In meinem letzten Beitrag habe ich kurz vor Weihnachten meine Eindrücke über die Zeit geschildert. Jetzt ist diese Zeit schon sein ein paar Wochen vergangen, aber ich möchte trotzdem nochmal erzählen wie sie für mich war. Weihnachten und Neujahr sind gerade einmal sieben oder acht Wochen her, aber es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, aber die Ereignisse bekomme ich glaube ich noch zusammen. Ich für mich hatte die Hoffnung, dass es an Heiligabend ein bisschen kälter sein würde, denn die letzten Tage waren von Hitze geplagt, doch die Hoffnung war leider vergeblich. Manchmal kommt es ja dann doch vor, dass wir hier so 20 Grad haben, vor allem wenn es den Tag davor geregnet hat. Die 20 Grad wären mir dann doch etwas lieber gewesen als die 30 Grad. In schickeren Klamotten, waren es dann gefühlt nochmal ein paar Grad wärmer. Auch neu war für mich, dass ich erstmalig am vierundzwanzigsten nicht frei hatte, wie es ja auch in Deutschland üblich ist, wenn man sich nicht frei nimmt. Dementsprechend waren wir den Tag über im Kinderheim und auch abends sind wir nochmal zurückgekehrt. Der Pastor hat dort eine kleine Ansprache gehalten und dann wurde noch viel gesungen. Danach sind wir mit ein paar Mitarbeitern in den Gottesdienst hier im Dorf gegangen. In der Kirche war es leider auch sehr heiß, aber auch weil wir gerade außerhalb der Reichweite der Ventilatoren gesessen haben. Der Gottesdienst an sich war aber dafür sehr schön. Am 25 haben wir dann als WG zusammen gekocht. Bei uns im Dorf ist die Lebensmittelauswahl dann doch beschränkt, also man bekommt alle typischen Sachen, aber manche spezielleren Sachen dann halt nicht. Deshalb hatte wir extra ein paar besondere Sachen in Taquara (der nächst größeren Stadt) eingekauft. Der 25 ist hier in Brasilien meines Wissens auch der einzige Feiertag um Weihnachten rum.
Den 26 und 27 haben wir dann noch gearbeitet und sind dann abends mit einem Nachtbus nach Florianópolis gefahren. Da waren wir schon mal, aber die Gruppe mit der wir Silvester verbrachten war dort noch nicht und es ist auch echt schön da. Insgesamt waren wir zu acht über Silvester und hatten ein sehr schönes Airbnb mit einer sehr großen Dachterrasse. An Silvester ist es Tradition am Strand zu sein und das waren wir auch. Auch wenn es unglaublich voll war, war es sehr schön. Auch an Silvester im Meer zu schwimmen war richtig toll und ich dachte mir, dass ich das eigentlich jedes Jahr machen könnte, bis mir wieder eingefallen ist, dass das Wasser in Deutschland zu der Zeit ja eiskalt ist. Am Abend sind wir dann alle wieder zurück gefahren. Über Nacht zu fahren ist in diesen Bussen echt sehr entspannt, auch wenn 6 Stunden Fahrt fast ein bisschen zu kurz zum Schlafen sind.

Die Sommerferien hier im Heim sind jetzt seit ein paar Tagen vorbei und sie waren schön, aber auch sehr anstrengend. Erst jetzt wo wieder die selben Abläufe wie vor den Ferien stattfinden, merke ich, dass es jetzt mit nur rund der Hälfte der Kinder, sehr viel stressfreier abläuft. Vor allem bei den kleineren Kindern, macht das bei dem Lärmpegel einen Unterschied.
Aber da in den Ferien immer alle Kinder im Heim sind ist das natürlich die beste Zeit Ausflüge zu machen. Davon gab es ein paar schöne und auch andere schöne Erlebnisse sind während der Zeit passiert, über die ich hier gerne schreiben würde.

Schon ganz am Anfang der Ferien war klar, dass alle Kinder zum Strand fahren würden. Manchmal übernachteten sie dort, manchmal verbrachten sie nur den Tag dort und fuhren am Abend wieder zurück. Ich war auch einmal mit, mit dem Jungenhaus. Das war ein schöner Ausflug. Aber eigentlich noch viel schöner fande ich einen anderen, den ich mit dem Jungenhaus gemacht habe. Die Frage war, ob ich mit an dem Fluss kommen wollte und ich ging davon aus, dass der Fluss circa 10 Minuten von hier gemeint war. Stellte sich heraus, der Fluss befand sich eine halbe Stunde mit dem Bus entfernt und es war ein großer Ausflug. Mehrere Kisten an Lebensmitteln waren auch mit im Gepäck. Der Bus hielt schon ein Stück im Wald drin und von da aus, mussten wir bestimmt nochmal 15 Minuten laufen. Jeder von uns bekam irgendeine Art von Gepäckstück zum Tragen und so stapften wir den Weg hin zum Wasser, durch eine wirklich sehr atemberaubende Landschaft.


Auch unser Ziel gehörte dazu. Es waren eher Mini-Seen übereinander, vielleicht wird hier zu allem Gewässer Fluss gesagt oder sie wollten es mir einfach machen, es zu verstehen. Es war sehr schön zum Schwimmen und manche der Jungs sind von den Vorsprüngen gesprungen. Aus den Steinen am Rand haben wir mit viel Mühe eine kleine Feuerstelle errichtet, auf denen dann nicht wenig später Spieße mit Fleisch, Zwiebeln oder Brot brieten. Als Nachtisch gab es Acaí, was in Kühltruhen bis zu der Stelle gebracht worden war. Als es langsam Abend wurde ging es dann für uns zurück zum Heim


Mitte Februar wurden wir dann von dem Leiter von Abefi zum Abendessen eingeladen. Das sollte eigentlich schon am Anfang des Jahres stattfinden, aber zu dem Zeitpunkt lag eine Operation und der Leiter von Abefi musste dementsprechend einige Tage im Krankenhaus verbringen, die auf unsere Ankunftszeit fielen. Also haben wir uns schließlich zur Hälfte unserer Zeit hier in Brasilien getroffen. Er wohnt in der Nähe von Novo Hamburgo, das ist eine Strecke von zwei oder zweieinhalb Stunden, aber wir sind mit unserem Chef dahin gefahren und so war es eine sehr entspannte Zeit, mit auch vielen lustigen Geschichten, die unser Chef auf seiner Reise in Deutschland, vor einigen Jahren, erlebt hat. Vor Ort wurden wir dann sehr herzlich empfangen. Seine ganze Familie war da, also seine Frau und seine zwei Kinder und alle von denen können auch mindestens ein bisschen deutsch sprechen. Sie hatten für uns Pizza vorbereitet, die dann im Laufe des Abends serviert wurden, alles in allem war es ein sehr schöner Abend.
Ja, jetzt steht in zwei Tagen das Zwischenseminar an und ich bin sehr gespannt alle wieder zu sehen und zu hören, was die so erlebt haben.
