Nachdem der CAIF den ganzen Januar über geschlossen war, hat es jetzt im Februar wieder neu gestartet. Die ersten eineinhalb Wochen haben wir hauptsächlich damit verbracht die Räumlichkeiten wieder auf Vordermann zu bringen, Spielzeug zu putzen und Wände zu streichen bis dann endlich die Kinder zurückkamen. Am Anfang in der Eingewöhnungsphase kamen die Kinder nur ein paar Stunden am Tag. Denn vor Allem für die Ein- und Zweijährigen ist Vieles neu und es fällt Ihnen natürlich teilweise schwer sich von den Eltern zu trennen. Für mich war diese erste Zeit sehr spannend. Die Arbeit war sehr viel herausfordernder als vor der Sommerpause, da man viel damit beschäftigt ist die Kinder zu trösten und alles zu versuchen, damit sie ihre Eltern nicht so sehr vermissen. Umso wertvoller ist dann aber jedes Lächeln und jedes strahlende Gesicht 🙂 Mittlerweile haben sich der Alltag und die Routinen der Kinder fast wieder vollständig eingependelt und es ist sehr schön zu sehen wie sie von Tag zu Tag mehr Vertrauen fassen.

Hier in Montevideo fand jetzt im Februar der Karneval statt. Der Karneval in Montevideo gilt als der längste der Welt und dauert von Ende Januar bis Mitte März. Fast jeden Abend im Februar findet man irgendwo in der Stadt ein Event. Anders als in Brasilien findet der Karneval Montevideo hauptsächlich auf den Tablados statt. Tablados sind Freiluftbühnen an verschiedenen Orten in Uruguay auf denen unterschiedliche Tanz- und Musikgruppen auftreten. Die Murga ist eine der Wichtigsten Gruppen. Sie besteht aus ca. 15 Leuten die mehrstimmig im Chor singen, tanzen und Theater spielen. Sie sind verkleidet und geschminkt und meist thematisieren ihre Shows aktuelle, kontroverse Themen oder äußern Kritik an der Politik. Wir waren bei einigen Tablados und es war eine sehr coole Erfahrung auch wenn es teilweise schwierig war Alles zu verstehen. Denn bei den Murgas wird viel Ironie und Sarkasmus benutz.

Neben der Murga gibt es die Comparsa de Candombe. Beim Candombe handelt es sich um einen afro-uruguayischen Musikstil, der seinen Ursprung in der Zeit der Versklavung hat. Es gibt Tänzer, Fahneneträger und Trommelgruppen, die gemeinsam auftreten. Bei den Tänzern gibt es drei Hauptrollen den Gramillero, der einen Medizinmann darstellt, die Mama vieja, die eine Königin oder Ahnin verkörpert und den Escobero, den Besesenschwinger der symbolisch den Weg für die Trommler reinigt. Candombe findet während dem Karneval nicht nur auf den Tablados statt, sondern vor Allem auf Straßenparaden. Die größte Parade ist das Desfile de Llamadas, bei dem über 3000 Trommler teilnehmen. Aber nicht nur während dem Karneval spielt Candombe eine große Rolle, sondern auch unter dem Jahr kann man man Candombe besonders im Barrio Sur und in Palermo finden, da das die Viertel in Montevideo waren in die die afro-uruguayische Bevölkerung nach der Abschaffung der Versklavung hauptsächlich zog. Seit 2009 ist Candombe sogar UNESCO- Weltkulturerbe und ein nationales Symbol Uruguays. Für mich transportiert Candombe eine ganz besondere Stimmung und ich finde es sehr schön, dass dadurch so viele Leute vereint werden. Vor Allem wenn sich die Gruppen in Parks treffen, spielen und tanzen und viele Leute dabei zuschauen. Insgesamt habe ich den Karneval als sehr lebendig empfunden und hatte das Gefühl, dass er die ganze Stadt begeistert.


So langsam neigt sich der Sommer hier in Montevideo schon dem Ende zu. Die ersten Blätter färben sich bunt und die Temperaturen sind etwas frischer geworden, aber es ist immer noch angenehm warm. Ich konnte die Zeit hier bisher sehr genießen und freue mich jetzt riesig auf die zweite Hälfte meines Jahres.
Un abrazo Alina 🙂
