüllt von weihnachtlichen Aktivitäten. Wir basteln Adventskalender, backen Plätzchen und lesen jeden Tag ein Stück der Weihnachtsgeschichte. Der Dezember hatte bei uns das große Überthema Palästina, als Geburtsort Jesus. Wir versuchen den Kindern und Jugendlichen die Kultur vor Ort und auch die aktuelle Situation ein Stück näher zu bringen. Mit den Jüngeren basteln wir einen Stall mit Krippe aus Naturmaterialien wie Blätter, Stöcke, Holz und einer Schlammmasse. Somit soll die Krippe möglich getreu der Zeit nachgestellt werden. Aus Salzteig formen mein Mitfreiwilliger Emery und ich mit den Kindern die passenden Figuren und Tiere zum Reinstellen. Mit den Jugendlichen reden wir über die Situation von gleichaltrigen in Palästina und sie sollen versuchen sich in deren Lebenssituationen hineinzuversetzen. Natürlich wird auch wieder eine Menge in unsere kleine Bäckerei hergestellt, wir backen passend pan árabe und machen hummus. Die einen und anderen Plätzchen und das hier bekannte und geliebte Weihnachtsgebäck, Pan dulce, werden natürlich auch gebacken.
Der Monat verfliegt mal wieder und Weihnachten rückt immer näher. Die Tage im Projekt sind immer gut gefüllt uns sehr schön. Man merkt das das Jahresende ansteht, Mitarbeiter*innen sind erschöpfter und mit den Gedanken bei jeglichen Weihnachtsevents und Abschlussfeiern. Die Kinder haben ihre letzten Arbeiten und beenden nach und nach alle das Schuljahr. Sie freuen sich sehr über ihre anstehenden Ferien. Bevor sich alle verabschieden, und in die Ferien gehen gibt es ein Abschlussfest mit Krippenspiel.
Unsere Chefin und Mentorin lädt Emery und mich ein beim Krippenspiel mitzumachen. Wir sollen Hirte und Engel spielen und natürlich machen wir mit. Wir proben, basteln Requisiten und eine Pappleinwand als Bühnenbild und alle freuen sich den ganzen Monat auf die Aufführungen- einmal in meinem Projekt und einmal in der Gemeinde in Quilmes (wo ich wohne). Die Aufführungen am 4. Adventswochende sind ein Erfolg und Eltern und Familie sind alle glücklich.
Ich merke, dass mich meine Arbeit glücklich macht und ich mich freuen kann in so einem tollen Team zu arbeiten. Ich sehe meine Kollegen und Kolleginnen sehr gerne und freue mich immer auf die Tage im Projekt. Hier in Casona merkt man das dieses Team wirklich eine Gemeinschaft ist und ich bin glücklich ein Teil davon zu sein. Es war traurig sich von den Kindern, Jugendlichen und Kollegen für einen Monat zu verabschieden.
Abgesehen von Arbeit passiert hier auch immer einiges. An den Sonntagen versuche ich mit meinen Freunden ein bisschen in Adventsstimmung zu kommen. Wir backen Plätzchen, trinken selbstgemachten Glühwein und hören Weihnachtsmusik. Mit meinen Mitbewohnerinnen stellen wir zusammen einen kleinen Fake- Weihnachtsbaum auf, den wir im Schrank gefunden haben und schmücken ihn mit einer buntblinkenden Lichterkette – ganz argentinisch.
Auch wenn es ganz anders war, hatte ich einen echt tollen Monat und oft das Gefühl hier richtig angekommen zu sein. Der Sommer war das Gegenteil von der kalten Winterzeit in Deutschland, aber das fand ich super. Da es warm ist spielt sich viel draußen ab. Es gibt Straßenfeste, viele Treffen sich im Park oder spielen Fußball und Volleyball. Immer Sonne und blauer Himmel, da habe ich direkt gute Laune. Natürlich ist der Sommer hier ganz anders als in Deutschland und die Hitze kann auch echt erdrückend sein. Im Projekt gibt es deshalb oft Tereré, die kalte Form des heißgeliebten Mate- Getränks. Damit kann man die Hitze gut überstehen.
Auch wenn sich die Adventszeit nicht nach einer Adventszeit angefühlt hat, sondern eher wie Beginn der Sommerferien, stand der Heiligabend vor der Tür- einer der heißesten Tage im Jahr. Am Nachmittag waren wir in der Kirche, die auf unserem Grundstück steht, zum Gottesdiesnt eingeladen. Meine Chefin ist hier die Pastorin und predigte. Der kleine Gottesdienst war sehr gemütlich. Am Abend haben wir bei uns im Garten ein gemeinsames Essen mit Freiwilligen gemacht. Zu acht hatten wir eine schöne Runde. Wir haben alle etwas gekocht und ein leckeres buntes Buffet gehabt. Untereinander haben wir gewichtelt und so hat jeder ein kleines Geschenk bekommen und eins verschenkt. Nach der Bescherung haben wir bis in die Nacht gespielt, gequatscht und Musik gehört.
Gegen null Uhr geht’s in Argentinien an Weihnachten dann richtig los. Es startet mit Feuerwerk um Mitternacht und dann wir auf der Straße Musik gespielt und alles sind draußen feiern und tanzen. Bei uns in Quilmes war am Platz auch was los. Es war ganz anders, dass der Heiligabend hier so laut ist und alle draußen sind. Aber ich habe die Zeit trotzdem genossen und mich gefreut so liebe Menschen um mich herum zu haben.
Auch am 25. Dezember waren alle draußen, haben Asado (grillen) gemacht und Zeit mit Familie und Freunden genossen. Wir waren bei uns am Rio (Fluss). Buenos Aires liegt ja an einer riesigen Flussmündung vom Rio de la Plata und deshalb haben wir am Fluss grüne Wiesen und Stege, wo auch einige Baden gehen. Wir genießen den Tag mit Eis und kalten Getränken statt Lebkuchen und Tee:) Am 26. Dezember ist hier gar kein Feiertag mehr und viele arbeiten wieder. Ich hattee frei und da wir noch in Weihnachtsstimmung waren und echt Lust hatten ein bisschen zu feiern wie zu Hause, habe ich mit drei Freundinnen, deutsches Weihnachtsessen gekocht. Klöße und Rotkraut – das hat wirklich gut nach zu Hause geschmeckt.
Und dann ging es für mich auch schon los und ich habe das erste Mal Buenos Aires für eine längere Zeit verlassen. Ich habe den ganzen Januar frei, da mein Projekt zu hat. Ich hatte echt mega Vorfreude und Lust auf die Zeit, die jetzt kommt. Mein erster Stopp war in Uruguay in Colonia del Sacramento. Dort feierte ich Silvester mit einer großen Runde an Freiwilligen aus Argentinien, Paraguay und Uruguay. Mit der Fähre ging es rüber nach Colonia, eine wirklich schöne, alte, kleine Stadt am Meer. Die Tage dort haben mir sehr gutgetan und es war toll so viele Leute von meiner Orga und vom Seminar wieder zu sehen. Silvester im Sommer am Meer zu feiern war echt einfach wunderschön und meiner Meinung nach könnte das immer so sein. Kurz nach null Uhr war das Erste, was wir 2026 gemacht haben im Meer zu schwimmen. Ich glaube es kann also nur ein gutes Jahr werden😊
Hey, ich bin Antonia, 18Jahre alt und im Gegensatz zu vielen anderen Freiwilligen habe ich mich dazu entschieden meinen Freiwilligendienst in einem Seniorenheim zu machen.
Mein Weg hat mich in das Colonia de Ancianos san Antonio geführt. Ein idyllisches Seniorenheim in Aldea san Antonio in Argentinien, in dem jeder jeden über irgendwelche Ecken kennt und Trasch zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der Senioren gehört.
Was mich zu meinem eigentlichen Thema führt, was macht man eigentlich mit Senioren im Seniorenheim? Und unterscheidet sich die Arbeit tatsächlich so zu der Arbeit mit Kindern?
Vor meinem Freiwilligendienst habe ich schon ganz viele Ideen gesammelt was ich mit den Senioren alles machen könnte: Disko und alle können auf den Stühlen tanzen, gemeinsames Kochen mit alten Rezepten aus ihrer Kindheit und das gemeinsame lernen von Kartenspielen. Ich dachte die Senioren würden wieder wie Kinder werden, „nur“ mit mehr Erfahrung und vielleicht einigen körperlichen Beeinträchtigungen
Ich kam also im Seniorenheim an mit all meinen tollen Ideen im Kopf und hatte erstmal einen „Altersschock“. Bisher hatte ich nie wirklich mit alten Menschen außer meinen Großeltern zu tun gehabt und in einem Seniorenheim kannte ich mich noch weniger aus. Hinzu kamen meine mangelhaften Spanischkenntnisse, die alles andere als die Situation vereinfacht haben. Viele der Abuelos (Senioren) sitzen bei uns im Rollstuhl und einige werden sogar gefüttert, weg fiel also schonmal die Disko. Die zweite Seniorin mit der ich mich versucht habe zu unterhalten hat mir fünfmal dieselbe Geschichte erzählt, viele neue Dinge zu lernen fiel also auch weg und der Alltag war so sehr durchgetaktet das eine gemeinsame Kochsession nicht einmal in Frage kam. Auch die ganzen Spiele die wir gelernt hatten in unseren Vorbereitungsseminaren halfen mir nicht weiter.
Ich fing also damit an nochmal von vorne darüber nachzudenken, was wir zusammen machen könnten. Denn auch die vielen Spiele im Gemeinschaftssaal waren nicht auf die motorischen Fähigkeiten der Abuelos abgestimmt und viele hatten dadurch keine Lust irgendetwas zu machen, da sie keine Erfolgserlebnisse hatten.
Meine erste Idee war eigene Spiele zu erfinden und diese möglichst einfach zu gestalten.
Und was soll ich sagen, das erste Spiel ging total in die Hose! Nicht aufgeben habe ich mir gedacht noch weitere Spiele suchen. Das dritte Spiel hat dann endlich einem Senioren so sehr gefallen, das er nur noch spielen wollte.
Das hat mir unglaublich viel Motivation gegeben noch weitere Sachen aus zu probieren. Mittlerweile spielen wir also ganz oft Fische angeln mit Plastikbechern, Farben erraten mit Fäden und versuchen kleine Steine mit Bechern aufzufangen. Dabei ist mir aufgefallen, dass auch die anderen Senioren auf einmal viel mehr Motivation hatten mitzuspielen. Wobei natürlich viele immer noch einfach ihren Mate trinken wollten und dabei erzählen. Als dann nach und nach mein Spanisch auch besser wurde und ich anfing mit zu bekommen worüber sie sprachen, konnte ich diese Art der Freizeitbeschäftigung nur zugut verstehen, „die eine Seniorin sitzt immer nur in ihrem Haus“ und „dieser Senior stellt sich immer in den Mittelpunkt“ sind dabei noch harmlose Geschichten. Dabei finde ich es so schön zu sehen wie immer auch die „schwächsten“ Mitglieder der Gruppe ins Boot geholt werden und so eine total schöne Gruppendynamik entsteht bei der sich alle umeinander kümmern, auch wenn immer wieder ein bisschen Gossip die Runde macht.
Außerdem mögen gerade die Senioren jegliche Arten des Malens, mit Bundstiften, Tusche oder auch Akryl Farben. So kam es, das wir in der Weihnachtszeit massen an Christbaumschmuck hergestellt haben, der jetzt die Bäume im Garten des Seniorenheims schmückt. Mittlerweile sind wir wieder dazu übergegangen Blumen in unterschiedlichsten Formen anzumalen und zu basteln.
Lasst es ein Vorurteil sein aber das einzige Spiel, das wirklich alle mögen im Seniorenheim und das wir regelmäßig spielen ist ein Mix aus Lotterie und Bingo, …wodurch ich mein Kartenspiel bzw. mein Spiel am ende doch noch bekommen habe 😉
Um auf meine Fragen vom Anfang zurückzukommen man kann so viel mit Senioren machen, wenn man einmal angefangen hat sich auf sie einzustellen und versucht zu verstehen, was sie eigentlich wirklich wollen. Und wenn das mal einfach Fußball schauen ist, ist das auch in Ordnung. Denn Senioren sind nicht wie Kinder, obwohl ich das am Anfang dachte. Auch wenn sie manchmal dieselbe Pflege und Fürsorge brauchen, haben sie einfach schon so viel Erlebt, dass das mit nichts zu vergleichen ist.
Am Freitag wurden Emil und ich morgens um halb 8 abgeholt und es ging los zum Busbahnhof von Buenos Aires. Nach einer kurzen Wartezeit und dem Abgeben unser viel zu vielen Koffer haben wir erstmal den Schlaf nachgeholt und kamen dann nachmittags um 5 Uhr in unserer neuen Heimat an. Hier wurden wir von unserer tollen Mentorin Mónica empfangen, mit der wir dann gemeinsam zu unserem Apartment und gleichzeitig unserer Einsatzstelle (direkt unter uns) gefahren sind. Dort haben wir zu zweit eine schöne Wohnung, die aus einem Wohnzimmer mit Küchenzeile, einem eigenen Bad und einem geteilten Schlafzimmer besteht.
Am Abend ging es dann nach einer kurzen Verschnaufpause und Frischmachen zu einem Treffen der „Jóvenes Paraná“, der Jugendgruppe der Kirche vor Ort. Hier haben wir uns mit anderen Student*innen und dem Pastor nett unterhalten und ein neues Kartenspiel kennengelernt: Chinchón de 4 cartas. Jede*r startet mit 4 Karten. Alle geben gleichzeitig eine Karte nach rechts und bekommen eine von links, dabei wird „¡Che va!“ gerufen. Ziel ist es, 4 gleiche Karten zu sammeln. Wer das schafft, ruft ein vereinbartes Signalwort und legt die Hand in die Mitte. Alle anderen legen nach, der letzte verliert. Durch die Schnelligkeit ist es ein spannendes und lustiges Spiel, bei dem auch Glück eine Rolle spielt.
Dabei haben wir Mate getrunken – für die, die sich jetzt fragen, was Mate überhaupt ist, hier eine kurze Erklärung:
Mate ist ein Aufgussgetränk aus den Blättern der Stechpalme Ilex paraguariensis, das Yerba Mate heißt. Dafür braucht man drei Dinge. Den mate, also den Becher sowie die bombilla, ein Metallrohr mit einem Sieb am unteren Ende, das als Strohhalm dient. Und schließlich die yerba mate, die getrockneten und geschnittenen Blätter, aus denen der Aufguss bereitet wird. Es ist aber nicht nur ein Getränk, sondern ein Ritual: Mate wird meistens gemeinsam getrunken. Eine Person, der Cebador, bereitet den Mate zu und reicht ihn reihum. Jeder trinkt den Mate aus, gibt ihn zurück, und der Cebador füllt neu auf. Es gibt nur einen Becher und eine Bombilla für alle, das Teilen gehört fest dazu. Wenn man Danke sagt, bedeutet das dass man nichts mehr möchte. In Argentinien gibt es dabei je nach Region und Kontext Unterschiede, wie genau Mate zubereitet oder getrunken wird.
Dazu gab es Empanadas, Pizza und als Nachtisch verschiedene Eissorten. Auch hier gab es wieder die Sorte „Dulce de Leche“, eine süße Milchkaramell-Creme. Die hatten wir schon als Brotaufstrich in Buenos Aires und wird auch für Alfajores verwendet, die ich zufälligerweise gerade beim Schreiben neben mir liegen habe. Danach haben wir noch bis nachts unsere Sachen weiter einsortiert und soweit es ging die Wohnung eingerichtet, auch wenn Dekorationen und Pflanzen noch fehlen.
Alfajores
Am Samstag haben wir erstmal lange ausgeschlafen und haben danach mit Sol und Cami unseren ersten Einkauf gemacht. Wir haben in der Nähe einen Supermarkt der üblichen Größe, aber auch einen sehr großen Markt, der von unseren Mitbewohner*innen mit einem Walmart in den USA verglichen wurde. Wir sind zu dem größeren “Chango Mâs” gegangen und haben erstmal alles gekauft, was wir die nächsten Tage brauchen – unsere neuen Freund*innen waren dabei eine große Hilfe, um nicht unnötig Geld auszugeben und um zu wissen, was wo gekauft wird. Fleisch, Käse, Obst und Gemüse werden in extra Läden gekauft, da es dort günstiger ist. Die Fleischerei war leider zu, aber an Obst und Gemüse haben wir fast genug für den gesamten nächsten Monat gekauft. Yerba für Mate haben wir schon gekauft, jetzt fehlt uns noch ein Mate Becher mit bombilla und eine Thermoskanne.
Nach dem Einkaufen saßen wir noch etwas mit Sol und Cami zusammen, bis wir mit dem Abendessen bzw. eigentlich unserem Mittagessen angefangen haben. Wir haben uns für Burger, mit Bratkartoffeln und Salat entschieden. Und ohne hier zu viel Selbstlob zu vergeben, muss ich sagen, dass es echt gut geworden ist.
Am nächsten Tag waren wir bei unserer Mentorin Mónica mit ihrer Familie zum Grillen eingeladen. Als Vorspeise gab es kleine Häppchen in Form von Chips, Käse, Salami und Schinkenscheiben. Danach gab es Ofenkartoffeln, verschiedenes Gemüse und vor allem Fleisch & gegrillten Kürbis mit Zucker. Nicht nur war das Essen sehr reichhaltig und vor allem sehr lecker, sondern auch die Gespräche mit der Familie waren sehr schön und interessant, auch wenn unser Spanisch (nett ausgedrückt) noch viel Potenzial nach oben hat. Mónica und Thiago sprechen etwas Deutsch und Thiago konnte uns mit seinem Englisch sehr gut unterstützen. Zur Familie gehört auch 2-Pac, eine süße Bulldogge, die konstant gestreichelt werden möchte.
Als Nachtisch gab es noch Eis, danach sind wir mit Thiago (den wir schon Freitag Abend kennengelernt haben) und seiner Freundin Marti zu dem, laut ihm, schönsten Park “Parque Urquiza” gefahren. Und ich muss sagen, sie hatten recht! Der Park war riesig und direkt am Fluss gelegen, überall waren Palmen und blühende Lapacho rosado, die mich etwas an blühende Kirschbäume erinnert haben. Es war mega schön, auch wenn es echt heiß war – ich will nicht wissen, wie es sich im Sommer anfühlen wird. Ansonsten haben wir noch ein paar Aufgaben erledigt: Wäsche waschen, Aufräumen und neuen Content für unseren Instagram-Account kreiert.
Am Montag hatten wir unseren ersten Arbeitstag im Kindergarten. Der Kindergarten Caminito („Ein Weg für die Kleinen“) wird von der örtlichen Kirche getragen und setzt sich seit mehreren Jahrzehnten für Kinderrechte und Gesundheitsförderung ein. Die Kinder erhalten hier Betreuung, Frühstück und Mittagessen. Es war schön, endlich die Einsatzstelle kennenzulernen und unsere erste Woche hat uns sehr gut gefallen. Sobald wir ein paar Wochen dort verbracht haben, wird zu unserer Arbeit und dem Projekt auch ein ausführlicher Blog-Beitrag kommen.
Insgesamt bin ich hier sehr glücklich (glaube das lässt sich ganz gut an der Anzahl von “sehr” in diesem Text heraushören) und wir haben direkt viele neue, tolle Menschen kennengelernt und unsere ersten Freundschaften geschlossen.
So nun sind schon wieder 2 Monate um und hier sitze ich und schreibe meinen vorletzten Blogbeitrag. Es waren ereignisreiche 2 Monate. Meine Eltern waren zu Besuch und zusammen waren wir 2 Wochen in Brasilien. Außerdem war ich mit meinen Freunden zusammen auf dem Lollapalooza (ein internationales Festival, welches auch in Buenos Aires stattfindet). Außerdem haben sich bei der Arbeit ein paar Dinge ins positive verändert was jetzt für die letzten 3,5 Monate natürlich sehr schön ist. Aber fangen wir von vorne an.
Besuch meiner Familie+ Trip nach Brasilien: Ende Februar ist meine Familie in Buenos Aires angekommen. Wir haben uns dann das erste mal nach 8 Monaten wiedergesehen. Das war super super schön! Nach ein paar Tagen Buenos Aires ging es dann nach Brasilien. Ich bin für diese Reise auch im Nachhinein noch sehr sehr dankbar, da ich absolut weiß, was für ein großes Privileg es ist so eine einmalige Reise so jung machen zu dürfen. Unsere erste Station war Rio de Janeiro. Wir sind zu den letzten Tagen des Karnevals nach Rio gefahren, was das Ganze natürlich nochmal mehr besonders gemacht hat. Rio hat mich wirklich etwas verzaubert. Es ist nochmal so anders als Buenos Aires und einfach ein super coole Stadt. Die Vegetation, die Sprache, das Essen es war einfach sehr beeindruckend. Mein Highlight in Rio war definitiv das Sambódromo. Dort treten die Sambaschulen in einer Art Wettkampf auf. Die Umzüge waren echt sehr beeindruckend. In Rio waren wir dann am Ende 3-4 Tage was auch definitiv gereicht hat, da es gerade wegen dem Karneval unglaublich überfüllt überall war. Deshalb war ich dann froh, als wir zu unserem nächsten Stopp gefahren sind. Paraty. Das ist ein eher kleineres süßes Dorf was sehr angenehm nach den Massen in Rio war. Nach ein paar Tagen dort sind wir weiter gereist auf die Ilha Grande. Das ist eine Insel in der Nähe von Rio und hat mich komplett geflasht und war definitiv mein Highlight der Reise. Es war einfach diese Kombination aus Dschungel, Strand und Meer. Ich war davor noch nie auf solch einer Insel, was das ganze sehr besonders für mich gemacht hat. Nach etwa 2 Wochen ging es für mich und meine Familie wieder zurück nach Buenos Aires. Nach ein paar Tagen dort war dann Abschied angesagt. Das war natürlich erstmal ziemlich traurig, aber es war natürlich nicht mit dem Abschied im August vergleichbar, da ich mir auch zu dem Zeitpunkt bewusst war, das ich sie zu dem damaligen Zeitpunkt bereits in 4 Monaten wiedersehen würde.
Festival: Lollapalooza war echt eine coole Zeit. Das Festival ging 3 Tage lang. Es waren echt coole Acts dabei wie: Shawn Mendes, Rüfüs de Sol und viele argentinische Bands wo mein persönliches Highlight CA7RIEL& Paco Amoroso waren. Was ich besonders gut an dem Festival fand war das ich dadurch noch mehr argentinische Artists kennenglernt habe. Nach den 3 Tagen war ich dann echt ziemlich erschöpft, aber es hat sich definitiv gelohnt.
Lollapalooza in Buenos Aires
Änderungen auf der Arbeit: Gerade im März hat sich bei mir auf der Arbeit einiges geändert. Erstmal hat mein Projekt La Casona wieder an mehreren Wochentage auf. Das war schonmal sehr gut, da zu wenig Arbeit natürlich auch nicht gut ist. Außerdem bieten Gloria (meine Mitfreiwillige) und ich mittlerweile einen eigenen Musikkurs an. Außerdem leiten wir jetzt einmal monatlich den Kurs in der Bäckerei an. Das bereitet vor allem mir sehr viel Freude, weil wir dadurch unsere eigenen Rezepte im taller (Kurs) machen. Vor 2 Wochen erst haben wir zusammen mit den Kindern Brezeln gebacken. Aber nochmal zum Musiktaller: Es ist natürlich auf der einen Seite super schön den Kurs anbieten zu können, stellt sich aber auch als größere Herausforderung heraus als wir im vorhinein dachten. Was nämlich gut ist das es relativ viele Instrumente in der Casona haben. Gloria und ich spielen jeweils Klavier und Gitarre. Da dachten wir uns, dass es ja theoretisch sehr schön wäre den Kindern ein bisschen beizubringen was wir so wissen, da sie auch schon öfter ihr Interesse daran geäußert haben, ein Instrument zu lernen. Allerdings sind wir dann nach ein paar Stunden zu dem Schluss gekommen, das es echt schwieriger ist als wir dachten einer anderen Person ein Instrument beizubringen. Da haben wir mal wieder gemerkt, das wir am Ende des Tages auch keinerlei Ausbildung oder Erfahrung mitbringen, was unterrichten angeht. Das war natürlich am Anfang etwas frustrierend. Jetzt haben wir uns dazu entschieden etwas einfachere Projekte anzugehen, die realistischer sind umzusetzen. Ich hoffe das wir damit in Zukunft mehr Erfolg haben werden.
Und schon wieder sind zwei Monate um. Die Zeit ist mal wieder wie im Flug vergangen. Hier in Argentinien ist es erst Herbst und jetzt allmählich Winter geworden. Ich persönlich hab es sehr angenehm gefunden, als es wieder kälter geworden ist. Das liegt daran, das der Sommer in Argentinien teilweise schon anstrengend war, aufgrund der hohen Temperaturen. Jedenfalls ist auch in den letzten 2 Monaten mal wieder vieles passiert. Manche Dinge haben sich verändert, aber vieles bleibt gleich. Ich habe meine Routine gefunden, was sehr schön ist. Natürlich war diese Anfangsphase natürlich auch toll, wo noch alles und jeder neu war, allerdings ist es mit der Zeit schön seine Routinen. Obwohl ich jetzt in meinem Alltag mehr Routine und viele gewohnte Abläufe habe, sind definitiv auch Dinge hervorzuheben. Meine Highlights der letzten zwei Monate waren definitiv mein Wochenendtrip nach Uruguay und Gualegauychu, und mein erstes Fußballspiel von Quilmes.
Auch lag in den letzten zwei Monaten Ostern. Das war auch ziemlich besonders, weil es auch mein erstes Ostern weg von zuhause war. Aber fangen wir mal am Anfang an:
La Casona (Mein Projekt): In meinem Projekt läuft es nach wie vor ziemlich gut. Ich habe das Gefühl bei der Arbeit komplett angekommen zu sein. Ich kenne alle Mitarbeitenden und Kinder, alle Räume Abläufe der Casona. Das ist sehr schön, da ich inzwischen auch meine eigene Rolle in diese Abläufe gefunden. Gerade am Anfang hatte ich ja starke Probleme mit langweile, aber das ist jetzt viel besser. Ich habe für mich persönlich gemerkt, das mir bei Arbeit mit Kindern, am meisten Dinge Spaß machen, die mir auch damals Kind Spaß gemacht bzw. immer noch Spaß machen. So ist es dazukommen, das meine Mitfreiwillige und ich mittlerweile einen Art Origami-taller (Kurs) anbieten. Das macht mir persönlich sehr viel Spaß. Außerdem spielen wir mit den Kindern regelmäßig Feuer-Wasser-Luft (inzwischen mit vielen vielen Extrakategorien). Das ist inzwischen zu einem Dauerbrenner geworden. Und außerdem arbeiten wir gerade noch weiter daran in einem der Innenräume der Casona eine Wandmalerei mit den Kindern zu machen. Zusammenfassend kann ich sagen das ich wirklich sehr dankbar für meine Entwicklung auf der Arbeit bin. Inzwischen gehe ich eigentlich immer zufrieden nach Hause. Gerade jetzt wo ich diesen Blog schreibe und nur noch 2 Monate bleiben, stimmt mich das schon etwas Nostalgisch bzw. traurig, da ich weiß das ich viele von den Kindern wahrscheinlich nie wieder sehen werde. Das ist schon ein komischer Gedanke, jetzt wo ich so viel Zeit mit ihnen verbracht habe. Na ja jetzt bleiben auf der Arbeit noch ein paar Wochen und die versuche ich auf jeden Fall richtig zu genießen!!
Uruguay, Gualegauychu: Über ein verlängertes Wochenende sind meine Freunde und ich nach Montevideo und Colonia gefahren. Das war wie bisher all meine Wochenendtrips extrem schön. In Montevideo waren wir Freiwillige besuchen. Das war sehr sehr schön. Ich finde es nämlich immer interessant wie und an was für einem Ort die anderen Freiwilligen leben. Wir machen zwar in vielen Bereichen sehr viel gleich, aber es gibt dann doch noch immer mehr Unterschiede als man denkt. Colonia ist ein altes Städtchen circa 3 Stunden mit dem Bus von Montevideo entfernt. Dort war ich zwar nur eine Nacht, aber es hat sich sehr gelohnt. Colonia ist zwar sehr klein aber hat sehr viel Charme und war ein sehr schöner Abstecher. Gualegauychu ist ungefähr 4 Stunden von Buenos Aires entfernt. Dort hatte ich eine sehr sehr schöne Zeit. Wir waren auf einer Fahrradtour haben gemeinsam gekocht und viel Spaß gehabt. Generell zu meinen Wochenendtrips kann ich sagen das ich diese immer sehr genieße. Sie holen einem komplett aus seinem Alltag raus, obwohl es nur ein paar Tage sind.
Strand in Montevideo
Fußballspiel Quilmes: Im Mai war ich auf einem Fußballspiel von Quilmes. Das hatten Gloria (meine Mitfreiwillige) unserer gemeinsamen Freundin Ida zum Geburtstag geschenkt. Das war eine sehr coole interessante Erfahrung. Ich habe das Gefühl, das Gefühl das Fußball hier noch einmal vielmehr Teil der Kultur ist. Gerade das Quilmes Spiel war in intergenerationales Event. Von Baby im Kinderwagen bis hin zu Menschen weit über 70 waren alle Altersgruppen da. Das Spiel war echt richtig cool. Ich hatte richtig das Gefühl einen wichtigen Teil der Kultur und Identität vieler argentinischer Menschen kennezulernen.
Hey, hey, 10 Monate sind rum und damit ist das hier einfach der letzte Blog, den ich aus dem Ausland schreibe – verrückt, wie unfassbar schnell doch die Zeit vorbeigeht. Ich habe das Gefühl mittlerweile kann man echt langsam die Wochen zählen, viel ist schon vollgeplant und es entsteht schon eine ganz komische Gefühlsmischung aus Endlich-nach-Hause und Ich-will-gar-nicht-von-hier-weg. Alles Gedanken, die mich gerade irgendwie nicht loslassen… Ich denke die letzten anderthalb Monate werden eine emotionale und auf jeden Fall wunderschöne Zeit. Noch einmal alles aufsaugen, bevor man es dann erstmal für ganz lange nicht mehr so hat oder vielleicht auch nie wieder so haben wird:
Kinderlachen, Straßenlärm, Gespräche mit den Nachbarn im Flur, Papageienkrächzen, Spielerunden mit Freunden, Mate trinken und mit Keksen im Park sitzen, beim Volleyball in der Halle stehen, der tägliche Klang von Spanisch – all die Gerüche, die man täglich einatmet; die Geräusche, die man tägliche hört; die vielen Dinge, die man täglich aufs Neue sieht und die vielen Erlebnisse und Begegnungen, die einen den Alltag schöner machen.
All das und noch viel mehr wird fehlen, sobald ich gehe und es wird erstmal wieder eine Umstellung kommen. Man hat sich über ein Jahr ein Leben in einem anderen Land mit einer anderen Sprache, anderen Menschen und einer anderen Kultur aufgebaut und kommt dann auf einmal wieder zurück.
Aber ganz so weit will ich dann jetzt doch noch nicht denken. Denn mir bleibt hier ja schon noch ein wenig Zeit und die möchte ich auf jeden Fall gut nutzen und das werde ich bestimmt auch, denn es steht noch viel Tolles an:
Nächste Woche geht es nämlich schon nach Buenos Aires. Vom 24.-27.06. findet unser Endseminar statt! Und da am Freitag zuvor schon Feiertag ist, ist das eine super Gelegenheit, um nochmal ein verlängertes Wochenende in der Hauptstadt zu verbringen. In der Zeit sind dann auch schon die meisten andere Freiwillige da mit denen viel gelacht, gequatscht und erlebt wird, bevor es dann auf zum eigentlichen Seminar geht.
Auch auf die Seminartage freue ich mich schon sehr, denn was ich vor dem Auslandsjahr ein bisschen unterschätzt hatte, ist doch, wie sehr mir persönlich die Seminare helfen. Es ist Zeit, um mal kurz aus dem Alltag rauszukommen, um Freunde wiederzusehen, um ganz viel über sich selbst, seine Rolle, seine Art hier zu leben nachzudenken und zu lernen. Und es bietet auch direkt ganz viele Möglichkeiten zum Austausch. Denn man kann noch so viel Kontakt mit Familie und Freunden in Deutschland haben und denen noch so viel erzählen über sein Leben, seine Erfolge und seine Probleme hier – am Ende verstehen einen immer noch am besten die Mitfreiwilligen, die in der gleichen Situation sind, die oft auch die gleichen Gedanken und Probleme haben und wo man sich gegenseitig helfen und stützen kann. Und mit denen man sich umso mehr über schöne Erlebnisse, Erfahrungen und Erfolge freut. Dementsprechend denke ich, dass das Seminar wieder einmal wunderschön werden wird und wahrscheinlich, wie immer, viel zu schnell vorbeigehen wird.
Das Wochenende danach verbringe ich auch noch in Buenos Aires mit vielen Mitfreiwilligen und es wird schon ein erster Abschied werden. Denn da die Freiwilligen der IERP (Iglesia Evangélica del Río de la Plata – meiner Partnerorganisation) von mehreren deutschen Organisationen kommen und auch alle deutschen Organisationen ihre eigenen Rückflugdaten Ende Juli/Anfang August haben, wird es tatsächlich so sein, dass man einige der Freiwilligen zum letzten Mal sieht. Irgendwie komisch, wenn man darüber nachdenkt, dass einen diese Menschen schon seit 10 Monaten im Ausland begleiten und jetzt nach dem Jahr wieder alle ihre eigenen Wege gehen. Aber natürlich heißt das alles nicht, dass man sich in Deutschland nicht wiedersehen kann und vor allem die Freundschaften, die man hier innerhalb der Gruppe geschlossen hat, werden bestimmt noch weiterbestehen.
Nach dem Seminar geht dann wirklich der Countdown langsam los, denn meine letzten 4 Wochen in Paraná stehen an. Am ersten Juliwochenende wird es nochmal auf ein Campamento, also ein Zeltlager der Jugendlichen der IERP in meiner Provinz (Entre Ríos) gehen, wo meine Mitfreiwillige und ich zusammen hinfahren werden. Unsere Nachbarn kommen auch mit und dadurch, dass wir im September, kurz nach unserer Ankunft, auch schon mal auf einem Campamento dort waren, kennen wir schon einige Leute und es ist schön, alle noch einmal wiederzusehen und eine weitere Fahrtenerfahrung zu machen. Jetzt vielleicht auch mit ein bisschen mehr Verständnis, besseren Sprachkenntnissen und nochmal einem neuen Blick auf einige Dinge.
Das Wochenende darauf bekommen wir nochmal Besuch. Mia, eine Mitfreiwillige aus Buenos Aires wird vorbeikommen und ich freue mich schon sehr darauf ihr Paraná zu zeigen und nochmal Zeit zusammen zu genießen. Bereits letztes Wochenende hatten wir schon Besuch von drei Mitfreiwilligen aus Buenos Aires und es war unfassbar schön. Wir konnten die schönsten Ecke von Paraná zeigen, zusammen zum Volleyball gehen und mit Freunden Billard spielen. Wir haben das Wochenende also in vollen Zügen genossen und konnten unsere Mitfreiwilligen auch von der Schönheit Paranás überzeugen, obwohl sie das vielleicht anfangs gar nicht so erwartet hatten.
Abgesehen davon haben die Universitäten hier im Juli vorlesungsfreie Zeit, was bedeutet, dass die Freunde, die studieren, dann mehr Freizeit haben und endlich mit ihrer gerade sehr anstrengenden Klausurenphase durch sind. Also viel Zeit für viele Aktivitäten!
Der Juli ist noch lang und der Juli hat noch viel Platz, um Dinge zu erleben – so sehe ich es zumindest. Noch einmal ins Lieblingscafé gehen, auf einen Markt gehen, einen Sonnenuntergang an der Flusspromenade genießen, Empanadas und Torta fritas machen, ein Volleyballspiel angucken, einen Glühwein mit den Leuten vom Deutschkurs trinken, eine Runde Fahrrad zum Hippodrom fahren, Mate nochmal so richtig genießen, Quatsch mit den Kindergartenkindern machen, den Babys in der Kita beim Laufen lernen zusehen und noch viel mehr.
Und dann auch am Ende anfangen Koffer zu packen, das Leben was man sich hier für ein Jahr aufgebaut hat, irgendwie versuchen „einzupacken“, Abschied nehmen und die letzten Tage genießen, bevor es am 28. Juli raus aus Paraná geht, um nach Buenos Aires zu fahren, wo meine Mitfreiwillige am 29.07. schon nach Hause fliegt. Für mich geht es dann am 04.08. in den Flieger zurück nach Hause, was auch gleichzeitig heißt mein anderes Zuhause zu verlassen… denn das ist Argentinien auf jeden Fall für mich in diesem Jahr geworden.
Bis dahin, wird die letzte Zeit aber nochmal umso mehr genossen und es werden noch ein paar mehr Erinnerungen für die Ewigkeit geschaffen, die sich dann zu all den schon hier entstanden wundervollen Erinnerungen dazugesellen können! <3
P.S.: Damit der Blog nicht so ganz ohne Fotos bleibt, hier noch ein paar Impressionen aus den letzten zwei Monaten:)